Home About Articles Ask the Sheikh
Fragen & Antworten

Antwort auf eine Frage: Das Defizit im US-Haushalt

November 12, 2018
5575

Serie der Antworten des ehrwürdigen Gelehrten Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah, Emir von Hizb ut-Tahrir

auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite (Politik)

Antwort auf eine Frage

An Ahmed Said

Frage:

As-salamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu...

Soweit wir wissen, weist die USA ein Haushaltsdefizit von nahezu 20 Billionen Dollar auf. Meine Frage gliedert sich in zwei Teile:

  1. Ist sie verschuldet? Und bei wem?

  2. Wenn dem so ist, was hindert sie daran – da sie ja die Dollar-Währung herausgibt und sie der Welt aufzwingt, obwohl sie nicht durch Gold und Silber gedeckt ist –, so viele Dollar zu drucken, wie nötig sind, um ihr Defizit zu decken? Möge Allah Sie mit allem Guten belohnen.

Antwort:

Wa alaikum as-salam wa rahmatullahi wa barakatuhu,

uns wurde bereits eine ähnliche Frage gestellt, die wir am 22. Dschumada al-Ula 1430 n. H. – 16.05.2009 beantwortet haben.

Ich gebe dir hier die Frage und die Antwort noch einmal wieder:

(Frage: Die Wirtschaftskrise zehrt nach wie vor an der ganzen Welt. Die USA haben enorme Schulden bei einer Reihe von Ländern der Welt, insbesondere bei China. Können die USA nicht einfach Dollar drucken und ihre Schulden gegenüber China begleichen, oder verhindern dies die Regeln des Internationalen Währungsfonds?

Antwort: Die USA können Banknoten drucken, entweder mit Zustimmung des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder heimlich „und sogar öffentlich“ ohne dessen Zustimmung. Sie besitzen nämlich den tatsächlichen Einfluss im IWF und können vorgetäuschte Gründe anführen und die wahre Sachlage verbergen, wobei der IWF sie darin unterstützt! Doch das Drucken von Banknoten auf diese Weise führt zu einem Wertverlust des Dollars und folglich zur Inflation, also zu steigenden Preisen. Daher greifen die USA nur dann dazu, wenn sie darin ein überwiegendes Interesse (Maslahah Radschihah) sehen.

Berichten zufolge haben die USA beispielsweise zwischen „2 Billionen und 4 Billionen“ während der Öl-Spekulationen gedruckt, die dazu führten, dass der Preis auf fast 150 Dollar pro Barrel stieg „wobei die USA von diesen Spekulationen nicht weit entfernt waren“. Die USA druckten diese Scheine, um direkt oder indirekt die größtmögliche Menge an Öl zu kaufen und ihren Reserven hinzuzufügen. Darin sahen sie ein Interesse, das die steigenden Preise und den sinkenden Dollarkurs überwog. Doch sie hörten damit auf, als sich die Weltwirtschaftskrise zu verschärfen begann, da die US-Märkte aufgrund der Insolvenz vieler Unternehmen, der steigenden Verschuldung sowie des sinkenden Produktions- und Konsumniveaus keine weitere Inflation mehr verkraften konnten...

Die USA können derzeit keine Banknoten ohne ein entsprechend steigendes Wirtschaftswachstum drucken, und dies könnte in absehbarer Zeit so bleiben.

Doch wann immer die USA ein Interesse daran sehen, Banknoten ohne Gegenwert zu drucken, werden sie dies tun. Sie sind der einzige Staat, dessen Währung einen großen Teil der Reserven anderer Länder kontrolliert, zusätzlich zu ihrem tatsächlichen Einfluss im Internationalen Währungsfonds.

Wenn sie also jetzt Banknoten drucken würden, um ihre fälligen Schulden zu begleichen, wäre dies aus zwei Gründen nicht zielführend:

Erstens: Weil sein Wert sinkt. Je mehr Banknoten im Umlauf sind, desto geringer wird ihr Wert, was zu einem wirtschaftlichen Problem zwischen Gläubiger und Schuldner führt. Wenn der Gläubiger ein bedeutender Staat wie China ist, würde dies die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern beeinträchtigen und die Wirtschaftskrise der USA über das bestehende Maß hinaus verschärfen – insbesondere da die USA und Europa wollen, dass China zur Lösung der Krise beiträgt und sich nicht davon abwendet.

Zweitens: Die Erhöhung der Geldmenge ohne wirtschaftlichen Gegenwert führt zu steigenden Warenpreisen innerhalb der USA, was die Wirtschaftsmärkte in den USA nicht verkraften könnten...

Aus all diesen Gründen ist nicht zu erwarten, dass die USA in absehbarer Zeit neue Banknoten ohne ein entsprechendes Wirtschaftswachstum drucken werden.

Doch wie wir sagten, bleibt die Wahrscheinlichkeit bestehen. Wenn die USA ein überwiegendes politisches oder wirtschaftliches Interesse sehen, werden sie dies tun, angetrieben durch die weite Verbreitung ihres Dollars in den Reserven vieler Länder der Welt und durch ihren tatsächlichen Einfluss im IWF.

  1. Dschumada al-Ula 1430 n. H. – 16.05.2009) Ende.

Vielleicht ist dies ausreichend.

Euer Bruder Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah

  1. Rabi' al-Awwal 1440 n. H. 12.11.2018

Link zur Antwort auf der Seite des Emirs (möge Allah ihn bewahren) auf: Facebook

Link zur Antwort auf der Seite des Emirs (möge Allah ihn bewahren) auf: Google Plus

Link zur Antwort auf der Webseite des Emirs (möge Allah ihn bewahren): Web

Share Article

Share this article with your network