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Fragen & Antworten

Beantwortung einer Frage: Das Atomabkommen zwischen dem Iran und dem Westen

July 22, 2015
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Frage:

Am Montag, dem 20.07.2015, hat der Sicherheitsrat das Atomabkommen ratifiziert, dessen endgültige Unterzeichnung am 14.07.2015 in Wien (Österreich) zwischen dem Iran und der Gruppe der P5+1-Staaten stattfand. Dies geschah, nachdem die Frist seit dem geplanten Unterzeichnungstermin am 30.06.2015 – gemäß dem am 02.04.2015 in Lausanne (Schweiz) unterzeichneten Rahmenabkommen – zweimal verlängert worden war. Was ist der Inhalt dieses Abkommens, was sind seine Ergebnisse und Auswirkungen auf die Lage in der Region? Und in wessen Interesse liegt dieses Abkommen? Möge Allah dich mit Gutem belohnen.

Antwort:

Es ist notwendig, die Erklärungen und Positionen der einflussreichen Staaten zu sichten, damit die Antwort deutlich wird:

  1. Der US-Präsident hielt nach der Unterzeichnung des Abkommens in Wien eine Fernsehrede, in der er sagte: „Das Abkommen versperrt dem Iran jeden Weg zur Erlangung von Atomwaffen... Das Abkommen sieht vor, zwei Drittel der im Iran installierten Zentrifugen zu entfernen und unter internationaler Aufsicht zu lagern, 98 % des angereicherten Urans zu entsorgen, der schnellen Wiedereinführung von Sanktionen zuzustimmen, falls eine Verletzung des Abkommens auftritt, und der Internationalen Atomenergie-Organisation dauerhaften Zugang zur Inspektion von Standorten zu gewähren, wann und wo immer dies notwendig ist.“ (BBC, 14.07.2015).

    Der US-Außenminister John Kerry sagte: „Die Umsetzung des Atomabkommens mit dem Iran wird schrittweise erfolgen und innerhalb von 90 Tagen beginnen, nachdem eine internationale Resolution des UN-Sicherheitsrates zu seiner Unterstützung verabschiedet wurde. Die Wirksamkeit einiger Klauseln wird 15 Jahre dauern, während andere Klauseln für einen Zeitraum von 25 Jahren in Kraft bleiben.“ (Russia Today, 14.07.2015).

    Der Generalsekretär der Vereinten Nationen – der die Meinung Amerikas zum Ausdruck bringt – sagte in einer Erklärung: „Ich hoffe und glaube tatsächlich, dass dieses Abkommen zu mehr Verständnis und Zusammenarbeit bei vielen ernsten Sicherheitsherausforderungen im Nahen Osten führen wird.“ Er fügte hinzu, dass „es als solches, also das Abkommen, als ein lebenswichtiger Beitrag zum Frieden und zur Stabilität in der gesamten Region und darüber hinaus dienen kann.“ (Elaf, 14.07.2015).

  2. Was Europa mit seinen drei in der Sechsergruppe vertretenen Zweigen betrifft – nämlich Frankreich, Großbritannien und Deutschland zusammen mit allen Europäern –, so haben sie das Abkommen unterstützt. Die EU-Außenbeauftragte Mogherini erklärte: „Das Abkommen ist ein historisches Ereignis und ein guter Deal. Es sieht die Friedfertigkeit des iranischen Atomprogramms sowie ein Paket von Maßnahmen vor, die sicherstellen, dass der Iran nicht versucht, Forschungen zu betreiben oder Programme zu entwickeln, die ihm den Erhalt einer Atomwaffe ermöglichen. Es ist nicht das Ende, sondern der Beginn der Arbeit für eine Phase der gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen dem Iran und den internationalen Akteuren.“ (Russia Today, 14.07.2015).

    Der französische Präsident begrüßte das zwischen dem Iran und den Großmächten geschlossene Atomabkommen und erklärte in einer Fernsehansprache anlässlich des Nationalfeiertags: „Das Abkommen, das wir unterzeichnet haben, ist von größter Bedeutung, und die Welt schreitet voran“... Der britische Außenminister Philip Hammond lobte das „historische Abkommen“, das am Dienstag über das iranische Atomprogramm geschlossen wurde, und betrachtete es als einen „wichtigen Wandel in den Beziehungen zwischen dem Iran, den Nachbarstaaten und der internationalen Gemeinschaft...“ (Elaf, 14.07.2015)... Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: „Das Abkommen wird dazu beitragen, Sicherheit im Nahen Osten zu verbreiten... Dies ist ein verantwortungsvolles Abkommen, und Israel sollte es genau prüfen und das Abkommen nicht kritisieren.“ (ARD, 14.07.2015).

  3. Was Russland und China betrifft, so stellten sie keine Bedingungen und stellten sich jenen westlichen Bedingungen nicht entgegen; sie stimmten allem zu, was geschah:

    Russland betreffend war der russische Präsident Putin „erfreut“ über den Telefonanruf des US-Präsidenten nach der Unterzeichnung des endgültigen Abkommens, um Russland als Dank für seine Haltung, die Amerika unterstützte, eine gewisse Bedeutung beizumessen. Vielmehr hatte Amerika zuvor die Zustimmung Russlands zu allem eingeholt, was den Iran und sein Atomprogramm betrifft. So erklärte US-Außenminister Kerry während seines Besuchs in Russland und seines Treffens mit Präsident Putin und seinem Amtskollegen Lawrow am 12.05.2015 in Sotschi (Russland) mit Blick auf die laufenden Gespräche über das Atomabkommen: „Die Einigkeit zwischen Moskau und Washington in dieser Angelegenheit ist der Schlüssel zur Unterzeichnung des endgültigen Abkommens.“ Daher begrüßte der russische Präsident Wladimir Putin das Abkommen über das iranische Atomprogramm und sagte, die internationale Gemeinschaft habe es nach langjährigen Verhandlungen mit „großer Erleichterung“ aufgenommen... Seinerseits versprach der russische Außenminister Sergej Lawrow in Wien, dass Russland „mit praktischen Schritten zur Umsetzung des Abkommens beitragen wird.“ (Elaf, 14.07.2015).

    Der Vertreter Chinas sagte: „Jeder muss bei der Umsetzung des Atomabkommens einen Geist der Positivität zeigen“, und wies darauf hin, dass die Umsetzung des Atomabkommens mit dem Iran in den ersten zehn Jahren von großer Bedeutung sei. (Al-Wefaq, 20.07.2015). Ebenso dankte „Obama dem chinesischen Präsidenten für seine Rolle bei den Gesprächen mit dem Iran“ (Al-Arabiya, 21.07.2015).

  4. Was den Iran betrifft, so überstieg sein Jubel über das Abkommen jede Beschreibung! Er vergaß – oder tat so, als ob er vergaß – den „Großen“ und den „Kleinen Satan“. Das iranische Fernsehen übertrug die Rede von US-Präsident Obama, die er nach dem Abkommen hielt und in der er es begrüßte. Dies war das zweite Mal in 36 Jahren, dass das iranische Fernsehen eine Rede eines US-Präsidenten live übertrug, wohlgemerkt bei seit 1980 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern! Minuten nach Obama sprach der iranische Präsident und betrachtete das Abkommen als „Ausgangspunkt“ für den Aufbau von Vertrauen zwischen seinem Land und dem Westen. Er sagte: „Wenn dieses Abkommen ordnungsgemäß umgesetzt wird... können wir das Misstrauen schrittweise abbauen...“ (Elaf, 14.07.2015).

  5. So haben alle verhandelnden internationalen Mächte (P5+1) im Abkommen ein „historisches Werk“ gesehen und sind Amerika darin gefolgt. Jedoch lehnten zwei Seiten es ab, nicht weil es nicht im Interesse Amerikas läge, sondern aus anderen Gründen: Die Republikanische Partei in den USA und das jüdische Gebilde...

    • Was die Republikanische Partei betrifft, so erkennt sie, dass das Abkommen in besonderem Maße im Interesse Amerikas liegt. Aber wie es die Gewohnheit der Republikaner ist, kämpfen sie erbittert darum, den Erfolg der Demokraten zu verhindern, damit ihnen kein herausragendes, lebenswichtiges Projekt für die Interessen Amerikas zugeschrieben wird, besonders wenn Wahlen bevorstehen. Dies ist nichts Neues. Wir erinnern uns an die US-Geiselkrise, die vom 04.11.1979 bis zum 20.01.1981 andauerte. Die Republikaner unternahmen damals alles, um die Bemühungen des demokratischen Präsidenten Carter zur Lösung der Geiselkrise scheitern zu lassen, damit die Lösung erst in die Ära der Republikaner fiel. Und so geschah es: Führende Vertreter der Republikaner kontaktierten führende Vertreter der Regierung Chomeinis und vereinbarten, die Freilassung der Geiseln während der Carter-Administration zu blockieren und sie bis zur Amtszeit Reagans nach den Präsidentschaftswahlen zu verschieben, wofür der Iran US-Waffen erhielt, eingefrorene iranische Guthaben freigegeben wurden sowie weitere Vereinbarungen getroffen wurden... Tatsächlich geschah dies so: Kaum hatte der Republikaner Reagan am 20.01.1981 den Amtseid abgelegt, wurden die US-Geiseln zwanzig Minuten nach dem Eid freigelassen und binnen Stunden mit einem Flugzeug nach Washington gebracht. Die Anhänger Reagans begannen sogleich von diesem „Wunder“ und dem Ende der Krise durch den Amtsantritt Reagans zu sprechen...!

    Es handelt sich also auch jetzt um einen parteipolitischen Wahlkampf und nicht um einen Streit über das Interesse Amerikas. Beide Parteien erkennen, dass das Atomabkommen ein Gewinn für Amerika war, aber die Republikaner wollen nicht, dass die Demokraten einen Sieg durch ein lebenswichtiges Projekt davontragen, das ihnen zugeschrieben wird, zumal die Präsidentschaftswahlen näher rücken. Aus diesem Grund kam die republikanische Opposition zustande. Es ist bekannt, dass der von den Republikanern kontrollierte Kongress die Unterzeichnung des Abkommens ablehnte, weil der Kongress parteipolitische Kalküle in Bezug auf die Präsidentschaftswahlen im November 2016 hat. Die Republikanische Partei arbeitet darauf hin, dass die Demokratische Partei, die durch die aktuelle Regierung unter Obama vertreten wird, nicht als Urheber eines glänzenden Erfolgs erscheint, durch den sie die Präsidentschaftswahlen gewinnen könnte. Obama ist sich dessen bewusst, weshalb er mit dem Veto drohte, falls die Republikaner ihre Opposition im Kongress bis zum Äußersten treiben und das Abkommen blockieren sollten...

    • Was das jüdische Gebilde betrifft, so erkennt es zweifellos an, dass es von einem solchen Abkommen nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Es hat dieses Gebilde zum unangefochtenen Alleinbesitzer von Atomwaffen in der Region gemacht... Dennoch zeigte es aus drei Gründen Widerstand: Erstens erwartet das Gebilde einen Sieg der Republikaner bei den Präsidentschaftswahlen, unterstützt sie daher in ihren Vorwahlkämpfen und erhofft sich so eine „Vorzugsstellung“ bei der Republikanischen Partei nach deren Erfolg... Zweitens erwartet das Gebilde, dass Obama ihm eine Art Entschädigung zur Besänftigung anbietet, da die Demokraten die Stimmen der jüdischen Lobby benötigen; der Protest dient somit als Mittel zur Erpressung... Drittens – und das ist das Wichtigste – erkennt dieses Gebilde, dass die Herrscher im Iran und in den anderen muslimischen Ländern, die die Rechte der Umma und ihre Waffen preisgeben, nicht lange Bestand haben werden. Der Tag wird kommen, an dem die islamische Umma zu ihrem Deen zurückkehrt und ihre Gelehrten ihre lebenswichtigen Industrien aufs Neue beleben werden... Das jüdische Gebilde erkennt dies, und zeigt daher, dass dieses Abkommen nicht ausreicht, um den Druck so zu gestalten, dass er nach der Verfolgung der Atomwaffen im Iran und anderen muslimischen Ländern nun auch auf die Verfolgung von Atomwissenschaftlern in den Ländern der Muslime abzielt...

    Aus diesen Gründen zeigte das Gebilde seine Ablehnung, ansonsten ist ihm bewusst, dass sich sowohl Republikaner als auch Demokraten der Sicherheit dieses Gebildes verpflichtet fühlen und dass es auf den Schirm Amerikas zur Wahrung seiner Sicherheit nicht verzichten kann. Das jüdische Gebilde hat keinen Bestand außer durch ein Seil von Allah und ein Seil von den Menschen. Das Seil von Allah haben sie seit langer Zeit gekappt, und nun klammern sie sich an das Seil von den Menschen. Ihre Sicherheit basiert auf einem externen Faktor, und ein solches Abkommen ist ein Pfeiler zur Wahrung ihrer Sicherheit. Ihre Ablehnung des Abkommens ist also nicht echt. Daher wird Carter, Obamas Verteidigungsminister – während Netanjahu Obama opponiert –, im Staate der Juden mit großem Empfang begrüßt und sagt: „Israel ist der Pfeiler unserer Politik im Nahen Osten, und wir werden Teheran nicht erlauben, eine Atomwaffe zu erhalten, und wir sind der Sicherheit und Verteidigung unserer Verbündeten in der Region verpflichtet.“ (Jerusalem - Quds Net News Agency, 20.07.2015).

  6. Aus diesen Erklärungen und Positionen geht Folgendes hervor:

    a) Das starke Bestreben der US-Regierung zur Unterzeichnung dieses Abkommens! Sie behandelte es, als sei es eine Schicksalsfrage für sie selbst und nicht für den Iran, Europa oder irgendeinen anderen Staat... Der US-Präsident leitete die Verhandlungen aus der Ferne, mit direktem Kontakt und extremem Interesse am Abschluss dieses Abkommens. Er beschäftigte seinen Außenminister drei Wochen lang ununterbrochen damit, abgesehen von den vorangegangenen Kontakten, was die Bedeutung dieses Abkommens für Amerika, seine Interessen und die Interessen der Obama-Regierung unterstreicht. Es hat den Iran für Jahrzehnte gebunden und ihn von der Herstellung jeglicher Atomwaffe ferngehalten. Wenn wir dies mit den vorangegangenen Aussagen des US-Präsidenten und anderer US-Funktionäre über die Bedeutung der strategischen Rolle des Irans in der Region und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit ihm verknüpfen – ja sogar die tatsächliche Zusammenarbeit, wie sie offensichtlich ist –, ebenso wie die Aussagen iranischer Funktionäre, die ihre Zusammenarbeit mit Amerika im Irak und in Afghanistan sowie ihre Bereitschaft zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus erklärten; und was man tatsächlich an stillschweigender Zustimmung Amerikas zu dem sieht, was der Iran und seine Partei in Syrien tun; ebenso wie das, was im Jemen geschah, wo Amerika dem Iran eine wichtige Rolle gab, die Huthis mit Waffen und Ausrüstung zu versorgen, damit er dort eine Rolle spielt, bis Amerika in der Lage ist, seinen Einfluss im Jemen auszudehnen... all dies deutet darauf hin, dass Amerika mit diesem Abkommen darauf abzielt, dem Iran die Dinge durch die Aufhebung der Sanktionen und die Etablierung offener Beziehungen zu erleichtern, damit er weiterhin die Rolle spielt, die Amerika seine Arbeit erleichtert, ihm Lasten abnimmt und seine Machenschaften gegenüber den Staaten und Völkern in der Region deckt. Der Iran setzt also die amerikanische Politik tatsächlich um, wie es im Irak, in Syrien und im Jemen der Fall ist, aber anstatt dass die Umsetzung wie bisher hinter einem Vorhang geschieht, der die Sicht versperrt, geschieht sie nun hinter einem transparenten Vorhang oder ganz ohne Vorhang!

    b) Andererseits wurde bemerkt, dass die drei europäischen Staaten nur am Rande der Verhandlungen standen! Das, was geschah, waren fast ausschließlich Absprachen, die Amerika mit dem Iran über die Aufhebung der Sanktionen, das Atomabkommen und die Aktivierung des Irans im Dienste amerikanischer Projekte in der Region vorbereitete. Zweifellos war sich Europa dessen bewusst, denn die meisten geheimen und auch die entscheidenden öffentlichen Treffen fanden zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern statt... So war es für Europa klar, dass das von Amerika vorbereitete Abkommen angenommen werden würde, weshalb der europäische Widerstand, insbesondere der französische, zurückging und die Unterzeichnung erfolgte... Europa sah die Möglichkeit, etwas von diesem amerikanischen Abkommen zu profitieren, insbesondere von der Aufhebung der Sanktionen. Daher stürzten sich diese Staaten auf den iranischen Markt: Großbritannien kündigte an, seine Botschaft dort wieder zu eröffnen... Frankreich kündigte an, dass sein Außenminister nach Teheran reisen werde... Deutsche Unternehmen bereiteten sich darauf vor, sofort in den Iran zu ziehen; vielmehr entwerfen sie schon seit geraumer Zeit zukünftige Programme und Projekte, die sie dort umsetzen wollen. Dies wurde über die deutschen Medien deutlich, als ob die Deutschen schon seit geraumer Zeit sicher wären, dass das Abkommen unterzeichnet wird, und spürten, dass der Iran nachgeben wird, im Wissen, dass er auf Amerikas Wink wartet... Da die Europäer erkannten, dass sie das amerikanisch-iranische Atomabkommen nicht verhindern oder den amerikanischen Einfluss beeinträchtigen konnten, blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich auf den Iran zuzubewegen, um Beute durch Investitionen und Projekte zu machen, da sie unter finanziellen Engpässen leiden. Dadurch können sie langfristig im Iran daran arbeiten, den europäischen Einfluss oder einen Teil davon neben dem amerikanischen Einfluss dort wiederzugewinnen...

    c) Was Russland und China betrifft, so streben sie nicht nach eigenem Einfluss im Iran... Dass Amerika ihnen ihre Handelsbeziehungen zum Iran durch die Aufhebung der Sanktionen erleichtert, reicht ihnen aus. Wenn dazu noch – wie oben erwähnt – ein Dankesanruf von Obama kommt, weil sie sich dem Abkommen nicht widersetzt haben, so ist das für sie eine gute Sache!

    d) Was den Iran betrifft, so war alles, was ihn interessierte, die Aufhebung der Sanktionen und sein Erscheinen als Sieger, selbst wenn ihm die Waffe der Ehre für den Islam und die Muslime entrissen wurde und selbst wenn die Gegenleistung dafür die beschleunigte und eskalierende Umsetzung amerikanischer Projekte in der Region in einem noch höheren Tempo als bisher ist! Er zeigte seine Freude über das Abkommen und seine Unterstützung auf offizieller und populärer Ebene, weil es die Sanktionen aufhebt, während sie über die Gegenleistung schwiegen... Der iranische Präsident Hassan Rohani hielt unmittelbar nach der Unterzeichnung eine Fernsehrede, wartete jedoch das Ende der Rede des US-Präsidenten ab! Rohani lobte das Abkommen und sagte, es habe das erreicht, wonach der Iran strebe: „Alle gegen den Iran verhängten Sanktionen werden an dem Tag verschwinden, an dem das Abkommen in Kraft tritt...“

    Die Gegenleistung für die Aufhebung der Sanktionen waren Zugeständnisse, die kein freies System akzeptieren würde, geschweige denn ein System, das das Banner des Islam hochhält. Jeder Vernünftige, der diese Zugeständnisse genau betrachtet und überdenkt, wird über ihre Ungeheuerlichkeit zutiefst schockiert sein. Die Seite Russia Today veröffentlichte nach der Bekanntgabe des Abkommens am 14.07.2015 die wichtigsten Klauseln, darunter:

    Auferlegung langfristiger Beschränkungen für das iranische Atomprogramm bei fortgesetzter Urananreicherung von 3,67 %... Reduzierung der Zentrifugen um zwei Drittel auf 5.060 Geräte... Entsorgung von 98 % des angereicherten Urans... Kein Export von Kernbrennstoff in den kommenden Jahren, kein Bau von Schwerwasserreaktoren und kein Transfer von Ausrüstung von einer Atomanlage zur anderen für 15 Jahre... Gestattung des Zugangs für Inspektoren der IAEO zu allen verdächtigen Standorten, einschließlich militärischer Standorte, jedoch nach Konsultation mit Teheran... Beibehaltung des Waffenimportverbots für weitere 5 Jahre und 8 Jahre für ballistische Raketen... Freigabe von eingefrorenen iranischen Guthaben und Vermögenswerten in Milliardenhöhe... Aufhebung der von Europa und den Vereinigten Staaten gegen den Iran verhängten Sanktionen... Die Seite fügte hinzu, dass der Iran mit der Agentur einen „Fahrplan“ unterzeichnet hat, der unter anderem vorsieht:

    Beibehaltung der dem Iran auferlegten Beschränkungen im Atombereich für 8 Jahre... Unterlassung wissenschaftlicher Forschung zur Aufarbeitung von Kernbrennstoff durch den Iran für 15 Jahre... Die Vorräte an schwach angereichertem Uran im Iran dürfen über 15 Jahre hinweg 300 Kilogramm nicht überschreiten... Der Iran verpflichtet sich bis zum 15. Oktober, im Dialog mit der IAEO Fragen mit möglicher militärischer Dimension zu klären.

    Die iranische Agentur Fars meldete am 14.07.2015: „Der Entwurf des Abkommens sieht die Inspektion aller iranischen Standorte, einschließlich der militärischen, und einen Besuch des Militärstandorts Parchin vor.“ Hinzu kommt, was in Obamas Rede nach dem Abkommen gesagt wurde: „...und die Akzeptanz der schnellen Rückkehr der Sanktionen, falls eine Verletzung des Abkommens auftritt.“

    Wer über diese Zugeständnisse nachdenkt, wird – wie bereits erwähnt – über deren Ungeheuerlichkeit tief erschüttert sein... Es ist höchst erstaunlich, dass das Regime diese Zugeständnisse als Siege vermarktet! Es gibt Menschen, die Fehler machen, diese aber eingestehen und sie beheben oder sich um deren Behebung bemühen; das sind Menschen, deren Fehler und Rückkehr man verstehen kann. Aber dass Leute vorsätzlich und absichtlich schreckliche Tragödien für das Schicksal einer Umma herbeiführen und diese dann als Sieg und Gewinn bezeichnen, das ist eine tödliche Finsternis. Diese Finsternis mag etwas durch jenes Licht gemildert werden, das von einigen Einsichtigen im Iran ausgeht, die sich nicht von dieser Propaganda des falschen Sieges täuschen ließen, sondern darin eine klare Niederlage sahen. So kritisierte die Website Raja im Iran die Feierlichkeiten zum Abkommen und schrieb: „Es ist kein Sieg, sondern eine vernichtende Niederlage, weil es einen großen Teil der iranischen Nukleartechnologie stillgelegt hat“ (Elaf, 14. Juli)... Sogar Chamenei erkannte, dass die Waffe der Sieg-Propaganda eine verlorene Waffe ist, besonders nachdem das iranische Fernsehen Obamas Rede vor der Rede seines eigenen Präsidenten ausgestrahlt hatte! So versuchte der „Revolutionsführer“ den Verlust auszugleichen, indem er Amerika als arrogant bezeichnete... und dass sich seine Politik von der Amerikas unterscheide... und dass er nicht mit ihnen verhandle... Aber wann?! Nachdem er sich an Verhandlungen sattgesehen hatte... und nachdem das amerikanische Nuklearprojekt den Iran an einer lebenswichtigen Stelle getroffen hatte... Selbst die Aufhebung der Sanktionen und die Freigabe der Gelder, mit denen das Regime diese Zugeständnisse zu rechtfertigen versuchte, sind kein stichhaltiges Argument. Die Wiederholung dessen in Rohanis Reden: „Diese Sanktionen haben viele Probleme in der iranischen Gesellschaft verursacht (23.06.2015)“ und die erneute Wiederholung in seiner Rede nach der Unterzeichnung, die das iranische Fernsehen übertrug: „Die Sanktionen haben Spuren beim iranischen Volk hinterlassen (14.07.2015)“... all das entspringt der Täuschung. Denn die Auswirkungen von Sanktionen werden nicht durch demütigende Zugeständnisse getilgt, sondern durch die aufrichtige und loyale Umsetzung der Bestimmungen des Islam, insbesondere des Wirtschaftssystems in den Bestimmungen über das öffentliche Eigentum und das Staatseigentum. Dies muss durch Männer geschehen, die ihr Versprechen gegenüber Allah wahrgemacht haben und die gewaltigen Ressourcen im Iran – über und unter der Erde – bestmöglich nutzen. Dieses System ist im Buch Allahs (t) und der Sunna Seines Gesandten (s) niedergeschrieben und wird von jedem erkannt, der ein Herz hat oder hinhört und Zeuge ist... All dies belebt die Menschen und erhebt sie aus der Enge des Lebens, und die Wirkung der Sanktionen fällt auf den zurück, der sie verhängt hat, und nicht auf den, gegen den sie verhängt wurden. Was die Freigabe der Gelder betrifft: Würde man die Kosten der Waffen berechnen, auf die der Iran im Gegenzug verzichtet, wäre der Unterschied nicht groß! Wie verhält es sich erst, wenn man den immateriellen Wert hinzurechnet, den die Umma verliert, indem ihr ein wichtiger Teil ihrer Bewaffnung entrissen wird?!

So werden Sanktionen behandelt, und nicht durch demütigende Zugeständnisse...

إِنَّ فِي هَذَا لَبَلَاغًا لِقَوْمٍ عَابِدِينَ

„Wahrlich, darin liegt eine Botschaft für Leute, die (Allah) dienen.“ (Sure Al-Anbiya [21]: 106)

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