Serie der Antworten des ehrwürdigen Gelehrten Ata Bin Khalil Abu Al-Rashta, Emir von Hizb ut-Tahrir, auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite „Fiqhī“
Antwort auf eine Frage
Die beiden Engel Harut und Marut in der Sure al-Baqara
An Ustadhi Kamsokole
Frage:
Assalam alaykum warahmatullah wabarakatuh. First, I would like to introduce a prayer and congratulations for the hard work you are doing in developing this dawa work. My question is in Surat Baqara verse 102 (02: 102) the verse is long and I will not repeat it unless it is long I will ask the elements contained in this verse.
a) Haruta and maruta. Is it an angel? Manake has come out of angelic qualities. There are other sheikhs who say that these are people who are full of knowledge, with Arabic linguistic analysis. And if they are angels, how do they communicate with those humans at that time.
b) The Qur'an says, the devil taught people sorcery and what was sent down to TWO ANGELS in Babylon. Now what is this that they came with or was brought down by the haruta and the haruta?
c) And those haruta and maruta do not teach someone until they give him a warning. Being sie is just a test of blasphemy. Now should we say that these angels have been sent from heaven to bring this scourge of witchcraft and teach people?
As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāhi wa-barakātuh.
Zuerst möchte ich ein Bittgebet für Sie aussprechen und Sie zu Ihrer fleißigen Arbeit für das Vorankommen dieser Daʿwa beglückwünschen.
Meine Frage bezieht sich auf Vers 102 der Sure al-Baqara. Da der Vers lang ist, werde ich ihn nicht wiederholen, sondern nach den Inhalten fragen, die dieser Vers umfasst:
A- Sind Harut und Marut Engel? Oder Menschen mit den Eigenschaften von Engeln? Es gibt Gelehrte, die basierend auf der arabischen Sprache sagen, dass es Menschen waren, die über viel Wissen verfügten. Wenn sie Engel waren, wie kommunizierten sie dann damals mit den Menschen?
B- Der Vers besagt: „Doch die Satane waren ungläubig; sie lehrten die Menschen die Zauberei und was auf die beiden Engel in Babylon herabgesandt worden war.“ Was brachten Harut und Marut mit sich, oder was wurde auf sie herabgesandt?
C- „Und sie lehrten niemanden, ohne vorher zu sagen: ‚Wir sind nur eine Versuchung, so werde nicht ungläubig!‘“ Können wir sagen, dass diese beiden Engel vom Himmel gesandt wurden, um den Menschen die Zauberei zu lehren?
Antwort:
Wa-ʿalaikum as-salām wa-raḥmatullāhi wa-barakātuh.
Die Antwort auf Ihre Fragen findet sich im Buch [At-Taysīr fī Uṣūl at-Tafsīr – Tafsīr Sūrat al-Baqara] zu den Versen 101-103. Falls Sie das Buch nicht haben, füge ich Ihnen den Text unten bei:
[Buch der Erläuterung der Sure al-Baqara, Seiten 119-125 (Word-Datei)]:
[Erläuterung des Wortes des Erhabenen: „Und als zu ihnen ein Gesandter kam... wenn sie es nur wüssten“ (101-103)]
وَلَمَّا جَاءَهُمْ رَسُولٌ مِنْ عِنْدِ اللَّهِ مُصَدِّقٌ لِمَا مَعَهُمْ نَبَذَ فَرِيقٌ مِنَ الَّذِينَ أُوتُوا الْكِتَابَ كِتَابَ اللَّهِ وَرَاءَ ظُهُورِهِمْ كَأَنَّهُمْ لَا يَعْلَمُونَ * وَاتَّبَعُوا مَا تَتْلُو الشَّيَاطِينُ عَلَى مُلْكِ سُلَيْمَانَ وَمَا كَفَرَ سُلَيْمَانُ وَلَكِنَّ الشَّيَاطِينَ كَفَرُوا يُعَلِّمُونَ النَّاسَ السِّحْرَ وَمَا أُنْزِلَ عَلَى الْمَلَكَيْنِ بِبَابِلَ هَارُوتَ وَمَارُوتَ وَمَا يُعَلِّمَانِ مِنْ أَحَدٍ حَتَّى يَقُولَا إِنَّمَا نَحْنُ فِتْنَةٌ فَلَا تَكْفُرْ فَيَتَعَلَّمُونَ مِنْهُمَا مَا يُفَرِّقُونَ بِهِ بَيْنَ الْمَرْءِ وَزَوْجِهِ وَمَا هُمْ بِضَارِّينَ بِهِ مِنْ أَحَدٍ إِلَّا بِإِذْنِ اللَّهِ وَيَتَعَلَّمُونَ مَا يَضُرُّهُمْ وَلَا يَنْفَعُهُمْ وَلَقَدْ عَلِمُوا لَمَنِ اشْتَرَاهُ مَا لَهُ فِي الْآخِرَةِ مِنْ خَلَاقٍ وَلَبِئْسَ مَا شَرَوْا بِهِ أَنْفُسَهُمْ لَوْ كَانُوا يَعْلَمُونَ * وَلَوْ أَنَّهُمْ آمَنُوا وَاتَّقَوْا لَمَثُوبَةٌ مِنْ عِنْدِ اللَّهِ خَيْرٌ لَوْ كَانُوا يَعْلَمُونَ
„Und als zu ihnen ein Gesandter von Allah kam, das bestätigend, was ihnen vorlag, warf ein Teil derer, denen die Schrift gegeben worden war, die Schrift Allahs hinter ihren Rücken, als ob sie nicht Bescheid wüssten. Und sie folgten dem, was die Satane während der Herrschaft Salomos verlasen. Nicht Salomo war ungläubig, sondern die Satane waren ungläubig; sie lehrten die Menschen die Zauberei und was auf die beiden Engel in Babylon, Harut und Marut, herabgesandt worden war. Und sie lehrten niemanden, ohne vorher zu sagen: ‚Wir sind nur eine Versuchung, so werde nicht ungläubig!‘ So lernten sie von ihnen das, womit man zwischen dem Mann und seiner Gattin Trennung herbeiführt. Doch sie schaden damit niemandem, außer mit Allahs Erlaubnis. Und sie lernten, was ihnen schadet und nicht nützt. Und sie wussten doch, dass derjenige, der es erkauft, am Jenseits keinen Anteil hat. Fürwahr, wie schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben, wenn sie es nur wüssten! Wenn sie geglaubt hätten und gottesfürchtig gewesen wären, so wäre eine Belohnung von Allah besser, wenn sie es nur wüssten!“ (Sure al-Baqara [2]:101-103)
Allah, der Erhabene, verdeutlicht in diesen Versen Folgendes:
- Die Juden widersetzten sich dem Gesandten Allahs ﷺ und argumentierten gegen ihn mit der Tora. Sie befragten ihn daraus, wie sie ihn nach der Seele (ar-rūḥ), den Leuten der Höhle (ahl al-kahf) und Dhu l-Qarnain fragten. Der Gesandte Allahs ﷺ antwortete ihnen mit dem, was Allah ihm durch den Koran offenbarte. Darüber hinaus enthüllte er einiges von dem, was sie verfälscht und geändert hatten, wie die Änderung der Steinigung des Ehebrechers und die Änderung seiner ﷺ Beschreibung, die in der Tora stand. Das Erscheinen des Gesandten Allahs ﷺ bestätigte das, was die Tora verheißen hatte. Als sie feststellten, dass die Argumentation mit der Tora nicht nach ihrem Wunsch verlief, wandten sie sich von ihr ab und warfen sie hinter ihren Rücken. ﴿كَأَنَّهُمْ لَا يَعْلَمُونَ﴾ „als ob sie nicht Bescheid wüssten“ (Sure al-Baqara [2]:101), d. h. ihr Verwerfen der Tora geschah so, als käme es von einem Volk, das nicht an sie glaubt und nicht um die Wahrheit der darin enthaltenen Beschreibung des Gesandten Allahs ﷺ weiß. Dies ist eine Steigerung in der Schilderung ihrer Abkehr von den Beweisen für das Prophetentum des Gesandten Allahs ﷺ, die in der Tora stehen; es war eine Abkehr trotz ihres Wissens.
Als ihnen das Scheitern ihres Widerstandes gegen den Gesandten Allahs ﷺ mittels der Tora klar wurde, begannen sie nach anderen Themen in Quellen außerhalb der Tora zu suchen, um mit dem Gesandten ﷺ zu streiten.
- Als Allah Seinem Gesandten offenbarte, dass Salomo ein Prophet war:
إِنَّا أَوْحَيْنَا إِلَيْكَ كَمَا أَوْحَيْنَا إِلَى نُوحٍ وَالنَّبِيِّينَ مِنْ بَعْدِهِ وَأَوْحَيْنَا إِلَى إِبْرَاهِيمَ وَإِسْمَاعِيلَ وَإِسْحَاقَ وَيَعْقُوبَ وَالْأَسْبَاطِ وَعِيسَى وَأَيُّوبَ وَيُونُسَ وَهَارُونَ وَسُلَيْمَانَ وَآتَيْنَا دَاوُودَ زَبُورًا
„Gewiss, Wir haben dir (Offenbarung) eingegeben, wie Wir Nuh und den Propheten nach ihm (Offenbarung) eingegeben haben. Und Wir haben Ibrahim, Ismail, Ishaq, Yaqub, den Stämmen, Isa, Ayyub, Yunus, Harun und Sulaiman (Offenbarung) eingegeben, und Dawud haben Wir ein Buch der Weisheit gegeben.“ (Sure an-Nisāʾ [4]:163)
Da sagten die Juden: „Salomo war ein Zauberer und kein Prophet.“ Dann sammelten sie die Bücher, welche die Zauberer mit Hilfe der Satane zur Zeit der Herrschaft Salomos verfasst hatten und die unter ihnen in der Stadt des Gesandten ﷺ verbreitet waren. Sie behaupteten, dies seien die Bücher, mit denen Salomo geherrscht habe. Sie folgten ihnen und machten sie zum Gegenstand des Streits mit dem Gesandten Allahs ﷺ: ﴿وَاتَّبَعُوا مَا تَتْلُو الشَّيَاطِينُ عَلَى مُلْكِ سُلَيْمَانَ﴾ „Und sie folgten dem, was die Satane während der Herrschaft Salomos verlasen.“
﴿مَا تَتْلُو الشَّيَاطِينُ﴾ „was die Satane verlasen“, d. h. was die Satane lasen oder offenbarten oder den Zauberern einflüsterten, damit diese es in ihre Bücher schrieben: ﴿يُوحِي بَعْضُهُمْ إِلَى بَعْضٍ زُخْرُفَ الْقَوْلِ غُرُورًا﴾ „von denen die einen den anderen prunkvolle Worte als Trug eingeben“ (Sure al-Anʿām [6]:112). Die Satane hatten vor dem Islam das Gehör im Himmel belauscht, es mit verschiedenen Arten von Lügen vermischt und es ihren Gefolgsleuten eingegeben. „So fragen einige Bewohner der Himmel die anderen, bis die Nachricht diesen untersten Himmel erreicht. Dann schnappen die Dschinn das Gehörte auf und werfen es ihren Gefolgsleuten zu, wobei sie beworfen werden. Was sie so brachten, wie es war, ist die Wahrheit, aber sie verleumden darin und fügen hinzu.“ [1]. Den Dschinn wurde das Belauschen nach dem Islam verwehrt: ﴿وَأَنَّا كُنَّا نَقْعُدُ مِنْهَا مَقَاعِدَ لِلسَّمْعِ فَمَنْ يَسْتَمِعِ الْآنَ يَجِدْ لَهُ شِهَابًا رَصَدًا﴾ „Und dass wir an Stellen davon saßen, um zuzuhören. Wer aber jetzt zuhören will, der findet einen brennenden Verfolger, der (ihm) auflauert.“ (Sure al-Dschinn [72]:9).
﴿عَلَى مُلْكِ سُلَيْمَانَ﴾ bedeutet zur Zeit der Herrschaft Salomos.
- Jene Bücher der Zauberei wurden von den Zauberern auf zwei Wegen verfasst:
- Erstens: Was die Satane ihnen an Zauberei einflüsterten.
- Zweitens: Was die beiden Engel Harut und Marut den Menschen lehrten. Allah sandte sie nach Babylon herab, damit sie die Menschen die Zauberei lehren und sie gleichzeitig davor warnen, danach zu handeln. Sie informierten sie darüber, dass sie eine Versuchung und Prüfung für die Menschen seien: ﴿وَمَا يُعَلِّمَانِ مِنْ أَحَدٍ حَتَّى يَقُولَا إِنَّمَا نَحْنُ فِتْنَةٌ فَلَا تَكْفُرْ﴾ „Und sie lehrten niemanden, ohne vorher zu sagen: ‚Wir sind nur eine Versuchung, so werde nicht ungläubig!‘“. Allah hat auf dieser Erde das Gute und das Böse herabgesandt, um Seine Diener mit beidem zu prüfen: ﴿وَنَبْلُوكُمْ بِالشَّرِّ وَالْخَيْرِ فِتْنَةً﴾ „Und Wir prüfen euch mit Schlechtem und Gutem als Versuchung“ (Sure al-Anbiyāʾ [21]:35).
Das Lehren der Zauberei an die Menschen ist eine Prüfung für sie. Wer an die Zauberei glaubt und danach handelt, ist ungläubig geworden (Kufr), und wer nicht daran glaubt und nicht danach handelt, ist gerettet.
﴿إِنَّمَا نَحْنُ فِتْنَةٌ فَلَا تَكْفُرْ﴾ (Sure al-Baqara [2]:102).
- Allah, der Erhabene, spricht Seinen Propheten Salomo (as) von den Lügen und Verleumdungen der Juden frei. Salomo (as) war nicht ungläubig, was hier darauf hindeutet, dass er weder ein Zauberer war noch an die Zauberei glaubte und somit kein Ungläubiger war. Er ist der Prophet Allahs (as). ﴿وَمَا كَفَرَ سُلَيْمَانُ﴾ „Nicht Salomo war ungläubig“, d. h. er war kein Zauberer und glaubte nicht an Zauberei, sodass er ungläubig geworden wäre [2]. Diese Bedeutung ergibt sich daraus, dass die Juden Salomo (as) der Zauberei beschuldigten: „Ibn Dscharīr berichtete über Schahr bin Hauschab, dass die Juden sagten: ‚Schaut euch Muhammad an, er vermischt die Wahrheit mit der Falschheit; er erwähnt Salomo zusammen mit den Propheten, dabei war er doch nur ein Zauberer, der auf dem Wind ritt‘“ [3]. Sie beschuldigten ihn nicht direkt des Unglaubens (Kufr), sondern der Zauberei. Allah antwortete ihnen: ﴿وَمَا كَفَرَ سُلَيْمَانُ﴾ „Nicht Salomo war ungläubig“. Der metaphorische Gebrauch von kafara (ungläubig sein) in diesem Vers zeigt jedoch an, dass derjenige, der an Zauberei glaubt und zaubert, ungläubig wird, entsprechend der Kausalitätsbeziehung (al-musabbabiyya) in der arabischen Sprache, wie erwähnt.
Somit war Salomo nicht ungläubig, sondern diejenigen, die ungläubig waren, waren die Satane: ﴿وَمَا كَفَرَ سُلَيْمَانُ وَلَكِنَّ الشَّيَاطِينَ كَفَرُوا يُعَلِّمُونَ النَّاسَ السِّحْرَ وَمَا أُنْزِلَ عَلَى الْمَلَكَيْنِ بِبَابِلَ هَارُوتَ وَمَارُوتَ وَمَا يُعَلِّمَانِ مِنْ أَحَدٍ حَتَّى يَقُولَا إِنَّمَا نَحْنُ فِتْنَةٌ فَلَا تَكْفُرْ﴾.
- Zauberei (as-Sihr) bedeutet, eine Sache durch Täuschung anders darzustellen, als sie in Wirklichkeit ist. Diese Bedeutung leitet sich aus dem Wort des Erhabenen ab: ﴿سَحَرُوا أَعْيُنَ النَّاسِ﴾ „sie bezauberten die Augen der Menschen“ (Sure al-Aʿrāf [7]:116) und ﴿يُخَيَّلُ إِلَيْهِ مِنْ سِحْرِهِمْ أَنَّهَا تَسْعَى﴾ „ihm kam es aufgrund ihrer Zauberei so vor, als ob sie eilten“ (Sure Ṭāhā [20]:66). Das heißt, der Stab bleibt in Wirklichkeit ein Stab, aber dem Betrachter erscheint er im Auge wie eine Schlange, die eilt.
In der Sprache sagte al-Dschauharī: Sihr ist die Ergreifung, und alles, dessen Ursprung subtil und fein ist, ist Sihr. Man sagt, ich habe den Knaben bezaubert (saḥartu), wenn ich ihn getäuscht habe. In einigen Diwanen der Araber wurde Sihr im Sinne von al-ʿidha (Verleumdung) erwähnt. Al-ʿidha bedeutet bei den Arabern extreme Verleumdung und das Beschönigen von Lügen. Ein Dichter sagte: „Ich nehme Zuflucht bei meinem Herrn vor den blasenden Weibern... vor der Verleumdung der Verleumderin.“
Die Araber verwendeten es auch – d. h. Sihr – im Sinne der Verborgenheit, denn der Zauberer tut es im Verborgenen. Was die Zauberei an sich ist, so ist sie ein Wissen, durch das sein Besitzer in der Lage ist, die Augen der Menschen zu bezaubern, sodass sie die Sache anders sehen, als sie in Wirklichkeit ist. Das bedeutet, dass sich die Realität nicht in eine andere neue Realität verwandelt, im Sinne, dass die erste Realität aufgehoben wird und stattdessen eine neue Realität entsteht. Wenn also ein Mensch die Schlange ergreifen würde, die aus dem Stab erschien, würde er sie als Stab vorfinden. Würde er sie im Labor analysieren, fände er die gleichen Bestandteile des Stabes vor, der geworfen wurde und uns als eilende Schlange erschien. Daher sahen die Zauberer, als sie ihre Stäbe warfen, diese selbst als Stäbe, aber sie bezauberten die Augen der Menschen, sodass diese sie als Schlangen sahen. Als jedoch Mose (as) seinen Stab warf, sahen sie – d. h. die Zauberer – ihn als echte Schlange und nicht als Stab, woraufhin sie ihre Stäbe verschlang und deren Realität endgültig aufhob. Da erkannten sie, dass dies keine Zauberei war, denn Zauberei hebt die Realität der Dinge nicht auf. Sie wussten, dass das Geschehene keine Zauberei war, sondern die Wahrheit vom Herrn der Welten, wie Mose (as) gesagt hatte. So glaubten sie, und ihr Glaube war ein Wunder.
Das Wort des Erhabenen: ﴿وَاتَّبَعُوا مَا تَتْلُو الشَّيَاطِينُ عَلَى مُلْكِ سُلَيْمَانَ﴾ und Sein Wort: ﴿وَلَكِنَّ الشَّيَاطِينَ كَفَرُوا يُعَلِّمُونَ النَّاسَ السِّحْرَ وَمَا﴾ deutet darauf hin, dass die Zauberei durch das Verlesen von Worten des Unglaubens (Kufr) erfolgt. Dies bedeutet, dass die Zauberei als Wissenschaft unter Verwendung von Kufr-Begriffen in ihren Beschwörungen oder Verfahren ausgeführt wird. Alles andere hingegen wird nicht als Zauberei im bekannten Sinne dieses Verses bezeichnet, wie z. B. das Darstellen von Dingen entgegen ihrer Realität durch technische Mittel – wie Fingerfertigkeit oder Ähnliches – oder die Verwendung bestimmter Worte ohne Kufr-Begriffe, um Menschen zu täuschen, indem man Dinge anders darstellt – wie es bei einigen Betrügern der Fall ist, die den Anschein von Gelehrten erwecken. Dies und Ähnliches ist keine Zauberei im erwähnten Sinne.
Die Strafe für den Zauberer ist – wie wir dargelegt haben – die Strafe für den Abtrünnigen (Murtadd), denn er ist im zuvor genannten Sinne ein Ungläubiger. Die Gefährten (Sahāba) bestraften den Zauberer mit dem Tod. Hafsa, die Mutter der Gläubigen (ra), ordnete die Tötung einer Zauberin an, die gestand, Zauberei betrieben zu haben.
Was über den Einspruch von Uthman (ra) gegenüber Hafsas Tat berichtet wurde, so war dies ein Einspruch gegen ihr eigenmächtiges Handeln ohne seine Erlaubnis, da er der Kalif der Muslime war; er widersprach jedoch nicht dem Urteil der Tötung. Eine solche Tat, d. h. die Tötung des Zauberers, geschah auch zur Zeit von Umar (ra). Es handelt sich somit um einen Konsens (Idschmāʿ) der Gefährten, da es ein Urteil in einer bedeutenden Angelegenheit war, das öffentlich unter ihnen vollzogen wurde, ohne dass Widerspruch erhoben wurde. Ahmad überlieferte von Sufyan über Dschazʾ bin Muʿāwiya, dem Onkel von al-Ahnaf bin Qais, der sagte: „Ein Jahr vor seinem Tod erreichte uns ein Schreiben von Umar, dass ihr jeden Zauberer und jede Zauberin töten sollt.“
Was wir an technischen verborgenen Taten erwähnten, durch die Menschen getäuscht werden, wenn sie ihnen nicht erklärt werden, sowie der Betrug und die Scharlatanerie von Schiechs, so wird der Täter mit einer Ermessensstrafe (Taʿzīr) bestraft, je nach dem Schaden, den er den Getäuschten zugefügt hat. Es ist bekannt, dass die Ermessensstrafe im Islam bis zur Todesstrafe reichen kann, je nach Art des begangenen Verbrechens.
Der Unterschied zwischen der Tötung als Hadd-Strafe (wegen Apostasie) und der Tötung als Taʿzīr-Strafe besteht jedoch darin, dass der Erste ein Abtrünniger ist, für den das Totengebet nicht verrichtet wird und der nicht auf den Friedhöfen der Muslime begraben wird. Der Zweite hingegen ist ein sündhafter oder lasterhafter Muslim, je nach Art seines Verbrechens, für den das Totengebet verrichtet wird und der auf den Friedhöfen der Muslime begraben wird.
- ﴿فَيَتَعَلَّمُونَ مِنْهُمَا مَا يُفَرِّقُونَ بِهِ بَيْنَ الْمَرْءِ وَزَوْجِهِ وَمَا هُمْ بِضَارِّينَ بِهِ مِنْ أَحَدٍ إِلَّا بِإِذْنِ اللَّهِ﴾ „So lernten sie von ihnen das, womit man zwischen dem Mann und seiner Gattin Trennung herbeiführt. Doch sie schaden damit niemandem, außer mit Allahs Erlaubnis.“
Allah, der Erhabene, stellt klar, dass diejenigen, welche die Zauberei erlernen und danach handeln, durch ihre Taten bei den Menschen, mit denen sie zu tun haben, Probleme zwischen ihnen und ihren Ehepartnern verursachen können, was zur Scheidung oder Trennung führt. Dann verdeutlicht Allah, der Erhabene, eine wichtige glaubensbezogene Angelegenheit (ʿaqīdiyya), um Fehlvorstellungen auszuräumen, wonach der Zauberer über die Macht Allahs verfüge oder Dinge gegen den Willen Allahs bewirken könne. Allah stellt in diesem Vers klar, dass in Allahs Herrschaftsbereich nichts geschieht außer mit Seiner Erlaubnis, d. h. nicht gegen Seinen Willen. Diese Bedeutung entspricht dem Begriff des Willens Allahs (Maschīʾat Allāh) oder dem, was als der Wille Allahs (Irādat Allāh) bezeichnet wird. Nichts geschieht im Reich Allahs gegen Seinen Willen, d. h. alles geschieht mit Seiner Erlaubnis, Seinem Willen oder Seiner Bestimmung: ﴿وَمَا تَشَاءُونَ إِلَّا أَن يَشَاءَ اللَّهُ رَبُّ الْعَالَمِينَ﴾ „Und ihr werdet nicht wollen, außer dass Allah will, der Herr der Weltenbewohner.“ (Sure at-Takwīr [81]:29). Dies bedeutet nicht zwangsläufig Sein Wohlgefallen, denn Allah ist mit Unglauben und Sünden nicht zufrieden: ﴿إِن تَكْفُرُوا فَإِنَّ اللَّهَ غَنِيٌّ عَنكُمْ وَلَا يَرْضَى لِعِبَادِهِ الْكُفْرَ﴾ „Wenn ihr ungläubig seid, so ist Allah eurer unbedürftig, obgleich Er mit dem Unglauben für Seine Diener nicht zufrieden ist.“ (Sure az-Zumar [39]:7). Vielmehr ist dies ein Fachbegriff, der diese Bedeutung aus der Gesamtheit der Texte schöpft. Seine Erlaubnis, Sein Wille oder Seine Bestimmung werden nicht nach der rein sprachlichen Realität von adhina (erlauben), schāʾa (wollen) oder arāda (beabsichtigen) interpretiert, was das Zulassen einer Tat, das Fordern einer Sache oder das Wohlgefallen bedeutet, sondern sie werden nach einer terminologischen Bedeutung interpretiert, wie jede konventionelle Realität (ḥaqīqa ʿurfiyya) für die Sprachgelehrten, die Rechtsgelehrten (Fuqahāʾ), die Gelehrten der Grundlagen (Uṣūliyyūn) oder irgendeiner anderen Wissenschaft.
Und ﴿بإِذنِ اللهِ﴾ „mit Allahs Erlaubnis“ hat an dieser Stelle eine gewaltige Bedeutung. Denn was an Taten der Zauberer vor den Menschen erscheint – im Sinne der Bezauberung der Augen und des Wahrnehmens mancher Dinge entgegen ihrer Realität –, könnte den Wahn hervorrufen, dass sie wie Allah erschaffen oder Dinge tun, die Allah nicht rückgängig machen kann. So bekräftigte Allah, der Erhabene, dass dies nur mit Seiner Erlaubnis geschieht, d. h. nicht gegen Seinen Willen, sondern durch Seinen Willen und Seine Bestimmung in diesem Sinne, und dass Allah in der Lage ist, ihre Zauberei zunichtezumachen. In Allahs Herrschaftsbereich geschieht nichts gegen Seinen Willen.
Hier könnte jemand sagen: Warum macht Allah ihre Zauberei dann nicht zunichte?!
Allah, der Erhabene, hat das Gute vom Bösen unterschieden und uns verdeutlicht, dass der Mensch für das Gute mit Gutem und für das Böse mit Bösem belohnt bzw. bestraft wird. Er hat uns ebenfalls wissen lassen, dass Er uns zu einer einzigen Gemeinschaft im Guten hätte machen können: ﴿وَلَوْ شَاءَ رَبُّكَ لَجَعَلَ النَّاسَ أُمَّةً وَاحِدَةً وَلَا يَزَالُونَ مُخْتَلِفِينَ﴾ „Und wenn dein Herr gewollt hätte, hätte Er die Menschen wahrlich zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber sie werden nicht aufhören, verschieden zu sein.“ (Sure Hūd [11]:118). Aber Allah, der Erhabene, hat uns aus einer Weisheit, die Er allein kennt, die Wahl gelassen, was wir an Gutem oder Bösem wollen, und wir werden dafür entlohnt. So geht ein Teil in das Paradies und ein Teil in das Feuer: ﴿وَلَوْ شِئْنَا لَآتَيْنَا كُلَّ نَفْسٍ هُدَاهَا وَلَكِنْ حَقَّ الْقَوْلُ مِنِّي لَأَمْلَأَنَّ جَهَنَّمَ مِنَ الْجِنَّةِ وَالنَّاسِ أَجْمَعِينَ﴾ „Und wenn Wir gewollt hätten, hätten Wir jedem Menschen seine Rechtleitung gegeben. Aber das Wort von Mir ist fällig geworden: ‚Ganz gewiss werde Ich die Hölle mit den Jinn und den Menschen allesamt füllen.‘“ (Sure as-Sadschda [32]:13). Daher gibt es keinen Raum für die Frage: Warum hat Allah diese böse Tat der Zauberer nicht zunichtegemacht? Oder warum hat Allah uns nicht in allem, was Er uns befahl, zum Guten gedrängt? Oder warum hat Allah uns nicht daran gehindert, Böses zu tun, sodass wir nur Gutes tun? Allah hat uns das Gute vom Bösen unterschieden und uns die Wahl gelassen, und das ist die Weisheit Allahs: ﴿لَا يُسْأَلُ عَمَّا يَفْعَلُ وَهُمْ يُسْأَلُونَ﴾ „Er wird nicht befragt nach dem, was Er tut; sie aber werden befragt.“ (Sure al-Anbiyāʾ [21]:23). Aber in allen Fällen müssen wir davon überzeugt sein, dass in Allahs Herrschaftsbereich nichts gegen Seinen Willen geschieht, sondern mit Seiner Erlaubnis, Seinem Willen und Seiner Bestimmung.
- ﴿وَلَقَدْ عَلِمُوا لَمَنِ اشْتَرَاهُ مَا لَهُ فِي الْآخِرَةِ مِنْ خَلَاقٍ﴾ „Und sie wussten doch, dass derjenige, der es erkauft, am Jenseits keinen Anteil hat.“
Das bedeutet, dass alles an der Zauberei böse ist. Dies ist eine Beschreibung dessen, was sie lernen, nämlich die Zauberei: ﴿يُعَلِّمُونَ النَّاسَ السِّحْرَ﴾. Diese Beschreibung deutet klar darauf hin, dass das, was sie lernen, ihnen schadet und nicht nützt. Die Zauberei ist gänzlich böse und schädlich, und es ist kein Nutzen darin.
Dann stellt Allah, der Erhabene, klar, dass derjenige, der die Zauberei in der Weise ausübt, wie wir sie zuvor dargelegt haben, keinen Anteil am Jenseits hat, weil er ungläubig gegenüber Allah und Seinen Zeichen ist.
﴿اشْتَرَاهُ﴾ bedeutet: er hat es erworben. Dies ist hier ein metaphorischer Gebrauch, d. h. er hat es zu seinem Beruf gemacht. Der Erwerb einer Sache geschieht im Streben nach Nutzen durch den Konsum des Gegenstandes oder den Erhalt eines Entgelts dafür. Hier bedeutet es, die Zauberei als Beruf zu ergreifen, der ihm Einkommen einbringt (ein vermeintlicher Nutzen), als ob er die Zauberei gekauft hätte.
﴿وَلَقَدْ عَلِمُوا لَمَنِ اشْتَرَاهُ مَا لَهُ فِي الْآخِرَةِ مِنْ خَلَاقٍ﴾ ist eine Nachricht im Sinne einer Forderung des Unterlassens, d. h. im Sinne eines entschiedenen Verbots, sich mit Zauberei zu befassen.
﴿وَلَبِئْسَ مَا شَرَوْا بِهِ أَنْفُسَهُمْ لَوْ كَانُوا يَعْلَمُونَ﴾ „Fürwahr, wie schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauft haben, wenn sie es nur wüssten!“, d. h. wie schlimm ist das, wofür sie sich selbst verkauft haben. Sie haben sich der Strafe Allahs ausgesetzt und sich für das Feuer der Hölle hingegeben. ﴿مَا لَهُ فِي الْآخِرَةِ مِنْ خَلَاقٍ﴾ „am Jenseits keinen Anteil hat“. Das Entgelt, das für sie bereitsteht im Austausch für den Verkauf ihrer selbst und ihre Hingabe an die Zauberei, ist der Zorn Allahs, Seine Strafe und das Feuer der Hölle. Es ist wahrlich ein elender, verlustreicher Verkauf.
﴿لَوْ كَانُوا يَعْلَمُونَ﴾ „wenn sie es nur wüssten!“, d. h. wenn sie aus dem Nutzen ziehen würden, was sie wussten. Denn wer Wissen besitzt, daraus aber keinen Nutzen zieht und sich nicht an die Konsequenz seines Wissens hält, ist so, als ob er nicht wüsste. Wer also weiß, dass die Zauberei ein schlimmes Ende hat, und sich dennoch damit befasst, ist so, als ob er es nicht wüsste. Dies ist eine starke Ausdrucksweise in Bezug auf die Bedeutung des Themas. Gepriesen sei Allah!
Der Gesandte Allahs ﷺ pflegte Zuflucht bei Allah vor Wissen zu suchen, das nichts nützt: „Ich nehme Zuflucht bei Allah vor Wissen, das nicht nützt, vor einem Herzen, das nicht demütig ist, und vor einem Auge, das nicht weint.“ (Überliefert von Ahmad). Diese Verwendung ist, wie wir sagten, äußerst ausdrucksstark. Sie findet sich im Buch Allahs auch an anderen Stellen und wird in anderen Bedeutungen verwendet: ﴿أَفَلَمْ يَسِيرُوا فِي الْأَرْضِ فَتَكُونَ لَهُمْ قُلُوبٌ يَعْقِلُونَ بِهَا أَوْ آذَانٌ يَسْمَعُونَ بِهَا فَإِنَّهَا لَا تَعْمَى الْأَبْصَارُ وَلَٰكِن تَعْمَى الْقُلُوبُ الَّتِي فِي الصُّدُورِ﴾ „Sind sie denn nicht im Land umhergereist, sodass sie Herzen haben, mit denen sie begreifen, oder Ohren, mit denen sie hören? Denn nicht die Augen sind blind, sondern blind sind die Herzen, die in den Brüsten sind.“ (Sure al-Ḥaǧǧ [22]:46) ﴿صُمٌّ بُكْمٌ عُمْيٌ فَهُمْ لَا يَرْجِعُونَ﴾ „Taub, stumm, blind; so werden sie nicht umkehren.“ (Sure al-Baqara [2]:171).
Wer also keinen Nutzen aus seinem Gehör zieht, ist so, als ob er nicht hört.
Wer keinen Nutzen aus seinem Sehvermögen zieht, ist so, als ob er nicht sieht.
Wer keinen Nutzen aus seiner Sprache zieht, ist so, als ob er nicht spricht.
Wer keinen Nutzen aus seinem Verstand zieht, ist so, als ob er nicht begreift.
Und wer keinen Nutzen aus seinem Wissen zieht, ist so, als ob er nicht weiß.
Dies ist ausreichend, so Allah will.
Euer Bruder Ata Bin Khalil Abu Al-Rashta
- Ramadan 1444 n. H. 09.04.2023 n. Chr.
Link zur Antwort auf der Facebook-Seite des Emirs (möge Allah ihn bewahren): https://www.facebook.com/HT.AtaabuAlrashtah/posts/776448380709200
[1] Überliefert von Muslim. „Yaqrifūn“ bedeutet: Sie mischen Lügen darunter. [2] Es handelt sich um einen metaphorischen Gebrauch aufgrund der Kausalitätsbeziehung (al-ʿalāqa al-musabbabiyya), da Zauberei die Ursache für Unglauben (Kufr) ist. [3] Tafsīr at-Tabarī: 1/451.