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Beantwortung einer Frage: Der pakistanisch-chinesische Wirtschaftskorridor und das trilaterale Projekt zwischen dem Iran, Indien und Afghanistan

July 23, 2016
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Beantwortung einer Frage

Frage:

„Der Iran hat mit Indien und Afghanistan ein trilaterales Abkommen zur gemeinsamen Zusammenarbeit im Transitbereich über den Hafen von Tschabahar am Golf von Oman im Süden Irans unterzeichnet... Dieses strategische Abkommen wurde unterzeichnet, um einen internationalen Transportkorridor zwischen den drei Ländern zu schaffen... Tschabahar liegt 100 Kilometer (60 Meilen) vom Seehafen Gwadar entfernt, den China im Rahmen des pakistanisch-chinesischen Wirtschaftskorridors mit Kosten von 46 Milliarden Dollar entwickelt.“ (Al-Arabiya, 24.05.2016). Etwa ein Jahr zuvor, am 20.04.2015, hatten China und Pakistan vereinbart, das Projekt des Wirtschaftskorridors zu starten... Die Frage ist: Sind diese Projekte trotz ihrer gewaltigen Ausmaße rein wirtschaftlicher Natur oder sind sie mit politischen Motiven vermischt? Zudem sind die an diesen Projekten beteiligten Staaten – mit Ausnahme Chinas – mit Amerika verbunden. Bedeutet dies, dass hinter diesen Projekten eine List gegen China steckt, um es vom Südchinesischen Meer abzulenken und es wirtschaftlich in einem Korridor zu erschöpfen, dessen wirtschaftlicher Ertrag trotz seiner Bedeutung nicht im Verhältnis zu den Kosten von 46 Milliarden Dollar steht? Und schließlich: Reichen die Ziele dieser Projekte über die Unterzeichnerstaaten hinaus bis zu anderen Ländern wie den zentralasiatischen Staaten? Möge Allah Sie mit Gutem belohnen, und entschuldigen Sie die Länge der Frage.

Antwort:

Um die Antwort zu verdeutlichen, betrachten wir die folgenden Punkte:

Erstens: Das Verhältnis Amerikas zu den an den beiden in der Frage genannten Projekten beteiligten Staaten:

  1. Als Indien unter der Regierung der Bharatiya Janata Party (BJP), die 1998 an die Macht kam, 2004 fiel und zehn Jahre später, 2014, unter Modi erneut die Regierung übernahm, pro-amerikanisch wurde, wurde die amerikanische Unterstützung deutlich. Die Abkommen zwischen den USA und Indien in verschiedenen Bereichen, insbesondere im Nuklearbereich, nahmen zu, und es war offensichtlich, dass dies gegen China gerichtet war. In Pakistan blieb die Loyalität gegenüber Amerika seit den Regierungen von Nawaz Sharif in den 1990er Jahren über die Herrschaft von Pervez Musharraf und dann Asif Zardari bis hin zur aktuellen Regierung von Nawaz Sharif unverändert. Zwischen Indien und Pakistan kam es aufgrund ihrer gemeinsamen Loyalität gegenüber Amerika zu einer Annäherung. Pakistan machte zugunsten Indiens Zugeständnisse in wichtigen Angelegenheiten, basierend auf amerikanischen Diktaten, um Amerikas Agenten in Indien und deren Position gegenüber China zu stärken. Amerika wies Pakistan die Aufgabe zu, islamische Bewegungen im Inland und in der Region zu bekämpfen, was als „Krieg gegen den Terrorismus und Extremismus“ bezeichnet wird. In der Beantwortung einer Frage vom 09.06.2016 hieß es: „Obwohl das Regime in Indien pro-amerikanisch ist, ebenso wie das Regime in Pakistan pro-amerikanisch ist, unterscheidet sich Amerikas Ziel für beide Staaten. Das Ziel für Indien ist es, eine Speerspitze gegen China zu bilden, während das Ziel für Pakistan darin besteht, dem pakistanischen und afghanischen Widerstand gegen Amerika entgegenzutreten...“

  2. Was den Iran betrifft, so ist er ebenfalls Amerika gegenüber loyal. Er gab seine Zusammenarbeit mit Amerika bei der Besetzung Afghanistans, der Hilfe zur dortigen Stabilisierung und der Unterstützung der pro-amerikanischen Marionettenregierungen, wie der ehemaligen Karzai-Regierung und der aktuellen Regierung von Ashraf Ghani, zu. Kürzlich berichtete die türkische Dünya Bülteni am 29.06.2016 über ein Interview der Zeitung Iran mit Ali Akbar Velayati, dem ehemaligen iranischen Außenminister und derzeitigen Chefberater des Revolutionsführers Ali Khamenei. Darin gestand er die Beziehung und Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Amerika ein: „Der Iran führte Gespräche mit Amerika über Afghanistan... In diesen Gesprächen war unser ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, der derzeitige Außenminister Mohammad Javad Zarif... Der Großteil Afghanistans war in den Händen der Taliban. Ohne den Iran hätten die Amerikaner unter diesen Umständen Afghanistan nicht betreten können...“ Er sagte weiter: „Etwas Ähnliches geschah beim Thema Irak, wo sich der Iran und Amerika einig waren; es fanden Gespräche mit dem Ziel statt, sich an der Sicherung der Sicherheit im Irak nach dem Fall von Saddam zu beteiligen...“ Ähnliche Geständnisse wurden von Hashemi Rafsanjani, dem ehemaligen iranischen Präsidenten, zitiert, wobei betont wurde, dass all dies mit Erlaubnis der religiösen Führung geschah. Er sagte: „Die Gespräche, die jetzt zwischen Amerika und dem Iran stattfinden, basieren auf einer vorherigen Erlaubnis des Obersten Religionsführers. Die Verhandlungen mit Amerika begannen durch die Vermittlung von Qabus, dem Sultan von Oman, fünf bis sechs Monate vor dem Amtsantritt der Regierung von Hassan Rohani...“ All dies bestätigt die Beziehung des Iran zu Amerika und dass Amerika dem Iran im Gegenzug eine Rolle im Irak und in Afghanistan zugewiesen hat. In einer Beantwortung vom 11.06.2014 hieß es: „Andererseits scheint es, dass Amerika Indien eine Rolle in Afghanistan gibt und daran arbeitet, die Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern zu stärken, damit es nicht mehr auf Pakistan angewiesen ist, um die Stabilität dort zu festigen. Der erste Präsident, mit dem sich Modi bei seiner Amtseinführung traf, war Karzai aus Afghanistan. Amerika vertraut Indien, wenn die Regierung ihm gegenüber loyal ist – wie es derzeit der Fall ist –, mehr als es Pakistan vertraut, obwohl auch die Regierung in Pakistan ihm gegenüber loyal ist. Amerika fürchtet jedoch, dass in diesem islamischen Land in jedem Moment eine Veränderung eintreten könnte; es ist für Amerika langfristig nicht sicher, und seine Bevölkerung befindet sich in einer Bewegung für den Wandel... So wird Indien unter Modi, der Amerika gegenüber loyal ist, eine aktive Rolle in sicherheitspolitischer Hinsicht in Afghanistan zugunsten des dortigen pro-amerikanischen Regimes spielen.“ Nun kommt die wirtschaftliche Zusammenarbeit hinzu, um die sicherheitspolitische Kooperation zu festigen und den amerikanischen Einfluss in Afghanistan zu schützen.

Zweitens: Das Projekt von Iran, Indien und Afghanistan:

  1. Indien und der Iran diskutierten die Idee eines indischen Zugangs nach Tschabahar erstmals 2003, als sie die gemeinsame Entwicklung des Hafens vereinbarten. Im Jahr 2004 unterzeichnete ein Konsortium indischer Unternehmen eine Absichtserklärung (MoU) mit der iranischen Hafen- und Schifffahrtsorganisation zur Entwicklung der Anlage. Dies wurde jedoch nicht realisiert. Doch im Mai 2015, zwei Monate vor dem Joint Comprehensive Plan of Action zum iranischen Atomprogramm, besuchte der indische Verkehrsminister Nitin Gadkari den Iran, um ein MoU über Tschabahar zu unterzeichnen. Unmittelbar danach trafen sich Vertreter aus dem Iran, Afghanistan und Indien in Neu-Delhi, um den Entwurf des Tschabahar-Abkommens abzuschließen. Die Unterzeichnung zwischen diesen dreien erfolgte am 23.05.2016, um den Hafen von Tschabahar im äußersten Osten Irans zu entwickeln und ihn in einen Handelskorridor am Indischen Ozean umzuwandeln, mit dem Ziel, den Handelsaustausch zwischen den drei Ländern zu steigern. Dies geschah nach der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran infolge der Unterzeichnung des Atomabkommens. Der indische Premierminister Modi sagte in Teheran: „Sein Land wird eine Kreditlinie in Höhe von 500 Millionen Dollar für die Entwicklung des Hafens von Tschabahar bereitstellen... Wir wollen uns mit der Welt verbinden, aber die Verbindung zwischen uns drei Ländern hat Priorität... Es ist ein Korridor für Frieden und Wohlstand... Er wird die wirtschaftlichen Beziehungen beeinflussen.“ Der iranische Präsident Rohani sagte: „Das Abkommen ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch und regional, aber es ist gegen kein Land gerichtet und könnte zur Stabilität der Region und zur Schaffung von Frieden beitragen.“ Er unterzeichnete mit Modi 12 Absichtserklärungen, wobei Indien 6,5 Milliarden Dollar an Teheran zahlen muss, die es wegen der internationalen Sanktionen nicht zurückerhalten konnte (Agence France-Presse, 25.05.2016). Die französische Agentur fügte in ihrem Kommentar hinzu: „Es ermöglicht Afghanistan einen Seehafen, da es keinen Zugang zum Meer hat, und umfasst den Bau von Eisenbahnen und einer Straße durch den Iran nach Afghanistan. Es wird als strategischer Sieg Indiens gegen China angesehen. Indien will mit China konkurrieren, das in den Hafen von Gwadar investiert, der nur 100 km von Tschabahar entfernt liegt.“ Dies ist mit deutlichen Worten des iranischen Präsidenten ausgesprochen worden, dass diese Projekte nicht nur wirtschaftlich, sondern politisch sind und mit der regionalen Lage in der Nachbarschaft Chinas zu tun haben. Auch wenn der iranische Präsident sagte, es sei gegen niemanden gerichtet, so ist es nach außen hin und vom Verständnis her gegen jemanden gerichtet! Der iranische Präsident gab zu, dass es nicht nur wirtschaftlich, sondern politisch und regional sei. Der indische Premierminister wies auf die Priorität der Stärkung der Verbindung zwischen den drei Ländern hin, d. h. die Festigung der Beziehungen zwischen ihnen zu Zwecken, die diese drei Länder betreffen.

  2. Es wurde angekündigt, dass diese indisch-iranischen Projekte auch den Zugang zu den zentralasiatischen Republiken beabsichtigen. Der iranische Außenminister Javad Zarif rief dazu auf, „die Umsetzung des strategischen Projekts zwischen der Islamischen Republik Iran und Indien zur Entwicklung des Hafens von Tschabahar aufgrund seiner Rolle bei der Stärkung der Eisenbahn- und Straßenverkehrswege sowie des Transithandels zwischen der Region Zentralasien und China zu beschleunigen“ (Al-Alam, 17.04.2016). Laut dem indischen Außenministerium wird das Abkommen „die Nutzung des Hafens von Tschabahar erheblich verbessern, um zum Wirtschaftswachstum Afghanistans beizutragen und eine bessere regionale Verbindung zu schaffen, die Indien einschließt und Verbindungen nach Afghanistan und Zentralasien herstellt“ (The Diplomat, 18. April 2016). Die Erklärung des iranischen Präsidenten Hassan Rohani auf einer Pressekonferenz am 24. Mai 2016 ist darin eindeutig, als er sagte: „Mit unseren gemeinsamen Investitionen in Tschabahar können wir Indien über einen zuverlässigen Weg mit Afghanistan und Ländern in Zentralasien verbinden.“ (Quartz India, 24. Mai 2016). Die indische Regierung hat „kürzlich ein Projekt verabschiedet, das Investitionen in den Hafen von Tschabahar im Wert von 100 Millionen Dollar vorsieht“ (Al-Alam, 02.06.2016). Es ist anzumerken, dass der Hafen von Tschabahar eine strategische Lage am Golf von Oman und dem Indischen Ozean hat und der einfachste Weg für die zentralasiatischen Staaten und Afghanistan ist.

Drittens: Das chinesisch-pakistanische Projekt:

  1. Der chinesische Präsident Xi Jinping besuchte am 20.04.2015 (Reuters) Pakistan und unterzeichnete Abkommen zur Durchführung von Projekten im Wert von 46 Milliarden Dollar. Diese umfassen ein Straßennetz von etwa 3.000 Kilometern zwischen Gwadar in Pakistan und der Provinz Xinjiang (Ostturkestan) im Westen Chinas sowie Eisenbahnen und Pipelines. Die Projekte werden China einen Zugang zum Indischen Ozean und darüber hinaus verschaffen. Reuters zitierte Mushahid Hussain Sayed, den Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses im pakistanischen Parlament: „Pakistan ist für China jetzt von zentraler Bedeutung. Dies sollte Erfolg haben, und wir sehen es als erfolgreich an.“ Korrespondenten sagten: „Dies stellt einen großen Fortschritt in Chinas Ambitionen dar, seinen wirtschaftlichen Einfluss in Zentral- und Südasien zu stärken, was die Ausgaben der Vereinigten Staaten in Pakistan übersteigt.“ Damals sagte Ahsan Iqbal, der für den Plan zuständige pakistanische Minister, gegenüber AFP: „Diese Investitionen sind gewaltige und reale Projekte, die einen großen Einfluss auf die pakistanische Wirtschaft haben werden.“ Der chinesische Präsident sagte gegenüber pakistanischen Medien: „China und Pakistan müssen bei Sicherheitsbedenken zusammenarbeiten, um die sicherheitspolitische Kooperation zu stärken.“ Es wurden 50 Abkommen über chinesische Investitionen in Pakistan unterzeichnet, davon 30 im Zusammenhang mit dem Wirtschaftskorridor. Nawaz Sharif sagte: „Xis Besuch in Pakistan stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Ländern dar, und die Freundschaft mit China ist der Eckpfeiler der pakistanischen Außenpolitik.“ Der pakistanische Präsident Mamnoon Hussain sagte: „Nahezu 3 Milliarden Menschen werden von dem Projekt profitieren. Pakistan hat China die exklusiven Rechte zum Betrieb des Hafens von Gwadar für die nächsten vierzig Jahre gewährt.“ Es wurde eine Armeedivision von 13.000 neuen Soldaten zum Schutz des entstehenden Wirtschaftskorridors aufgestellt. China leistet Pakistan geheime Nuklearhilfe und liefert Raketen sowie nuklearfähige ballistische Raketen mit einer Reichweite von bis zu 2.750 km. Der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif sagte kürzlich, dass er „persönlich den chinesischen Wirtschaftskorridor beaufsichtigt, der das Potenzial hat, das Schicksal von Millionen von Bewohnern der Region zu verändern, und dass der Wirtschaftskorridor die gesamte Region über ein Netz von Autobahnen und Eisenbahnen verbinden wird...“ (Offizielle pakistanische Nachrichtenagentur, 12.07.2016).

  2. Diese wirtschaftliche Arbeit zieht China dazu, sich für seine Beziehung zu Pakistan zu interessieren, wobei letzteres dies mit Begeisterung fördert und China mit diesen Wirtschaftsprojekten lockt. China gibt dort enorme Summen aus und lässt sich in diesem Winkel beschäftigen. Damit leistet Pakistan seiner Herrin Amerika einen Dienst, die daran arbeitet, China einzukreisen und zu belagern, um es daran zu hindern, mit ihr zu konkurrieren, und es so weit wie möglich von der Kontrolle über das Südchinesische Meer abzulenken. Dies ist für Amerika wichtig; es unternimmt alle Anstrengungen, um Chinas Versuche zur Kontrolle des Südchinesischen Meeres zu behindern, wo China Inseln ausbaut sowie Flughäfen und Häfen darauf errichtet, sodass seine Kontrolle über den Archipel natürlich wird, wenn die Inseln ihm gehören – wobei der Archipel etwa 250 Inseln umfasst. Amerika will den Blick Chinas davon ablenken, um es auf Projekte auszurichten, mit denen es China lockt, damit dieses sieht, dass sie nützlicher sind als wertlose Inseln! Daher werden die Projekte Pakistans mit China zum pakistanischen Hafen Gwadar im Gegensatz zu den Projekten Indiens, Irans und Afghanistans zum indischen Hafen (in Tschabahar) – wobei die beiden Häfen etwa 60 Meilen voneinander entfernt liegen – eine Beschäftigung für China in jener Region schaffen... Es ist bekannt, dass der Hafen von Gwadar in Pakistan und der Hafen von Tschabahar im Iran eine geostrategische und geopolitische Bedeutung für die Region haben und dass beide für den internationalen Seeverkehr und den Ölhandel wichtig sind... Ein Experte für Südasien, Adam v. Larke, hob die politische Natur des Geschäfts der genannten Projekte hervor und sagte: „Es gibt keinen Vergleich hinsichtlich des Umfangs und Zwecks der Rolle Chinas in Gwadar und der Rolle Indiens in Tschabahar; aber die Amerikaner sind erfreut über den Widerstand Indiens gegen den chinesischen Expansionismus.“ (Die Vereinigten Staaten unterstützen das Tschabahar-Hafengeschäft zwischen Indien und dem Iran, weil es das Gwadar-Projekt zwischen China und Pakistan einkreist. Firstpost.com, 26. Mai 2016). So will Amerika China über dieses Projekt mit Pakistan beeinflussen, denn wenn der 46 Milliarden Dollar teure pakistanisch-chinesische Wirtschaftskorridor fertiggestellt ist, wird er wie das Herz Chinas sein, was bedeutet, dass China dieses Projekt nicht so leicht aufgeben wird und somit von anderen wichtigeren Gebieten wie dem Südchinesischen Meer abgelenkt ist...

Ebenso stiftet Amerika die Staaten der Region gegen China an, darunter die Philippinen, die den Internationalen Gerichtshof anriefen, woraufhin dieser zugunsten der Philippinen und ihres Rechts auf die mit China umstrittenen Inseln entschied. Der Ständige Schiedshof in Den Haag in den Niederlanden erließ am 12.07.2016 eine Entscheidung, in der er erklärte: „Es gibt keine rechtliche Grundlage für Chinas Anspruch auf historische Rechte an den Ressourcen in dem Meeresgebiet innerhalb der Neun-Striche-Linie“, auf die China seine Ansprüche stützt. Und dass „China die souveränen Rechte der Philippinen in ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone verletzt hat, indem es in philippinische Fischerei- und Ölförderungsaktivitäten eingriff, künstliche Inseln baute und chinesische Fischer nicht daran hinderte, in jener Zone zu fischen“. China beeilte sich in der Stunde der Bekanntgabe sofort über seine offizielle Agentur (Xinhua), „zu bestätigen, dass China die Entscheidung des Gerichts nicht akzeptiert und nicht anerkennt“. Sein Außenministerium erklärte daraufhin, „dass dieses Urteil nichtig und hinfällig ist und keinerlei bindende Kraft hat“; es sagte sogar: „Das Ziel ist bösartig und dient weder der Lösung des Konflikts mit China noch der Aufrechterhaltung von Frieden und Stabilität im Südchinesischen Meer.“ Daraufhin erklärte sein Präsident Xi Jinping, dass „sein Land keinen Vorschlag oder keine Handlung akzeptieren werde, die auf dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs basiert“. Amerika erhob sich und erklärte seine Unterstützung für die Entscheidung des Gerichts und betrachtete sie, wie sein offizieller Sprecher im Außenministerium John Kirby sagte, als: „Endgültig und rechtlich bindend für China und die Philippinen, und sie stellt einen großen Beitrag zum gemeinsamen Ziel dar, eine friedliche Lösung für die Streitigkeiten im Südchinesischen Meer zu erreichen.“ Es rief „alle Parteien dazu auf, sich an die Entscheidung zu halten und provokative Äußerungen oder Handlungen zu vermeiden“ (DPA, AFP, 12.07.2016).

Viertens: Aus dem Vorangegangenen ergeben sich die Antworten auf die in der Frage aufgeworfenen Punkte wie folgt:

a) Die wirtschaftlichen Aktivitäten, die zwischen den Staaten der Region – Indien, Iran und Afghanistan – sowie zwischen Pakistan und China stattfanden, sind nicht rein wirtschaftlich, sondern haben politische Ziele, zumal all diese Staaten außer China der amerikanischen Politik folgen.

b) Amerika hat Indien eine Rolle zur Konfrontation mit China gegeben. So wie es daran arbeitete, seine Nuklearfähigkeiten zu stärken, arbeitet es daran, seine Wirtschaft zu stärken, damit es diese Rolle spielen kann. Dabei unterstützt es Indien durch den Iran und eröffnet ihm dort Investitionsmöglichkeiten. Ebenso arbeitet es daran, die Wirtschaft des Iran zu stärken, damit dieser nicht zusammenbricht und weiterhin die ihm von Amerika zugewiesene Rolle in der Region spielt. Amerika hat Indien eine Rolle in Afghanistan zugewiesen, um den amerikanischen Einfluss dort zu schützen, ebenso wie der Iran den amerikanischen Einfluss in Afghanistan unterstützt. Daher haben sich Indien und der Iran bewegt, um die Wirtschaft des amerikanisch besetzten Afghanistans zu stützen und ihm den Weg zu einem Seehafen zu ebnen.

c) Amerika ermutigt Pakistan, die Beziehungen zu China zu stärken, um es mit Projekten zu locken, die es von der Ausweitung seiner Aktivitäten zur Kontrolle des Südchinesischen Meeres ablenken, während es gleichzeitig die Anrainerstaaten dieses Meeres gegen China aufhetzt und ihm Probleme und Sorgen bereitet – zuletzt durch die Erwirkung einer politisierten Entscheidung des Schiedshofs in Den Haag in den Niederlanden.

d) Amerika zielt auf die Region Zentralasien ab, indem es daran arbeitet, sie zur Zusammenarbeit mit Pakistan zu bewegen und für sie Interessen am Zugang zu einem Seehafen über den von China gebauten Wirtschaftskorridor zu schaffen. Dadurch ist Amerika in der Lage, die Herrscher der Region über Interessen mit seiner Agentin Pakistan zu binden und kann dann aufgrund ihrer Beziehungen zu Pakistan und ihrer dortigen Interessen Kontakt zu ihnen aufnehmen, wodurch der Prozess ihres Aufkaufs ermöglicht wird... Dies ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass eines der Ziele des trilateralen Projekts (Iran, Indien, Afghanistan) ebenfalls das Erreichen Zentralasiens ist, wie es in den Erklärungen iranischer und indischer Beamter hieß. Das Erreichen Zentralasiens durch diese Amerika-treuen Staaten ist zweifellos ein Dienst an den Interessen Amerikas, wodurch es seinen Einfluss in der Region festigt und den russischen Einfluss dort verdrängt.

Fünftens: Abschließend sei gesagt, dass diese Region über hunderte von Jahren unter der Herrschaft des Islam zur Zeit des islamischen Kalifats stand. Die Seidenstraße und alle Handelswege in der Region sowie die Häfen standen unter der Aufsicht des Staates des Kalifats. Die Händler waren größtenteils Muslime, die Waren von hier und dort transportierten, so wie sie den Ruf zum Islam (Da'wa) trugen, bis Millionen den Islam annahmen, sich vermehrten und zu hunderten Millionen wurden. Sie wird bald wieder zurückkehren, so wie sie war und mit Allahs Erlaubnis noch besser. Dann wird es keine Agenten mehr geben, die den Befehlen Amerikas folgen und ihm dienen, nur um an der Macht zu bleiben und ihre hinfälligen, korrupten Regime und ihre engen nationalen Interessen zu wahren. Wahrlich, das Morgen ist für den, der darauf wartet, nah.

وَاللَّهُ غَالِبٌ عَلَى أَمْرِهِ وَلَكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لَا يَعْلَمُونَ

"Und Allah ist siegreich in Seiner Angelegenheit, aber die meisten Menschen wissen es nicht." (Sure Yusuf [12]: 21)

  1. Schawwal 1437 n. H.
    21.07.2016 n. Chr.

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