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Politik

Beantwortung einer Frage: Die politischen Entwicklungen in Pakistan

January 11, 2013
1947

Frage:

Am 27. Dezember 2012 gab Bilawal Bhutto Zardari, der Sohn des pakistanischen Präsidenten Zardari, offiziell seinen Einstieg in die pakistanische Politik bekannt. Ich bitte um eine Erläuterung der Gründe für diesen Zeitpunkt seines politischen Debüts und ob dies im Zusammenhang mit den pakistanischen Parlamentswahlen im Jahr 2013 steht.

Antwort:

  1. Das politische Umfeld in Pakistan und auf dem indischen Subkontinent wird von wohlhabenden Familien dominiert, die seit den ersten Tagen der Unabhängigkeit von der britischen Herrschaft an der Politik der Herrscherdynastien beteiligt sind. Diese Familien haben das politische Leben in Pakistan, Indien und Bangladesch mit Unterstützung von Großmächten wie Großbritannien und den USA beherrscht. Diese Familien betrachten die Herrschaft in diesen Ländern als ihr angestammtes Recht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die politische Szene in Pakistan von der Bhutto-Familie oder den Sharif-Brüdern dominiert wird, ebenso wie die politische Landschaft in Indien von der Gandhi-Familie und das politische Leben in Bangladesch von den Familien von Ziaur Rahman und Scheich Mujibur Rahman bestimmt wird.

Bilawals Denkweise wurde auf dieser Grundlage geformt. Was seine Teilnahme an der pakistanischen Politik betrifft, so nutzt er diese als Mittel, um das Erbe seines Großvaters mütterlicherseits, Zulfikar Ali Bhutto, dem Vater von Benazir Bhutto (Bilawals Mutter), fortzuführen. Bilawal hat mehrfach auf dieses politische Erbe hingewiesen und den Wunsch geäußert, es zu bewahren. In einer Rede bei einer Gedenkveranstaltung am Grab seiner Mutter sagte er: „Die Pakistan Peoples Party ist nicht nur eine politische Partei, sondern unser Leben.“

  1. Ausländische Mächte und ihre Geheimdienste investieren viel Zeit und Mühe auf dem indischen Subkontinent, um Mitglieder dieser politischen Dynastien heranzuzüchten und zu gewinnen, damit diese in ihrem Namen regieren. Dies ist eine der bevorzugten Methoden der Großmächte zur Ausübung von Hegemonie und Kontrolle – nämlich über politische Dynastien. Wenn die „Haltbarkeit“ eines Mitglieds dieser Familien abläuft, wenn es nutzlos wird oder wenn es sich den Wünschen seiner Herren widersetzt, lassen diese Mächte es entweder diskret in den Ruhestand treten oder liquidieren es. Was die Bhutto-Familie betrifft, so wurden Mitglieder von ihnen in den Machtkämpfen zwischen Großbritannien und den USA um die Kontrolle über die Pakistan Peoples Party (PPP) getötet oder ermordet. Daher ist es nicht überraschend zu sehen, wie Großbritannien und die USA Bilawal ermutigen und umwerben, damit er in die Fußstapfen seiner Mutter oder seines Großvaters tritt.

  2. Ein weiterer Faktor für die offizielle Ankündigung Bilawals ist die Stärkung der Pakistan Peoples Party, die durch zahlreiche Korruptionsskandale, Inkompetenz und Vetternwirtschaft massiv geschwächt wurde und an Glaubwürdigkeit verloren hat. Diese Skandale haben der Popularität Zardaris erheblich geschadet und die Fähigkeit der PPP eingeschränkt, einen effektiven Wahlkampf für die im Laufe dieses Jahres geplanten Parlamentswahlen zu führen. Daher wurde der junge Bilawal ermutigt, sich politisch zu betätigen, um die traditionellen Werte der Partei gegenüber der unzufriedenen Wählerbasis wiederzubeleben. Dies ähnelt in vielerlei Hinsicht dem, was mit Rahul Gandhi geschah, als man vor einigen Jahren versuchte, die Popularität der indischen Kongresspartei zu steigern. Man muss zudem bedenken, dass Bilawal aufgrund seines geringen Alters rechtlich nicht in der Lage ist, bei den kommenden Parlamentswahlen zu kandidieren. Daher ist seine Rolle eher symbolischer Natur und markiert den Beginn eines langen Weges der politischen Heranzüchtung.

  3. Der vielleicht wichtigste Faktor für Bilawals Ankündigung ist jedoch, dass Amerika dringend neue Gesichter braucht, die nicht durch Skandale und Korruption belastet sind, um am politischen Leben in Pakistan teilzunehmen. Die politische Klasse in Pakistan besteht aus korrupten und inkompetenten Politikern, die unfähig sind, die Interessen ihrer Wahlkreise zu vertreten. Mit dem Eintritt von Imran Khan in die politische Arena im Jahr 2011 und dem von Bilawal im Jahr 2012 versucht Amerika, dem Gefühl der Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik, das sich im Land ausgebreitet hat, entgegenzuwirken.

Fazit: Bilawals Eintritt in die politische Szene Pakistans dient dazu, einigen Kadern der Pakistan Peoples Party vor den kommenden Parlamentswahlen Auftrieb zu geben und den Prozess seiner politischen Formung zu beginnen. Dennoch steht Amerika vor enormen Hindernissen, neue Gesichter für die politische Bühne zu finden, da eine starke Antiamerikanismus-Stimmung und ein erwachendes politisches Bewusstsein unter den Menschen herrschen. Aus diesem Grund gab es amerikanische Bemühungen, die Position von Imran Khan zu stärken. Dies führte dazu, dass die Menschen in Imran Khan den „Mann Amerikas“ sehen, aufgrund der US-Unterstützung für ihn und der Tatsache, dass er von zahlreichen amerikanischen Agenten umgeben ist, um die Aufrechterhaltung der US-Hegemonie in Pakistan zu gewährleisten. Daher ist es wahrscheinlich, dass Bilawal auf die gleiche Weise wie sein Vater Zardari wahrgenommen wird, wenn nicht sogar noch negativer.

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