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Fragen & Antworten

Beantwortung einer Frage: Die Verknüpfung der Begriffe (Beziehung, Probleme) im Buch "Das Gesellschaftssystem" ist beabsichtigt und hat eine Bedeutung

February 05, 2019
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Frage:

Im Buch Das Gesellschaftssystem heißt es zum Thema Ehe auf Seite 112 der uns vorliegenden Ausgabe (S. 101 auf der offiziellen Webseite) im ersten Absatz: „Aus dem Zusammenkommen von Frauen und Männern entstehen Beziehungen, die ihre Interessen und die Interessen der Gemeinschaft betreffen, in der sie leben. Dies sind andere als die Probleme, die aus dem Zusammenkommen in der Gesellschaft zum Zweck von Kauf, Miete, Vertretung und Ähnlichem entstehen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass diese Beziehungen allein die Ehe sind...“.

Zu Beginn spricht er von Beziehungen, dann erwähnt er: „und dies sind andere als die Probleme“, dann fährt er fort: „Es könnte der Eindruck entstehen, dass diese Beziehungen...“. Warum sagte er also „und dies sind andere als die Probleme“ und nicht „und dies sind andere als die Beziehungen“, obwohl die Rede von Beziehungen ist?

Antwort:

Das System im Islam regelt zwei Dinge: Beziehungen und die daraus entstehenden Probleme. So regelt das islamische System beispielsweise die Beziehung zwischen Mann und Frau durch die Ehe. Was hingegen aus dieser Beziehung an Problemen entsteht, regelt das islamische System zum Beispiel durch die Scheidung. Die Ehe ist also keine Regelung für ein entstandenes Problem, sondern die Regelung einer Beziehung zwischen zwei Individuen: männlich und weiblich. Die Scheidung hingegen ist keine Regelung einer Beziehung, sondern eine Behandlung und Regelung eines Problems, das aufgrund der Existenz der Beziehung entstehen kann.

Ebenso wird die Beziehung des Verkaufs zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft durch den Kaufvertrag geregelt, und die aus dieser Beziehung entstehenden Probleme regelt das islamische System beispielsweise durch die Bestimmungen zur Vertragsauflösung (fasch). Somit umfasst das System zwei Dinge: die Regelung der Beziehung durch Scharia-Urteile und die Behandlung der entstehenden Probleme durch Scharia-Urteile.

Im Buch Das Gesellschaftssystem wurde darauf geachtet, diese beiden Aspekte an mehr als einer Stelle hervorzuheben, das heißt, es wurde darauf geachtet aufzuzeigen, dass das islamische System Bestimmungen enthält, die Beziehungen regeln, und Bestimmungen, die Probleme behandeln und regeln. Es ist also ein System, das alle Bereiche umfasst. Im Buch Das Gesellschaftssystem heißt es beispielsweise:

  • Seite 6-7 des Buches: „(... Darüber hinaus ist das Wort ‚gesellschaftlich‘ eine Eigenschaft des Systems. Daher muss dieses System dazu bestimmt sein, die Probleme zu regeln, die aus dem Zusammenkommen entstehen, oder die Beziehungen, die aus dem Zusammenkommen entstehen. Das Zusammenkommen von Mann mit Mann oder Frau mit Frau benötigt kein System, da daraus weder Probleme noch Beziehungen entstehen, die ein System erfordern. Vielmehr benötigt die Regelung der Interessen zwischen ihnen ein System aufgrund der Tatsache, dass sie in einem Land leben, selbst wenn sie nicht physisch zusammenkommen. Was jedoch das Zusammenkommen von Mann und Frau sowie Frau und Mann betrifft, so ist es jenes, aus dem Probleme entstehen, die eine Regelung durch ein System erfordern, und aus dem Beziehungen entstehen, die eine Regelung durch ein System erfordern. Daher war dieses Zusammenkommen am ehesten dazu geeignet, als das Gesellschaftssystem bezeichnet zu werden, da es in seiner Realität das Zusammenkommen zwischen Mann und Frau regelt sowie die Beziehungen ordnet, die aus diesem Zusammenkommen entstehen.)“ Ende.

  • Seite 100 des Buches: „(... Was jedoch die aus diesem Zusammenkommen entstehenden Beziehungen und die daraus resultierenden Probleme betrifft, so sind sie ein anderer Teil des Gesellschaftssystems, nämlich Ehe, Scheidung, Abstammung, Unterhalt und Ähnliches. Und obwohl diese Bestimmungen – die Bestimmungen über Ehe, Scheidung und Ähnliches – zu den Systemen der Gesellschaft gehören, weil sie die Beziehung von Individuum zu Individuum regeln, sind sie ihrem Ursprung nach aus dem Zusammenkommen zwischen Frau und Mann entstanden. Daher werden sie hinsichtlich ihres Ursprungs und ihrer Entstehung im Gesellschaftssystem untersucht. Was jedoch ihre Details und Verzweigungen betrifft, so sind sie Teil der Systeme der Gesellschaft und werden im Kapitel der Transaktionen (mu'amalat) behandelt.)“ Ende.

Daraus wird ersichtlich, dass die Verknüpfung der Begriffe (Beziehung, Probleme) nicht auf die Stelle beschränkt ist, auf die sich die Frage auf Seite 101 im Buch Das Gesellschaftssystem bezieht. Dies liegt an dem erwähnten Grund der Differenzierung zwischen Beziehung und Problem und daran, dass das System beide Aspekte umfasst.

Es gibt noch einen weiteren Punkt: An der betreffenden Stelle ist es passend, den Begriff „Beziehungen“ an der ersten und dritten Stelle zu nennen, da die Rede an beiden Stellen vom selben Thema handelt, nämlich von den Beziehungen zwischen Mann und Frau, die aus dem Zusammenkommen resultieren. Die zweite Stelle in der Mitte jedoch spricht über etwas anderes als diese Beziehungen; sie spricht über das, was „aus dem Zusammenkommen in der Gesellschaft zum Zweck von Kauf, Miete, Vertretung und Ähnlichem“ entsteht. Kauf, Miete, Vertretung und Ähnliches sind Beziehungen zwischen Menschen, und für das, was daraus (an Konflikten) entsteht, ist die Verwendung des Begriffs „Probleme“ passender als die Verwendung des Begriffs „Beziehungen“. Hier ist der Textabschnitt noch einmal:

„(Aus dem Zusammenkommen von Frauen und Männern entstehen Beziehungen, die ihre Interessen und die Interessen der Gemeinschaft betreffen, in der sie leben. Dies sind andere als die Probleme, die aus dem Zusammenkommen in der Gesellschaft zum Zweck von Kauf, Miete, Vertretung und Ähnlichem entstehen. Es könnte der Eindruck entstehen, dass diese Beziehungen allein die Ehe sind, doch in Wahrheit ist die Ehe nur eine davon, und sie umfassen mehr als nur die Ehe. Daher ist der geschlechtliche Kontakt nicht die einzige Erscheinungsform des Arterhaltungstriebs (gharizat an-naw'), sondern nur eine seiner Erscheinungsformen.)“ Ende.

Somit zeigt sich, dass die Verknüpfung der Begriffe (Beziehung, Probleme) beabsichtigt ist und eine Bedeutung hat und dass sie auch dem Kontext an der fraglichen Stelle entspricht. Daher ist es nicht erforderlich, den Text zu ändern oder anzupassen, da es sich um einen korrekten und konsistenten Text handelt.

Ich hoffe, dass die Angelegenheit nun klar geworden ist.

30. Dschumada al-Ula 1440 n. H. 05. Februar 2019 n. Chr.

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