Antwort auf eine Frage
Frage:
Die Menschen im Sudan erwachten heute, am 25.10.2021, zu hitzigen Bewegungen der Armee, die Verhaftungen von einigen Ministern sowie einer Reihe von Teilnehmern an der zivilen Übergangsregierung vornahm und schließlich den Premierminister Hamdok selbst festnahm... Danach hielt al-Burhan eine Fernsehansprache, in der er den Ausnahmezustand ausrief, den Souveränen Rat sowie den Ministerrat auflöste, die Gouverneure der Bundesstaaten sowie die Unterstaatssekretäre ihrer Ämter enthob und die Generaldirektoren aufforderte, die Angelegenheiten der Ministerien zu leiten... Er erklärte, dass er das Verfassungsdokument nicht annulliert habe, sondern lediglich grundlegende Artikel daraus gestrichen habe, wie es in seiner Rede hieß, und dass er den Kurs der Revolution korrigieren und nicht die Revolution beenden wolle! All dies geschah so plötzlich, als ob die zivile Komponente der Macht nichts davon gewusst hätte. Wie ist das möglich? Wird der Sudan über Jahre hinweg in einem Tauziehen verharren, in dem die Menschen Elend und Not erleiden? Vielen Dank.
Antwort:
Ich werde, mein Bruder, mit dem Letzten beginnen. Deine Aussage, es sei „so plötzlich“ geschehen, entspricht nicht der Realität. Wer die Angelegenheit seit Beginn der Beteiligung des Militärs und der Zivilisten an der Macht aufmerksam verfolgt hat, erkannte, dass diese Partnerschaft nicht von Dauer sein würde. Beide Seiten folgen zwei unterschiedlichen Lagern: Hinter al-Burhan, Hemeti und ihren Anhängern stehen die USA, während hinter Hamdok und seiner Gruppe Europa, insbesondere Großbritannien, steht. Sowohl al-Burhan als auch Hamdok arbeiten jeweils im Interesse der Seite, der sie folgen; sie sind weit davon entfernt, im Interesse der Menschen zu handeln, da die Betreuung der Angelegenheiten (Ri'ayat al-Shu'un), zu der der Islam aufruft, bei keinem von beiden auf der Agenda steht! Dies ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass eine Herrschaft von einem Kopf geführt wird und nicht von zwei Köpfen, die sich diametral gegenüberstehen! Wir haben bereits am 23.09.2019, also etwa zu Beginn der Regierungsbeteiligung beider Parteien, eine Antwort zu dieser Frage veröffentlicht, in der es über die Vereinbarung der militärischen Komponente mit der zivilen Komponente zur Machtteilung hieß: „Was zu erwarten ist, ist, dass die USA und Großbritannien nicht friedlich nebeneinander koexistieren werden. Ihre Interessen sind unterschiedlich und ihre lokalen Werkzeuge folgen ihnen. Daher wird jede der beiden Seiten daran arbeiten, die Bewegungen der anderen zu vereiteln! Aus der Beobachtung der laufenden Ereignisse, der Abwägung ihrer Zusammenhänge und der Prüfung der Erklärungen auf internationaler und lokaler Ebene – insbesondere von US-amerikanischen und europäischen Beamten – lässt sich vermuten, welche Mittel jede der beiden Parteien einsetzen wird, um ihren Gegner zu bedrängen, ihn zu überwältigen und ihn schließlich von der Macht auszuschließen...“ Dies haben wir dort bereits erwähnt. Und genau das ist tatsächlich geschehen. Um den Verlauf der Dinge zu verdeutlichen, führen wir Folgendes an:
Erstens: Die Lage im Sudan und der dortige Konflikt:
1- Der Sudan ist ein traditionsreiches islamisches Land, wird jedoch von den USA durch deren internationalen Einfluss, regionale Instrumente und – was am wichtigsten ist – durch ihre lokalen Agenten kontrolliert. Während das Regierungssystem im Sudan der US-Politik auf billige Weise dient, leiden die Menschen im Sudan unter Ungerechtigkeit, Hunger, Entbehrung und Arbeitslosigkeit. Jedes Mal, wenn sich das Volk im Sudan zu einem Aufstand oder einer Revolution erhebt, um Veränderung und den Islam zu fordern, stellen diese Herrscher Hindernisse, Barrikaden und Schreckgespenster vor sie auf, um sie daran zu hindern, ihre Ziele zu erreichen – Ziele, die die Ziele der Sudanesen und der gesamten islamischen Umma sind. Dann haben sie den Konflikt von einem Kampf der Umma gegen ihre Agenten-Herrscher in einen Kampf zwischen den US-Agenten, den (relativ) neuen Machthabern im Sudan, und den Agenten Großbritanniens, der alten Kolonialmacht des Sudans, verwandelt. Durch diese Konfliktgleichung stellen die US-Agenten sicher, dass die Umma im Sudan von der Realität des Kampfes zwischen dem Islam und den Agenten der ungläubigen Staaten ferngehalten wird.
2- Da die US-Agenten (der Militärrat) durch das sogenannte „Verfassungsdokument“ mit den Agenten der Briten und Europäer (den Führern der Kräfte für Freiheit und Wandel (FFC), deren Kern der Berufsverband, loyale Parteien und bewaffnete Bewegungen bilden) verbunden waren – jenes Dokument, das am 21. August 2019 zwischen beiden Seiten unterzeichnet wurde – war vorgesehen, dass das Militär den Souveränen Rat (Präsidialrat) für 21 Monate leitet, gefolgt von der zivilen Führung für 18 Monate, beginnend ab dem vergangenen Mai, was eine Gesamtdauer von 39 Monaten ergab. Doch nach dem am 03.10.2020 unterzeichneten Juba-Abkommen wurde die Dauer auf 53 Monate angepasst, sodass die zivile Führung im kommenden November beginnen sollte. So wird deutlich, dass das 2019 geschlossene Abkommen zwischen den Zivilisten der Kräfte für Freiheit und Wandel und dem Militärrat eine Falle war, die der Militärrat und hinter ihm die USA für diese Kräfte gestellt hatten. Dies geschah, indem der erste Vorsitz des Souveränen Rates dem Militär und der zweite den Zivilisten zugesprochen wurde. Den Kräften für Freiheit und Wandel wurde vorgegaukelt, dass ihnen der Vorsitz des Rates, also die Herrschaft über den Sudan nach den ersten 21 Monaten, übergeben würde. Wäre dies möglich gewesen, hätten die Agenten der Briten und Europäer weitreichende Änderungen in der Armeeführung und deren Finanzierung vornehmen können, was den US-Einfluss im Sudan bedroht hätte – und das lassen die USA nicht zu.
3- Was die Briten betrifft, so stehen sie offen an der Seite ihrer Agenten. („Großbritannien drückte am Mittwoch seine Bereitschaft aus, bei der Lösung der aktuellen politischen Krise im Sudan im Rahmen der Initiative seines Premierministers Abdalla Hamdok zu helfen... Hamdok traf sich am Mittwoch in Khartum mit der britischen Staatsministerin für Afrika, Vicky Ford, in Anwesenheit des britischen Gesandten für den Sudan, Robert Fairweather, und des britischen Botschafters in Khartum, Giles Lever. Ford bekräftigte die Unterstützung ihres Landes für den Übergangsprozess im Sudan und drückte ihre Besorgnis über die aktuelle politische Krise aus... Sie fügte hinzu, dass London auch über die ‚Versorgungskrise infolge der Schließung der Nationalstraße im Osten Sudans‘ besorgt sei... Ford sagte, die britische Regierung sei bereit, ‚gemeinsam mit der sudanesischen Regierung an der Lösung dieses Problems im Kontext der politischen Krise im Land zu arbeiten, im Rahmen der vom sudanesischen Premierminister angekündigten Roadmap‘. Türkische Nachrichtenagentur Anadolu, 21.10.2021). Ebenso riss der Strom europäischer Gesandter nach Khartum nicht ab, um die Regierung Hamdok zu unterstützen und zur Aufhebung der erstickenden Blockade im Osten Sudans aufzurufen, die das Volk aufgrund von Nahrungsmittel- und Treibstoffmangel sowie steigenden Preisen gegen die Regierung aufzubringen drohte.
4- Dies ist der allgemeine Rahmen, in dem sich die Ereignisse im Sudan abspielten. Daraus wird der Zustand der Abstoßung, des Konflikts und des Versuchs, den Gegner zu Fall zu bringen, deutlich, den die US-Agenten gegen die Agenten der Briten und Europäer initiiert haben. All dies diente der Vorbereitung darauf, die europäisch-orientierte zivile Komponente von der Bildfläche im Sudan zu verdrängen und der US-treuen militärischen Komponente die Alleinherrschaft im Sudan zu sichern. Zu diesen vorbereitenden Maßnahmen gehörten:
a) Der gescheiterte Militärputsch:
Der sudanesische Verteidigungsminister, Generalleutnant Yassin Ibrahim, gab am 21.09.2021 die Vereitelung eines Putschversuchs bekannt, der von Generalmajor Abdel Baki al-Hassan Othman Bakrawi zusammen mit 22 weiteren Offizieren verschiedener Ränge sowie Unteroffizieren und Soldaten angeführt wurde. Bei genauerer Betrachtung dieses Putschversuchs stellen wir fest, dass er inszeniert war. Die Bewegungen der sudanesischen Armeeeinheiten in Khartum, die der militärischen Führung (al-Burhan und Hemeti) treu ergeben sind, deuteten nicht darauf hin, dass die militärische Führung eine Gefahr verspürte. Andererseits legt der Lebenslauf des Anführers dieses Versuchs und sein Aufenthalt in Kairo nahe, dass die Armeeführung über alles, was geschah, bereits im Vorfeld im Bilde war. Der Anführer jenes Putschversuchs war während seines Militärdienstes ein Weggefährte von al-Burhan bei den Operationen in Bahr al-Jabal und ein Weggefährte von Shams al-Din Kabbashi in West-Darfur (Arabi21, 22.09.2021). Dies sind die Köpfe der militärischen Führung in der sudanesischen Armee und im Souveränen Rat. Im Jahr 2016 wurde er in den Rang eines Generalmajors befördert, also während der Ära von Präsident al-Bashir. 2018 versetzte ihn die Führung nach Khartum, was auf das große Vertrauen zwischen ihm und der militärischen Führung hindeutet. Diese militärische Führung um al-Bashir ist die heutige Führung des Souveränen Rates. Das bedeutet, dass dieser Mann den führenden US-Agenten in der Armeeführung nahestand und von ihnen geschätzt wurde. Die Vorstellung, sein Putschversuch sei echt gewesen, ist nicht haltbar. Vielmehr war es eine Angelegenheit, die zwischen ihm und der Führung eingefädelt wurde, um die Herrschaft neu zu ordnen, bevor der vermeintliche Zeitpunkt für die Übergabe des Vorsitzes im Souveränen Rat an die Zivilisten gekommen war. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass dieser Mann seine mangelnde Harmonie mit den Rapid Support Forces bekundete und 2020 beschuldigt wurde, deren Anführer Hemeti beleidigt zu haben. Zudem war dieser Mann nach Kairo gereist, um sich einer Operation zu unterziehen, bei der ein Teil seines Beines amputiert wurde, und kehrte erst etwa fünf Tage vor dem angeblichen Putschversuch nach Khartum zurück!
b) Unruhen im Osten Sudans
Um die Stimmung gegen die Regierung Hamdok bzw. die zivile Komponente im Souveränen Rat anzuheizen, begannen am 17.09.2021 Proteste im Osten Sudans im Hafen von Port Sudan, die sich schnell ausweiteten und den gesamten Osten Sudans blockierten – von den Häfen über die Ölpipelines bis hin zur Nationalstraße, die mit der Hauptstadt Khartum verbunden ist. Der gewerbliche Lkw-Verkehr kam zum Erliegen, und der Name des „Obersten Rates der Beja-Stämme“ unter dem Vorsitz von Muhammad al-Amin Turk trat hervor, der begann, der Regierung Hamdok harte und unerfüllbare Bedingungen für die Aufhebung seiner „Belagerung von Khartum und dem Rest des Sudan“ zu stellen.
Die Anzeichen dafür, dass diese weitreichende und totale Schließung inszeniert war, liegen darin, dass sie am 17.09.2021 als Protest gegen das Juba-Abkommen begann, das die Rechte Ostsudans angeblich missachtet. Dieses Abkommen wurde jedoch bereits im Oktober 2020 unterzeichnet, also fast ein Jahr zuvor, und damals gab es diese Proteste in dieser tödlichen Intensität nicht. Sie sind insofern künstlich, als sie zeitlich nicht mit der Unterzeichnung des Abkommens zusammenfielen. Dass die militärische Komponente hinter diesen Protesten stand, zeigt sich darin, dass Abdel Fattah al-Burhan sie als „politisch“ bezeichnete: („Was an Schließungen im Osten geschieht... ist eine politische Angelegenheit und muss politisch behandelt werden.“ Independent Arabia, 30.09.2021). Das bedeutet, dass die Armee sich ihrer Verantwortung zur Lösung dieser Krise entzieht, obwohl sie einen sicherheitspolitischen Charakter hat und das Leben fast des gesamten sudanesischen Volkes betrifft.
c) Die Forderung nach Auflösung der Regierung und Aussetzung der Sitzungen im Souveränen Rat
Das von der militärischen Komponente angeführte Aufheizen nahm zu, und die Forderungen nach einer Auflösung der Regierung wurden lauter. Diese Forderungen kamen nicht mehr nur von politischen Kräften und Demonstranten, sondern von der militärischen Komponente im Souveränen Rat selbst. Nach dem Einfrieren der Partnerschaftsmechanismen zwischen der zivilen und der militärischen Komponente infolge des Putschversuchs griff die militärische Komponente ihr ziviles Gegenüber an. (Das Fernsehen Asharq berichtete, dass al-Burhan gestern in einer Rede vor Militärs im Militärgebiet „Khartum Bahri“ sagte, dass jegliche Lösungen für die aktuelle politische Lage im Land nur über die „Auflösung der aktuellen Regierung“ führen könnten. Er fügte hinzu: „Es gibt keine Lösungen für die aktuelle Lage außer der Auflösung der aktuellen Regierung und der Erweiterung der Basis der politischen Parteien in der Übergangsregierung.“ Asharq Al-Awsat, 12.10.2021). Ebenso: (Die Website „Sudan Tribune“ berichtete, dass der sudanesische Premierminister Abdalla Hamdok eine Forderung des Vorsitzenden des Souveränen Rates, Abdel Fattah al-Burhan, und seines Stellvertreters, Mohamed Hamdan Daglo (Hemeti), zur Auflösung der aktuellen Regierung und zur Ernennung einer neuen Regierung abgelehnt hat. Zwei Quellen aus dem Ministerrat bestätigten, dass die Krise zwischen der militärischen und der zivilen Komponente zum ersten Punkt der Meinungsverschiedenheiten zurückgekehrt sei. Die Website zitierte mehrere Quellen, wonach der Vorsitzende des Souveränen Rates und sein Stellvertreter während eines Treffens der drei Beamten gestern zur Erörterung der politischen Krise im Land den Austausch der Regierung gefordert hatten. al-Burhan forderte zudem das Einfrieren der Aktivitäten des Komitees zur Demontage des gestürzten Regimes, lokal bekannt als Lajna Izalat al-Tamkin. Al Jazeera Net, 15.10.2021). Des Weiteren: (Hamdok beschrieb die aktuelle Krise, die sein Land durchmacht, als die schwerste Krise, mit der die Übergangsregierung nach dem Sturz des alten Regimes konfrontiert ist. Er rief alle Parteien zur Einheit auf, damit das Land nicht ins Chaos stürzt. BBC, 18.10.2021).
Angesichts dieser eskalierenden Ereignisse der letzten zwei Monate wurde deutlich, dass die militärische Komponente unter der Führung von Abdel Fattah al-Burhan und seinem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo (Hemeti) die Übergangsphase ins Ungewisse getrieben hat. (Hemeti sagte in einer Erklärung, dass „die Übergabe des Vorsitzes des Souveränen Rates an die Zivilisten verfrüht ist und derzeit nicht auf der Tagesordnung steht“. Er fügte hinzu, dass „die Darstellung dessen, was jetzt geschieht, als Folge der bevorstehenden Übergabe des Rates an die Zivilisten eine Lüge und eine Schande ist“. Arabi21, 08.10.2021).
Zweitens: Die Spaltung der Kräfte für Freiheit und Wandel:
Was die Regierung Hamdok beunruhigt, ist, dass sich die Kräfte für Freiheit und Wandel, die Hamdok als Premierminister eingesetzt haben, gespalten haben. Es traten zwei Lager hervor: Das Lager der „Gruppe des Nationalen Paktes“, das das Problem in der Regierung Hamdok sieht (Der Anführer der Kräfte für Freiheit und Wandel – Gruppe des Nationalen Paktes, Minni Arko Minnawi, sagte, dass die wahre Krise im Sudan innerhalb des Bündnisses für Freiheit und Wandel liege. Al Jazeera Net, 20.10.2021). Und ein anderes Lager, das als „Zentralrat der Kräfte für Freiheit und Wandel“ bekannt wurde und Parteien wie die Sudanesische Kongresspartei, die Nationale Umma-Partei, die Unionistische Versammlung und die Baath-Partei vertritt. Während das erste Lager einen unbefristeten Sitzstreik vor dem Ministerrat abhielt und die Auflösung der Regierung sowie den Rücktritt Hamdoks forderte – in Erinnerung an die Sitzstreiks von 2019 gegen das al-Bashir-Regime –, organisierte das zweite Lager Demonstrationen, um die Übergabe der Macht an Zivilisten gemäß dem Verfassungsdokument zu fordern.
Es blieb eine Frage offen: Haben einige Agenten der Briten und Europäer ihre Loyalität geändert? Die Rede ist insbesondere von Gibril Ibrahim, dem Anführer der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) und aktuellen Finanzminister in der Regierung Hamdok, sowie Minni Arko Minnawi, dem Gouverneur der Region Darfur. Bei der Betrachtung dieser Angelegenheit zeigt sich Folgendes:
1- Der Finanzminister Gibril Ibrahim genoss das Vertrauen des britischen Agenten Abdalla Hamdok, der ihn am 08.02.2021 in seiner neuen Regierung zum Finanzminister ernannte. Davor, Mitte 2019, verteidigte ihn die katarische Botschaft während der Krise um seine Ausweisung aus Äthiopien am 21.07.2019. Zuvor war er mit seinem Bruder Khalil, den die sudanesische Armee bei einem Luftangriff getötet hatte, einer der Gründer der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit in Darfur und ein Gegner des Anführers der al-Ganjawid-Milizen, aus denen später die Rapid Support Forces (Hemeti) in Darfur hervorgingen. Großbritannien und Europa nutzten die Kräfte, die gegen das al-Bashir-Regime in Darfur opponierten, nahmen Kontakt zu ihnen auf und knüpften Beziehungen, um das al-Bashir-Regime zu schwächen. Er hatte zudem Kontakte zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Tschad, also zu Kreisen des britischen und europäischen Einflusses. All dies macht es unwahrscheinlich, dass dieser Mann seine langjährigen Beziehungen zu den Männern der Briten und Europäer aufgibt und zur Gegenseite, den US-Agenten, überläuft.
2- Ebenso verhält es sich mit Minni Arko Minnawi. Er ist einer der Warlords in Darfur, die zwei Jahrzehnte lang gegen das al-Bashir-Regime kämpften, bevor er die Waffen niederlegte, sich mit der Macht in Khartum arrangierte und gemäß dem Abkommen von Abuja Assistent von Omar al-Bashir wurde. Zudem genoss er bis vor kurzem das Vertrauen des aktuellen Premierministers Hamdok, der ihn im vergangenen Mai nach der Unterzeichnung des Juba-Friedensabkommens zum Gouverneur von Darfur ernannte. Aufgrund seiner Stammeszugehörigkeit befindet er sich in einer historischen Feindschaft mit dem US-Agenten und stellvertretenden Vorsitzenden des Souveränen Rates (Hemeti).
3- So liegt die Vermutung nahe, dass es die britische List war, die diese beiden Männer in das Lager der US-Agenten trieb und sie vom Lager der britischen und europäischen Agenten entfernte. Sollte al-Burhan erfolgreich darin sein, Hamdok und seine Gruppe von der Macht auszuschließen und ein neues System zu bilden, hätte Großbritannien durch diese zwei Männer einen Fuß in der Tür. Dies entspräche der britischen Art von List und Tücke, um einen Anteil an der neuen Herrschaft zu sichern.
Drittens: Angesichts der Lage, in die der Sudan geraten ist, und der bösartigen Pfade, welche die US-Agenten sowie die Agenten der Briten und Europäer eingeschlagen haben – Pfade, die allesamt Blutvergießen, Ungerechtigkeit, Hunger und Krisen mit sich bringen – müssen die Menschen im Sudan ihre Angelegenheit klar erkennen. Sie müssen all diesen gescheiterten Herrschern, den Agenten Amerikas, Britanniens und Europas, den Rücken kehren, da diese das Blut des sudanesischen Volkes und dessen Ressourcen in den Dienst dieser ungläubigen Staaten stellen. Sie müssen sich entscheiden und ihre Reihen gegen all diese Agenten vereinen, ohne Unterschied zwischen der einen oder der anderen Gruppe. Sie müssen am festen Seil ihres Herrn festhalten, sich gegen all jene erheben, sie stürzen und das System errichten, mit dem ihr Herr zufrieden ist: einen islamischen Staat, ein Kalifat nach der Methode des Prophetentums. Das Volk des Sudans ist all dieses Guten würdig, welches ihr Blut schützt, ihre Reihen eint und den Einfluss der Ungläubigen aus ihrem Land vertreibt.
وَيَوْمَئِذٍ يَفْرَحُ الْمُؤْمِنُونَ * بِنَصْرِ اللَّهِ يَنْصُرُ مَنْ يَشَاءُ وَهُوَ الْعَزِيزُ الرَّحِيمُ
„Und an jenem Tage werden die Gläubigen frohlocken über die Hilfe Allahs. Er hilft, wem Er will; und Er ist der Allmächtige, der Barmherzige.“ (Sure Ar-Rum [30]: 4-5)
- Rabi' al-Awwal 1443 n. H. 25.10.2021 n. Chr.