** (Serie der Antworten des Gelehrten Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah, Amir von Hizb ut-Tahrir, auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite „Fiqhi“)**
Antwort auf eine Frage
Erläuterung des Konzepts der Fitna
An Nbiha Essam
Frage:
Mein Herr, angesichts Ihrer Worte: „Gibt es unter euch keinen rechtschaffenen Mann, der diesen Ruwaibidah (unbedeutenden Herrschern) ein Ende setzt, die Lebensweise der Ansar wiederbelebt und uns zum Sieg verhilft, um die Herrschaft des Islam zu errichten – ein Rechtgeleitetes Kalifat nach der Methode des Prophetentums...?“, möchte ich auf den prophetischen Hadith hinweisen, in dem der Gesandte (s) sagt: „Wenn ihr seht, dass die Menschen ihre Bündnisse gebrochen haben, ihre Vertrauenswürdigkeit abgenommen hat und sie so sind“, wobei er seine Finger ineinander verschränkte. Er (der Überlieferer) sagte: Da stand ich auf und fragte: „Wie soll ich mich dann verhalten, möge Gott, der Segensreiche und Erhabene, mich für dich opfern lassen?“ Er sagte: „Bleibe in deinem Haus, beherrsche deine Zunge, nimm an, was du als richtig erkennst, und lass, was du als verwerflich ablehnst. Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten und lass die Angelegenheiten der Allgemeinheit.“
Es scheint, als gäbe es einen Widerspruch zwischen dem, was der Gesandte (s) befohlen hat, und dem, wozu Sie uns aufrufen. Möge Allah Sie segnen.
Antwort:
Der Hadith, den Sie erwähnt haben, wurde in seiner Gesamtheit bei Abu Dawud in seinen Sunan wie folgt überliefert:
حَدَّثَنَا هَارُونُ بْنُ عَبْدِ اللَّهِ، حَدَّثَنَا الْفَضْلُ بْنُ دُكَيْنٍ، حَدَّثَنَا يُونُسُ بْنُ أَبِي إِسْحَاقَ، عَنْ هِلَالِ بْنِ خَبَّابٍ أَبِي الْعَلَاءِ، قَالَ: حَدَّثَنِي عِكْرِمَةُ، حَدَّثَنِي عَبْدُ اللَّهِ بْنُ عَمْرِو بْنِ الْعَاصِ، قَالَ: بَيْنَمَا نَحْنُ حَوْلَ رَسُولِ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم، إِذْ ذَكَرَ الْفِتْنَةَ، فَقَالَ: «إِذَا رَأَيْتُمُ النَّاسَ قَدْ مَرِجَتْ عُهُودُهُمْ، وَخَفَّتْ أَمَانَاتُهُمْ، وَكَانُوا هَكَذَا» وَشَبَّكَ بَيْنَ أَصَابِعِهِ، قَالَ: فَقُمْتُ إِلَيْهِ، فَقُلْتُ: كَيْفَ أَفْعَلُ عِنْدَ ذَلِكَ، جَعَلَنِي اللَّهُ فِدَاكَ؟ قَالَ: «الْزَمْ بَيْتَكَ، وَامْلِكْ عَلَيْكَ لِسَانَكَ، وَخُذْ بِمَا تَعْرِفُ، وَدَعْ مَا تُنْكِرُ، وَعَلَيْكَ بِأَمْرِ خَاصَّةِ نَفْسِكَ، وَدَعْ عَنْكَ أَمْرَ الْعَامَّةِ»
„Harun ibn Abdullah berichtete uns, al-Fadl ibn Dukayn berichtete uns, Yunus ibn Abi Ishaq berichtete uns von Hilal ibn Khabbab Abi al-Ala, der sagte: Ikrima berichtete mir, Abdullah ibn Amr ibn al-Aas berichtete mir: Während wir um den Gesandten Allahs (s) herum saßen, erwähnte er die Fitna und sagte: ‚Wenn ihr seht, dass die Menschen ihre Bündnisse gebrochen haben, ihre Vertrauenswürdigkeit abgenommen hat und sie so sind‘, und er verschränkte seine Finger. Er sagte: Da stand ich auf und fragte: ‚Wie soll ich mich dann verhalten, möge Allah mich für dich opfern lassen?‘ Er sagte: ‚Bleibe in deinem Haus, beherrsche deine Zunge, nimm an, was du als richtig erkennst, und lass, was du als verwerflich ablehnst. Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten und lass die Angelegenheiten der Allgemeinheit.‘“ Ende des Zitats.
Dieser Hadith und andere Hadithe über die verschiedenen Arten der Fitna beziehen sich auf Situationen, in denen sich Wahrheit (Haqq) und Falschheit (Batil) so vermischen, dass die Wahrheit nicht mehr erkennbar ist. Wer in eine solche Unklarheit gerät, für den ist das islamrechtliche Urteil (Hukm Schar'i), in seinem Haus zu bleiben, bis sich die Wahrheit von der Falschheit abgehoben hat. Sobald dies geschehen ist, muss er der Wahrheit folgen.
Wer über die Bedeutung und Struktur des Hadith nachdenkt, erkennt dies klar. Betrachten Sie den Ausdruck (وَكَانُوا هَكَذَا) und die Erläuterung des Überlieferers über die Geste (وَشَبَّكَ بَيْنَ أَصَابِعِهِ), was bedeutet, dass er die Finger seiner Hände ineinander verschränkte. Dies ist ein Hinweis darauf, wie die Menschen ineinandergreifen und die Angelegenheit für sie unklar wird. All dies deutet auf die Vermischung von Wahrheit und Falschheit hin, sodass sie nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind. In diesem Fall ist das Urteil – wie erwähnt – das Ausharren, bis die Wahrheit klar wird, um ihr dann zu folgen.
Das Eintreten für die Wahrheit – sei es durch das Gebieten des Guten und Verwehren des Bösen (al-Amr bi-l-Ma'ruf wa-n-Nahy 'an al-Munkar), die Unterstützung der Unterdrückten oder die ernsthafte Arbeit, die Nusrah (Unterstützung zum Sieg) von den Inhabern der Macht zu fordern, um den islamischen Staat zu errichten, falls dieser nicht existiert – ist eine Pflicht, die durch islamrechtliche Belege (Adilla Schar'iyya) geboten ist, darunter:
1. Zum Gebieten des Guten und Verwehren des Bösen:
وَلْتَكُنْ مِنْكُمْ أُمَّةٌ يَدْعُونَ إِلَى الْخَيْرِ وَيَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَيَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنْكَرِ وَأُولَئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ
„Und aus euch soll eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Unrecht verwehrt; sie sind es, denen es wohl ergeht.“ (Sure Al-Imran [3]: 104)
كُنْتُمْ خَيْرَ أُمَّةٍ أُخْرِجَتْ لِلنَّاسِ تَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَتَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنْكَرِ
„Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist. Ihr gebietet das Rechte und verwehrt das Unrecht...“ (Sure Al-Imran [3]: 110)
- Ahmad überlieferte von Abdullah ibn Amr: Ich hörte den Gesandten Allahs (s) sagen: „Wenn du siehst, dass meine Umma sich davor fürchtet, zum Ungerechten zu sagen: ‚Du bist ein Ungerechter‘, so wurde von ihnen Abschied genommen.“ Abu Dawud überlieferte, dass Abu Bakr nach dem Lobpreis Allahs sagte: Und wir hörten den Propheten (s) sagen: „Wenn die Menschen den Ungerechten sehen und ihm nicht in den Arm fallen, so ist es nahe, dass Allah sie alle mit einer Strafe von Sich ereilt.“ At-Tirmidhi überlieferte von Hudhaifa (r), dass der Prophet (s) sagte: „Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele liegt, ihr werdet ganz gewiss das Rechte gebieten und das Unrecht verwehren, oder Allah wird euch bald eine Strafe von Sich schicken, dann werdet ihr Ihn anrufen, doch Er wird euch nicht antworten.“ Ebenso überlieferten at-Tirmidhi und Abu Dawud von Ibn Mas'ud (r), dass der Gesandte Allahs (s) sagte: „Nein, bei Allah, ihr werdet gewiss das Rechte gebieten und das Unrecht verwehren, und ihr werdet dem Ungerechten in den Arm fallen, und ihr werdet ihn mit Nachdruck zur Wahrheit führen und ihn auf die Wahrheit beschränken, oder Allah wird eure Herzen gegeneinander schlagen lassen und euch dann verfluchen, wie Er jene verflucht hat.“ Abu Dawud und at-Tirmidhi überlieferten von Abu Sa'id al-Khudri (r), dass der Prophet (s) sagte: „Der beste Dschihad ist ein Wort der Gerechtigkeit vor einem tyrannischen Herrscher.“ An-Nasa'i überlieferte von Tariq ibn Schihab al-Badschali al-Ahmasi (r): Ein Mann fragte den Propheten (s), während er seinen Fuß in den Steigbügel setzte: „Welcher Dschihad ist der beste?“ Er sagte: „Ein Wort der Wahrheit vor einem tyrannischen Herrscher.“
2. Zur Unterstützung der Unterdrückten:
وَإِنِ اسْتَنْصَرُوكُمْ فِي الدِّينِ فَعَلَيْكُمُ النَّصْرُ
„Wenn sie euch aber um der Religion willen um Hilfe bitten, dann obliegt euch die Hilfeleistung...“ (Sure Al-Anfal [8]: 72)
- Al-Bukhari überlieferte in seinem Sahih von Abdullah ibn Umar (r), dass der Gesandte Allahs (s) sagte: „Der Muslim ist des Muslims Bruder; er fügt ihm kein Unrecht zu und liefert ihn nicht aus... Und wer einem Muslim eine Not lindert, dem wird Allah eine Not von den Nöten am Tage der Auferstehung lindern.“ Ebenso überlieferte er von Anas (r), dass der Gesandte Allahs (s) sagte: „Hilf deinem Bruder, ob er Unrecht begeht oder ob ihm Unrecht zugefügt wird!“ Sie sagten: „O Gesandter Allahs, wir helfen ihm, wenn ihm Unrecht zugefügt wird, aber wie helfen wir ihm, wenn er selbst Unrecht begeht?“ Er sagte: „Indem du ihn davon abhälst.“ Er überlieferte auch von al-Bara' ibn 'Azib (r), der sagte: „Der Prophet (s) befahl uns sieben Dinge, ... (darunter) die Unterstützung des Unterdrückten.“
3. Zur Forderung der Nusrah von den Inhabern der Macht zur Errichtung des islamischen Staates:
Ibn Hischam berichtete in der Sira: „Ibn Ishaq sagte: ... Der Gesandte Allahs (s) präsentierte sich während der Pilgerzeiten den arabischen Stämmen, rief sie zu Allah auf und informierte sie, dass er ein gesandter Prophet sei, und er bat sie, ihm Glauben zu schenken und ihn zu schützen, bis er ihnen das verdeutlicht habe, womit Allah ihn gesandt hat.“ Ende des Zitats.
Abu al-Fath Fath ad-Din überlieferte in Uyun al-Athar: „Qasim ibn Thabit erwähnte ... von Ali ibn Abi Talib über den Auszug von ihm und Abu Bakr zusammen mit dem Gesandten Allahs (s) ... Abu Bakr fragte: ‚Von welchem Volk seid ihr?‘ Sie antworteten: ‚Vom Stamme Schaiban ibn Tha'laba.‘ Da wandte sich Abu Bakr zum Gesandten Allahs (s) und sagte: ‚Mögen mein Vater und meine Mutter für dich geopfert sein! Dies sind die Vornehmsten ihres Volkes. Unter ihnen sind Mafruq ibn Amr, Hani ibn Qabisa, Muthanna ibn Haritha und an-Nu'man ibn Scharik...‘ Abu Bakr fragte:
Ist die Nachricht zu euch gelangt, dass er der Gesandte Allahs ist? Hier ist er. Mafruq sagte: ‚Es ist uns zu Ohren gekommen, dass er dies behauptet. Wozu rufst du auf, o Bruder der Quraisch?‘ Da trat der Gesandte Allahs (s) vor und sagte: ‚Ich rufe dazu auf, zu bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt, Er allein, Er hat keinen Partner, und dass ich der Gesandte Allahs bin, und dass ihr mir Zuflucht gewährt und mir zum Sieg verhelft (Nusrah)...‘ Da sprach Hani... und es schien, als wollte er Muthanna ibn Haritha am Gespräch beteiligen und sagte: ‚Dies ist Muthanna ibn Haritha, unser Ältester und unser Heerführer.‘ Muthanna sagte: ‚Ich habe deine Worte gehört, o Bruder der Quraisch... Wir haben uns jedoch zwischen den beiden Flüssen as-Sarayyay al-Yamama und as-Samama niedergelassen.‘ Der Gesandte Allahs (s) fragte: ‚Was sind diese beiden?‘ Er sagte: ‚Die Flüsse von Chosrau und die Gewässer der Araber... Wir haben Chosrau gegenüber ein Versprechen abgegeben, dass wir nichts Neues einführen und niemanden aufnehmen, der etwas Neues einführt... Wenn du möchtest, dass wir dir Zuflucht gewähren und dir zum Sieg verhelfen in dem Gebiet, das an die Gewässer der Araber grenzt, so tun wir das.‘ Da sagte der Gesandte Allahs (s): ‚Ihr habt keine schlechte Antwort gegeben, da ihr die Wahrheit offen ausgesprochen habt. Doch wahrlich, der Religion Allahs wird nur derjenige zum Sieg verhelfen, der sie von allen Seiten her schützt...‘“ Ende des Zitats.
So forderte der Gesandte Allahs (s) die Nusrah (Unterstützung zum Sieg) von den mächtigen Stämmen, damit sie den Islam annahmen und ihn unterstützten, um die Herrschaft Allahs unter ihnen zu errichten. Sie folgten seinem Ruf nicht, bis Allah es wollte... Da sandte der Gesandte (s) Mus'ab nach Medina, woraufhin die Ansar antworteten und dem Gesandten (s) den zweiten Treueid von Aqaba leisteten. Dann wanderte der Gesandte (s) nach Medina aus und errichtete dort den Staat...
Ibn Hischam berichtete in der Sira: (Ibn Ishaq sagte: Dann kehrte Mus'ab ibn Umair nach Mekka zurück. Es zogen jene von den Ansar aus, die Muslime geworden waren, zur Pilgerzeit mit den Götzendienern ihres Volkes, bis sie in Mekka ankammen. Sie verabredeten sich mit dem Gesandten Allahs (s) bei der Aqaba in der Mitte der Taschriq-Tage, als Allah für sie Seine Ehre und den Sieg für Seinen Propheten sowie die Stärkung des Islam und seiner Anhänger und die Erniedrigung des Schirks und seiner Anhänger wollte... Er sagte: Wir zogen aus und fragten nach dem Gesandten Allahs (s)... Wir betraten die Moschee, und da saß al-Abbas, und der Gesandte Allahs (s) saß bei ihm. Wir grüßten und setzten uns zu ihm... Ka'b sagte: Dann vollzogen wir die Pilgerfahrt und trafen den Gesandten Allahs (s) bei der Aqaba in der Mitte der Taschriq-Tage. Nachdem wir die Pilgerfahrt beendet hatten, war es die Nacht, die wir mit dem Gesandten Allahs (s) vereinbart hatten... Wir schliefen in jener Nacht bei unserem Volk in unseren Lagern. Als ein Drittel der Nacht vergangen war, schlichen wir uns heimlich aus unseren Lagern zu unserem Treffpunkt mit dem Gesandten Allahs (s), wie Sandhühner schleichend und uns verbergend, bis wir uns in der Schlucht bei der Aqaba versammelten. Wir waren dreiundsiebzig Männer und zwei Frauen: Nusaiba bint Ka'b ... und Asma bint Amr ...
Er sagte: Da sprach der Gesandte Allahs (s), rezitierte den Koran, rief zu Allah auf und weckte das Interesse am Islam. Dann sagte er: Ich nehme von euch den Treueid an, dass ihr mich vor dem schützt, wovor ihr eure Frauen und Söhne schützt. Da nahm al-Bara' ibn Ma'rur seine Hand und sagte: ‚Ja, bei Dem, der dich mit der Wahrheit als Propheten gesandt hat, wir werden dich gewiss vor dem schützen, wovor wir unsere Familien schützen. Nimm unseren Treueid an, o Gesandter Allahs, denn wir sind – bei Allah – Söhne des Krieges und Leute der Rüstung, wir haben dies von Generation zu Generation geerbt...‘ Dann sagte der Gesandte Allahs (s): ‚... Ich bin von euch und ihr seid von mir. Ich bekämpfe, wen ihr bekämpft, und ich schließe Frieden mit jenen, mit denen ihr Frieden schließt...‘
Sie sagten: ‚... Was erhalten wir dafür, o Gesandter Allahs, wenn wir dies erfüllen?‘ Er sagte: ‚Das Paradies.‘ Sie sagten: ‚Strecke deine Hand aus!‘ Er streckte seine Hand aus und sie leisteten ihm den Treueid.
Er sagte: Dann sprach der Gesandte Allahs (s): ‚Geht zurück in eure Lager.‘ Da sagte al-Abbas ibn Ubada ibn Nadlah zu ihm: ‚Bei Dem, der dich mit der Wahrheit gesandt hat: Wenn du willst, werden wir morgen mit unseren Schwertern über die Leute von Mina herfallen!‘ Der Gesandte Allahs (s) antwortete: ‚Dies wurde uns nicht befohlen, sondern kehrt zurück in eure Lager.‘)
Al-Baihaqi überlieferte in Dala'il an-Nubuwwa: (Al-Hasan ibn Muhammad ibn Ishaq berichtete uns ... von Ibn az-Zubair: Muhammad ibn Muslim berichtete ihm, dass Jabir ibn Abdullah al-Ansari sagte: ... Er verabredete sich mit uns in der Schlucht der Aqaba. Wir versammelten uns dort, Mann für Mann, bis wir vollzählig waren. Wir fragten: „O Gesandter Allahs! Worauf sollen wir dir den Treueid leisten?“ Er sagte: „Leistet mir den Treueid auf das Hören und Gehorchen in Zeiten der Tatkraft und der Trägheit, auf das Spenden in Zeiten der Not und des Wohlstands, auf das Gebieten des Guten und Verwehren des Bösen, und darauf, dass ihr für Allah sprecht und euch dabei nicht der Tadel eines Tadelnden trifft, und darauf, dass ihr mir zum Sieg verhelft, wenn ich zu euch nach Yathrib komme, und mich vor dem schützt, wovor ihr euch selbst, eure Ehefrauen und eure Kinder schützt; und für euch ist das Paradies...“ Da standen wir auf und leisteten ihm den Treueid, Mann für Mann. Er nahm von uns seine Bedingung an und gab uns dafür das Paradies...) Ende des Zitats.
All diese Belege und weitere ähnliche machen das Ausharren unzulässig. Untätigkeit ist nur in Zeiten der Fitna erlaubt, wenn man Wahrheit nicht von Falschheit unterscheiden kann. Wenn man sie jedoch erkennt, ist es Pflicht, die Wahrheit auszusprechen, das Gute zu gebieten, das Böse zu verwehren, den Unterdrückten beizustehen und die Nusrah der Inhaber der Macht zu fordern, um den islamischen Staat, das „Rechtgeleitete Kalifat“, auf dem schariitischen Weg zu errichten, falls dieses nicht existiert. Dies ist eine Pflicht, und die Untätigkeit dabei ist eine gewaltige Sünde. Würden die Muslime, insbesondere die Rechtschaffenen, davon absehen, der offenkundigen Wahrheit zum Sieg zu verhelfen, und in ihren Häusern bleiben, würde das Unheil überhandnehmen, die Unterdrücker und die Verlogenen würden an Macht gewinnen und über die Hälse der Diener Allahs herrschen. Zudem widerspräche das Ausharren in diesem Fall den islamrechtlichen Texten, die – wie oben dargelegt – die Unterstützung der Wahrheit vorschreiben.
Dies ist die Bedeutung des edlen Hadith, nach dem Sie gefragt haben. Er bezieht sich auf die Fitna, wenn die Wahrheit nicht von der Falschheit zu unterscheiden ist. Wie weit entfernt ist dies, o ehrenwerter Fragesteller, von unseren Worten: „Wir wenden uns an die Armeen der Muslime: Gibt es unter euch keinen rechtschaffenen Mann, der den Herrschern ihren Verrat gegenüber Allah, Seinem Gesandten und den Gläubigen verwehrt...? Gibt es unter euch keinen rechtschaffenen Mann, der um seine Religion und seine Ehre besorgt ist und den Feinden Allahs entgegentritt, indem er ihre Seile und Stöcke zerschneidet...? Gibt es unter euch keinen rechtschaffenen Mann, der diesen Ruwaibidah ein Ende setzt, die Lebensweise der Ansar wiederbelebt und uns zum Sieg verhilft, um die Herrschaft des Islam zu errichten – ein Rechtgeleitetes Kalifat nach der Methode des Prophetentums...?“ In diesem Fall ist die Wahrheit klar und deutlich. Es ist ein Aufruf, der Religion Allahs zum Sieg zu verhelfen, Seine Herrschaft zu errichten, die Wurzeln der Kafirun abzuschneiden und den Verrat an Allah, Seinem Gesandten und den Gläubigen anzuprangern. Es ist kein Aufruf zur Fitna und keine Teilnahme an einer Fitna, sondern ein Aufruf zur offenkundigen Wahrheit, über die keine zwei Menschen uneinig sind. Wo liegt hier also der Widerspruch zum Hadith des Gesandten Allahs (s)...! Kann der Aufruf an die Muslime, am Buch Allahs (swt) und der Sunna Seines Gesandten (s) festzuhalten, den Unterdrückern und Kafirun Einhalt zu gebieten und dem Ruf zur Unterstützung der Religion zu folgen, etwa im Widerspruch zu dem stehen, was im Hadith des Propheten (s) überliefert wurde?!
Denken Sie über diese Angelegenheit nach, möge Allah Ihnen gnädig sein. Möge Allah uns alle zu dem führen, was den Islam und die Muslime ehrt.
Ihr Bruder Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah