سلسلة أجوبة العالم الجليل عطاء بن خليل أبو الرشتة أمير حزب التحرير على أسئلة رواد صفحته على الفيسبوك "سياسي"
An Mais Bader
Frage:
Assalamu Alaikum wa Rahmatullahi wa Barakatuh. Mein geehrter Sheikh, möge Allah Sie schützen und bewahren. Die Frage: Warum haben die Vereinigten Staaten von Amerika dem Iran diesen relativ rasch ansteigenden Zuwachs an vielfältigen militärischen Fähigkeiten erlaubt, sodass er zu einem der wichtigsten Staaten in der Region wurde, was die Einflussnahme auf den Lauf der Ereignisse im Irak, in Syrien, am Golf und in der gesamten Krisenregion betrifft? Und was ist die Politik der Amerikaner zur Eindämmung dieser „unkontrollierten“ Rolle? Möge Allah Sie mit Gutem belohnen.
Antwort:
Die Behauptung, der Iran spiele eine „unkontrollierte“ Rolle in der Region, ist unzutreffend. Der Iran geht in allen regionalen Fragen im Gleichschritt mit den USA. Er ist ein zentraler Staat in der US-Politik für die Region, auf den sich die USA im Irak, in Syrien, im Jemen, in Afghanistan, im Libanon und anderswo verlassen. Wer das Handeln des Irans genau betrachtet, wird dies deutlich erkennen. Mehrere iranische Führungspersönlichkeiten erklärten bereits, dass die Zusammenarbeit des Irans mit den USA es diesen erst ermöglicht habe, Afghanistan und den Irak zu besetzen – und so verhält es sich auch in anderen Fragen.
Wir haben am 14. Schawwal 1434 n. H. (21.08.2013 n. Chr.) eine Antwort auf eine Frage mit dem Titel „Die Realität des Irans in Bezug auf die US-Politik“ veröffentlicht. Darin haben wir die Realität der Beziehung des Irans zu Amerika und seine Zusammenarbeit in regionalen Fragen detailliert dargelegt. Sie können darauf zurückgreifen, um die Einzelheiten zu erfahren. Ich zitiere Ihnen daraus Folgendes:
(– Alle politischen Handlungen des Irans in der Region stehen in Einklang und Harmonie mit den amerikanischen Projekten:
– Im Libanon gründete er eine Partei aus den Anhängern seiner Denkschule (Madhhab) und bewaffnete sie, sodass sie dort zu einer privaten Armee wurde, die von der libanesischen Armee getrennt ist. Das libanesische Regime erkannte diese Partei und ihre Waffen an, obwohl das libanesische Regime ein säkulares System ist, das der US-Politik folgt. Das libanesische Regime erlaubte keiner anderen Partei das Tragen von Waffen bzw. erkannte deren Bewaffnung nicht an. Die Partei des Irans im Libanon unterstützte das mit den USA verbundene syrische Regime, so wie der Iran es tat. Amerika hinderte das libanesische Regime nicht daran, der Partei des Irans die Einmischung in Syrien zu erlauben, um das dortige säkulare Regime von Baschar al-Assad zu stützen. Vielmehr gab es eine stillschweigende amerikanische Zustimmung zur Intervention dieser Partei in Syrien, ohne dass die libanesische Armee ihr entgegentrat.
– Als Amerika den Irak besetzte, stieß es auf einen Widerstand, den es nicht erwartet hatte. Daher holte es den Iran in den Irak, damit dieser durch seinen Einfluss auf die Anhänger seiner Denkschule half, diese zu beeinflussen und sie von Aktionen gegen die Besatzung abzuhalten. Vielmehr sollten sie sich gegen den Widerstand stellen, ihm entgegentreten und der Besatzung sowie dem von ihr installierten System Legitimität verleihen. Dies geschah insbesondere nach 2005, als Amerika der Koalition der pro-iranischen Parteien erlaubte, unter der Führung von Ibrahim al-Dschafari und später al-Maliki an die Macht zu kommen. Diese Regierungen wurden von Amerika ins Leben gerufen und sind an es gebunden. Die von Iran unterstützte al-Maliki-Regierung unterzeichnete Sicherheits- und Strategieabkommen mit Amerika, um dessen Einfluss nach dem offiziellen Ende der Besatzung des Iraks zu bewahren. Dies deutet auf die amerikanische Zufriedenheit mit der iranischen Rolle hin, deren Verantwortliche die Zusammenarbeit mit Amerika bei der Besetzung des Iraks und bei der Sicherung der Stabilität für den US-Einfluss im Irak zugaben. Der Iran eröffnete unmittelbar nach der Besetzung eine Botschaft im Irak. Sobald al-Dschafari gewählt wurde, besuchte der damalige iranische Außenminister Kamal Charrazi im Jahr 2005 Bagdad, also auf dem Höhepunkt der Besatzung. Beide Seiten verurteilten die Widerstandshandlungen gegen die Besatzung unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung im Irak. Al-Dschafaris Besuch im Iran und die Unterzeichnung zahlreicher Abkommen, darunter ein Geheimdienstabkommen zur Herstellung von Sicherheit, zur Überwachung der Grenzübergänge, zur Anbindung Basras an das iranische Stromnetz und zum Bau einer Öl-Pipeline zwischen Basra und Abadan...
– Was die Beziehung des Irans zum syrischen Regime betrifft, so ist diese alt und besteht seit dem Ausbruch des ersten Aufstands Anfang der 1980er Jahre. Damals unterstützte er das syrische Regime bei der Unterdrückung der syrischen Muslime, um es innerhalb des amerikanischen Projekts zu erhalten, welches das Regime unter der Führung seiner Agenten, der Familie al-Assad, stützt. Der Iran weiß, dass es ein säkulares, baathistisches und nationalistisches Regime ist, ein Ebenbild des Saddam-Regimes, das er bekämpfte, und dass es keinerlei Bezug zum Islam hat. Vielmehr bekämpft es den Islam und seine Anhänger. Er ist sich bewusst, dass es an Amerika gebunden ist. Er übernahm nicht die Verteidigung der Rechte der Muslime, sondern tat das Gegenteil: Er bekämpfte sie und unterstützte ein kriminelles Kuffar-Regime und tut dies bis heute. Das iranische Regime pflegt enge Beziehungen zur syrischen Führung, die militärische, wirtschaftliche und politische Bereiche umfassen. Der Iran lieferte massiv Waffen zur Unterstützung des Assad-Regimes und versorgte es mit Öl und Gas zu vergünstigten Preisen, da Syrien keine eigenen Energiereserven hat. Die politischen Beziehungen sind besonders in der iranischen Intervention während des syrischen Aufstands erkennbar, als das Assad-Regime kurz vor dem Zusammenbruch stand. Ohne die iranische Intervention durch die Entsendung von Revolutionsgarden, Kräften der Partei des Irans und den iran-treuen Milizen al-Malikis wäre Baschar und sein Regime zusammengebrochen. Die Massaker in al-Qusair, Homs und die Chemiewaffen-Massaker in der Ghuta sind Zeugen dieser Intervention.
– In Afghanistan unterstützte der Iran die US-Besatzung, die von ihr ausgearbeitete Verfassung und die von ihr gebildete Regierung unter Karzai im Dienste Amerikas. Der Iran sicherte den Norden des Landes ab, als Amerika daran scheiterte, die Taliban zu besiegen. Der ehemalige iranische Präsident Rafsandschani erklärte: „Hätten unsere Kräfte nicht beim Kampf gegen die Taliban geholfen, wären die Amerikaner im afghanischen Sumpf versunken“ (Asharq al-Awsat, 09.02.2002). Mohammad Ali Abtahi, ehemaliger iranischer Vizepräsident für Rechts- und Parlamentsangelegenheiten, sagte auf einer Konferenz in Abu Dhabi am Abend des 13.01.2004: „Ohne die iranische Zusammenarbeit wären Kabul und Bagdad nicht so leicht gefallen. Aber wir erhielten als Belohnung die Einstufung in die Achse des Bösen!“ (Islam Online, 13.01.2004). Präsident Ahmadinedschad wiederholte Ähnliches während seines Besuchs in New York zur UN-Vollversammlung in einem Interview mit der New York Times am 26.09.2008: „Der Iran hat den Vereinigten Staaten in Bezug auf Afghanistan geholfen. Das Ergebnis dieser Hilfe waren direkte Drohungen des US-Präsidenten mit einem Militärschlag gegen uns. Ebenso hat unser Land Amerika geholfen, Ruhe und Stabilität im Irak wiederherzustellen.“ Ende des Zitats.)
All das Vorgenannte wird durch den Ausgang der Atomverhandlungen und das Beharren Amerikas auf dem Abschluss dieses Dossiers bestätigt, um die offiziellen Beziehungen zum Iran zu verbessern. Ziel ist es, die Rolle auszuführen, die Amerika für den Iran in der Region unter dem Vorwand „gemeinsamer Interessen“ vorgesehen hat – und das nun offen, ohne den Schleier wie in der Vergangenheit! Der US-Präsident hielt eine Rede vor dem Weißen Haus zum jüngsten Atomabkommen mit dem Iran, in der er das Abkommen als „gut“ bezeichnete, das „unsere grundlegenden Ziele erfüllt“. Er sagte: „Gegenüber dem iranischen Volk sind wir bereit, zum Wohle des gemeinsamen Interesses zusammenzuarbeiten“ (Radio Sawa, 02.04.2015). In den Äußerungen des US-Präsidenten ist klar ersichtlich, dass er mit dem Iran unter dem Namen des gemeinsamen Interesses zusammenarbeiten will. Und welches gemeinsame Interesse gibt es mit dem „Großen Satan“, außer der Verwirklichung amerikanischer Projekte in der Region?!
Hinzu kommen die harmonisch abgestimmten Pläne zwischen Amerika, dem Iran und den Huthi-Rebellen bei den Ereignissen im Jemen! Was die Beziehung der Huthis zum Iran betrifft, so bedarf sie keines Beweises, da sie weltbekannt ist. Was die Unterstützung der USA für die Huthis betrifft, so erkennt dies jeder, der über Einsicht verfügt. Amerika agiert im Jemen mit seiner bekannten Arroganz, d. h. mit Waffengewalt und Brutalität. Die Huthis besetzten Sanaa und andere Gebiete, verhafteten und töteten Menschen unter dem Vorwand der „Volksrevolution und der Volkskomitees“. Amerika unterstützte diese Bewegungen der Huthis politisch und sicherheitstechnisch: Politisch betrachtet Amerika die Huthis nicht als Terroristen wie die Al-Qaida, sondern als politische Bewegung. Der US-Botschafter Matthew Tueller sagte in seiner Pressekonferenz am 18.09.2014: „Wir unterscheiden zwischen jenen Gruppen, die am politischen Prozess teilgenommen haben. Die Huthi-Bewegung nahm an der nationalen Dialogkonferenz teil, was zu vielen positiven Ergebnissen führte, und sie haben politische Positionen und legitime Ambitionen... Daher unterstützen wir den Huthi und seine Bewegung darin, dieselben Praktiken anzuwenden wie politische Gruppen und Parteien“ (Muraqibun Press). Sicherheitstechnisch: Als die Huthis in Sanaa einmarschierten, leisteten Armee und Polizei Widerstand, wobei am 09.09.2014 sieben Huthis getötet wurden. Die Waagschale neigte sich zugunsten von Hadi, doch Amerika beeilte sich, Benomar, den UN-Gesandten (oder in Wahrheit den US-Gesandten), zu schicken. Dieser setzte Hadi unter Druck, hielt die Angelegenheit durch den Aufruf zu Verhandlungen in der Schwebe und gab den Huthis grünes Licht für eine Eskalation während der Verhandlungen, unterstützt durch den amerikanischen Druck auf Hadi in Person von Benomar.
Die jüngsten Ereignisse bestätigen diese Unterstützung. Ich zitiere Ihnen einiges aus der Antwort auf die Frage vom 27.03.2015 zu dieser Angelegenheit: (...Amerika hat die Huthis über den Iran mit verschiedenen Arten von Waffen und Ausrüstung versorgt, damit sie den Jemen mit Gewalt dominieren können, da es erkennt, dass das politische Umfeld dort größtenteils aus Geschöpfen der Briten besteht... So dachten die Huthis, sie hätten die Kraft, die Vorherrschaft über den Jemen zu erlangen. Sie belagerten den Präsidenten, um von ihm durch Gesetze das zu bekommen, was sie wollten. Er stimmte erst zu und zögerte dann die Umsetzung hinaus, bis sie ihn unter Hausarrest stellten. Er entkam ihnen nach Aden, sie verfolgten ihn, und er entkam ihnen erneut... Amerika erkannte, dass seine Anhänger, die Huthis, in einer Zwickmühle steckten. Sie hatten sich im Land ausgebreitet, konnten aber weder die Herrschaft sichern noch zu ihrer ursprünglichen Stärke in ihrem Geburtsort zurückkehren. Daher sah Amerika vor, sie durch eine begrenzte Militäraktion zu retten, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Sie als Angegriffene darzustellen, nachdem sich in den Köpfen der Menschen ihre eigene Aggression festgesetzt hatte, und eine Atmosphäre von Verhandlungsdruck zu schaffen, um wie üblich eine Kompromisslösung zu erzielen, wenn sie etwas nicht allein erreichen kann... Dies wurde durch die Verfolgung der Geschehnisse deutlich. Saudi-Arabien beriet sich vor der Militäraktion mit Amerika. Diejenigen, die die aktive militärische Rolle ausführen, sind Agenten Amerikas, insbesondere Salman, der König von Saudi-Arabien, und Sisi, der ägyptische Präsident. Die restlichen Golfstaaten, Jordanien und Marokko nehmen eher eine politische Rolle ein, nach britischer Gewohnheit, Amerika zu folgen, um im Bild zu bleiben und einen Anteil an den geplanten Verhandlungen zu haben und den Kuchen des Einflusses aufzuteilen... Obwohl militärischer Druck manchmal erfolgreich Türen für Verhandlungen öffnet, scheitert er auch manchmal, sodass die Dinge erneut in Unordnung geraten und der Jemen, der einst glücklich war, unter dem Feuer leidet... an jenem Tag, als noch keine Agenten und kolonialistischen Kuffar seinen reinen Boden betraten.) Ende des Zitats.
Bei Betrachtung der Geschehnisse und ihrer Ergebnisse wird deutlich, dass Amerika der Kontrolleur der Abläufe war. Die Angriffe Saudi-Arabiens konzentrierten sich auf Waffen, die von Muslimen bezahlt wurden, und die meisten Opfer waren Zivilisten und nur wenige Huthis... Der Iran griff nicht ein, sondern beobachtete aus der Ferne, obwohl die Rufe wegen des Sturms der Entschlossenheit laut wurden, der auf die Köpfe der Huthis niederging!
Dies zeigt, dass der Maestro der Bewegungen den Takt angibt, um zu Lösungen zu gelangen, welche die Huthis retten und nicht vernichten, und ihnen einen bedeutenden Anteil geben, statt sie auszuschließen... Saudi-Arabien ist sich dessen bewusst und führt seinen Sturm der Entschlossenheit und seine Hoffnung gemäß diesem Takt aus... Auch der Iran ist sich dessen bewusst und beobachtet ohne militärisches Eingreifen gemäß diesem Takt...! Er stimmte sogar der Inspektion seiner Schiffe zu, die Hilfsgüter für den Jemen geladen hatten, bevor sie die jemenitischen Häfen erreichten, weil Amerika dies wollte – und der Iran beugte sich...! So wie Saudi-Arabien in seiner „Entschlossenheit“ und „Hoffnung“ gemäß den amerikanischen Anweisungen diszipliniert ist, so ist es auch der Iran. Beide erkennen den Zweck dieser hitzigen Aktionen, den wir erläutert haben. Und nun bewegen sie sich auf eine hitzige Beruhigung zu, die den kalten Lösungen vorausgeht!
- Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Iran nicht aus der US-Politik „ausbricht“, sondern nicht von ihr abweicht – und all dies unter dem Vorwand des gemeinsamen Interesses mit dem Großen Satan!
Ihr Bruder Ata bin Khalil Abu al-Rashta
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