Serie der Antworten des ehrwürdigen Gelehrten Ata Bin Khalil Abu Al-Rashta, Emir von Hizb ut-Tahrir, auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite „Fقهي“ (Fikhi)
An Abdul Rahman Al-Zayoud
Frage:
Unser geehrter Bruder und Emir, möge Allah Sie bewahren und beschützen, Sie mit den aufrichtigen und starken Gläubigen unterstützen, Ihnen bei Ihrer schweren Last beistehen und uns bald mit Ihnen zusammenbringen, damit wir Ihnen unsere Hände zum Treueschwur (bai'ah) auf Hören und Gehorsam in guten wie in schweren Zeiten reichen können.
Assalamu Alaikum wa Rahmatullahi wa Barakatuh,
während ich das Buch As-Sakhsiyyah al-Islamiyyah (Die islamische Persönlichkeit), Teil 3, zum Thema „Das Verb“ (al-fi'l) auf Seite 168 der elektronischen Version vorbereitete, stieß ich auf folgenden Text: „Was den Imperativ (fi'l al-amr) betrifft, so ist es das, woraus der Buchstabe der Gegenwartsform (harf al-mudara'ah) entfernt wurde, und sonst nichts.“
Die Frage lautet: Wenn beim Präsensverb يفعل der Buchstabe der Gegenwartsform entfernt wird, wird es dann nicht zu فعل und somit zu einem Präteritum (fi'l madin)? Also kein Imperativ.
Gibt es in unserem Text einen Druckfehler? Möge Allah Sie segnen und Sie weiterhin in Seiner Obhut bewahren.
Antwort:
Wa Alaikum assalam wa Rahmatullahi wa Barakatuh,
möge Allah dich für deine gütigen Gebete segnen. Ich bitte Allah (t), uns und dir Erfolg und Rechtleitung zu gewähren.
Die Aussage im Buch As-Sakhsiyyah al-Islamiyyah, Teil 3, über den Imperativ: „Was den Imperativ (fi'l al-amr) betrifft, so ist es das, woraus der Buchstabe der Gegenwartsform (harf al-mudara'ah) entfernt wurde, und sonst nichts“, findet sich in den Büchern der Usul (Rechtsgrundlagen). So heißt es beispielsweise in Al-Ihkam fi Usul al-Ahkam von Al-Amidi (1/58):
„Das Verb ist das, was auf ein Ereignis hinweist, das mit einer bestimmten Zeitspanne verbunden ist. Das Ereignis ist der Masdar (Infinitiv), welcher der Name des Verbs ist. Die bestimmten Zeitspannen sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es unterteilt sich entsprechend der Zeitunterteilung: Die Vergangenheit (al-madi) ist wie قام und قعد.
Gegenwart und Zukunft sind im Wortlaut identisch und werden als al-mudari' bezeichnet. Es ist das, an dessen Anfang einer der vier Zusatzbuchstaben steht, nämlich: Hamza, Ta, Nun und Ya, wie in deinen Aussagen: أقوم, تقوم, نقوم und يقوم. Die Unterscheidung der Zukunft von der Gegenwart erfolgt durch das Voranstellen von السين oder سوف, wie in: سيقوم und سوف يقوم. Was den Imperativ (fi'l al-amr) betrifft, so ist es das, woraus der Buchstabe der Gegenwartsform (harf al-mudara'ah) entfernt wurde, und sonst nichts, wie deine Aussage bei يقوم zu قم und Ähnliches.“ (Ende des Zitats)
Ebenso heißt es in der Erläuterung der Alfiyyah von Ibn Malik durch Al-Uthaymeen (3/11, gemäß automatischer Zählung der Schamela):
„Der Autor – möge Allah der Erhabene ihm barmherzig sein – sagte: ‚Imperativ und Präteritum sind fest (mabni), während das Präsens dekliniert (mu'rab) wird, sofern es frei von dem direkten Bestärkungs-Nun (nun at-taukid) und dem weiblichen Plural-Nun (nun al-inath) ist.‘ Dann sagte er: (Imperativ und Präteritum sind fest), das heißt, das Imperativverb ist mabni und das Vergangenheitsverb ist mabni.
Das Imperativverb ist fest (mabni). Es wurde zwar gesagt, es sei dekliniert (mu'rab), aber das Richtige ist, dass es mabni ist. Es wird auf das gebaut, womit sein Präsens gejussivt (majzum) wird. Wenn sein Präsens mit Sukun gejussivt wird, dann ist es auf Sukun gebaut. Wenn sein Präsens auf der Streichung des schwachen Endbuchstabens (harf al-'illah) oder der Streichung des Nun basiert, dann ist der Imperativ ebenso auf der Streichung des schwachen Endbuchstabens oder des Nun gebaut. Deshalb sagen sie: Wenn du den Imperativ bilden willst, dann nimm ein gejussivtes Präsensverb, dann entferne daraus den Buchstaben der Gegenwartsform (harf al-mudara'ah) und das Jussiv-Werkzeug.“ (Ende des Zitats)
Um dies basierend auf den Untersuchungen der Grammatikregeln in ihren Quellen zu verdeutlichen, sagen wir – und bei Allah liegt der Erfolg:
Das Imperativverb wird formal vom Präsensverb abgeleitet, nachdem der Buchstabe der Gegenwartsform entfernt wurde. Da der Imperativ jedoch im Zustand des Jussivs (majzum) steht, wird seine Form vom gejussivten Präsensverb abgeleitet, nachdem der Buchstabe der Gegenwartsform entfernt wurde – und natürlich nachdem das Jussiv-Werkzeug weggelassen wurde, da es nicht Teil des Verbs ist. Wenn du also vom Präsensverb zum Imperativ gelangen willst, setze zuerst ein Jussiv-Werkzeug wie لم vor das Präsensverb, damit es zu einem gejussivten Verb wird. Dann lass das Werkzeug لم weg, das heißt, behalte die gejussivte Form des Präsensverbs ohne das Werkzeug bei. Dann entferne den Buchstaben der Gegenwartsform (harf al-mudara'ah) vom Anfang des gejussivten Präsensverbs, und es bleibt dir der reine Imperativ übrig.
Zum Beispiel wird das Verb يخاف durch das Hinzufügen von لم zu لم يخَفْ. Durch das Weglassen von لم wird es zu يخَفْ. Durch das Entfernen des Buchstaben der Gegenwartsform (das ي), der am Anfang des Verbs steht, wird es zu خَفْ. Dies ist der Imperativ von خاف. Ähnlich verhalten sich Verben wie (ينام, يقوم, يقول, يزور...).
Ein weiteres Beispiel: Das Verb يفي wird durch das Hinzufügen von لم zu لم يفِ. Durch das Weglassen von لم wird es zu يفِ. Durch das Entfernen des Buchstaben der Gegenwartsform (das ي) am Anfang wird es zu فِ. Dies ist der Imperativ von وفى. Ähnlich verhalten sich Verben wie (وعى, وقى, رأى...).
Ein weiteres Beispiel: Das Verb يضرب wird durch das Hinzufügen von لم zu لم يضْرِبْ. Durch das Weglassen von لم wird es zu يضْرِبْ. Durch das Entfernen des Buchstaben der Gegenwartsform (das ي) am Anfang wird es zu ضْرِبْ. Da jedoch der erste Buchstabe, das Dad (ض), ein konsonantisch ruhender Buchstabe (sakin) ist und die Aussprache eines ruhenden Buchstabens am Wortanfang nicht möglich ist, wird ein Hilfsvokal (hamzat al-wasl) hinzugefügt, sodass es zu اضْرِبْ wird. Dies ist der Imperativ von ضرب. Ähnlich verhalten sich Verben wie (عمل, دعا, بنى...).
Fazit: Wenn der Buchstabe der Gegenwartsform vom gejussivten Präsensverb entfernt wird, entsteht daraus der Imperativ und nicht das Präteritum. Folglich ist das, was im Buch As-Sakhsiyyah al-Islamiyyah, Teil 3, steht, gemäß der obigen Erläuterung völlig korrekt und enthält keinen „Druckfehler“.
Ich hoffe, dass die Angelegenheit nun geklärt ist.
Ihr Bruder Ata Bin Khalil Abu Al-Rashta
- Schawwal 1440 n. H. 17.06.2019 n. Chr.
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