- Die Videoaufnahme der Antwort -
Frage:
In Ihrer Veröffentlichung vom 11.04.2018 über das Treffen von Putin, Rohani und Erdogan hieß es, dass diese drei die Interessen der USA in Syrien umsetzen, um eine säkulare Herrschaft unter US-Einfluss zu ermöglichen. Demnach würde Putin in Syrien im Einklang mit den USA und in deren Dienst handeln. Wie ist dann der US-Angriff auf Syrien in dieser Nacht zu erklären, obwohl Putin Truppen in Tartus und Hmeimim hat? Wie kann er im Einklang mit Amerika arbeiten, wenn diese dann seine Truppen in Syrien angreift? Und was hat es mit diesem Bündnis zwischen den USA, Großbritannien und Frankreich auf sich, obwohl ihre Interessen doch verschieden sind? Wir bitten um Klarstellung, möge Allah Sie mit Gutem belohnen. Bitte entschuldigen Sie die Eile der Anfrage.
Antwort:
Zunächst korrigieren wir einiges, was in der Frage angeklungen ist: Amerika hat keine russischen Stellungen in Syrien angegriffen. Dies geht eindeutig aus der Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums vom heutigen Morgen (14.04.2018) hervor. Vielmehr schlug es in der Umgebung ein, nahe den Toren ihrer Stellungen, während Russland schwieg – und das, obwohl es behauptet, der Herr über Land und Leute in Syrien zu sein und die Zügel fest in der Hand zu halten!
Der US-Angriff war mehr eine Maßregelung Russlands als ein Schlag gegen syrische Chemiewaffen. Zwar wurden heute im Morgengrauen etwa zehn Standorte angegriffen, doch Militärexperten wiesen in Medienkommentaren darauf hin, dass nur wenige dieser Standorte Chemiefabriken oder Forschungszentren waren; die meisten waren reguläre Militärstellungen.
Was die Maßregelung Russlands betrifft: Trotz seiner Dienste in Syrien zugunsten der USA wurde Russland von einer gewissen Überheblichkeit erfasst. Es versuchte, seine Aktivitäten in Syrien auf eine aufgeblähte Weise auszunutzen, als ob es der alleinige Herr der Lage sei. Dabei überschritt es den ihm zugewiesenen Rahmen, der darin besteht, den Nufudh (Einfluss) Amerikas in Syrien zu festigen und nicht, diesen zu ersetzen. Der Schlag erfolgte also im direkten Umfeld Russlands, nahe seinen Stellungen, um Russland wieder auf sein wahres Maß zurückzustutzen. Sollte es straucheln und seine Taten in Syrien nutzen wollen, um als eigenständiges Macht- oder Einflusszentrum zu erscheinen, so stellen sich die USA ihm mit einer Härte entgegen, die bis zur Demütigung reicht. So erklärte der russische Botschafter in Washington, dass der US-Angriff eine Beleidigung für Putin persönlich und nicht nur für Russland gewesen sei!
Dass der Angriff mehr auf die Demütigung Russlands als auf die syrischen Stellungen abzielte, zeigt sich auch darin, dass Trumps Getöse dem Schlag einige Tage vorausging. Dies war eine Botschaft an das Regime, seine Stellungen zu räumen. Daher blieben die Verluste fast ausschließlich materieller Natur, obwohl über hundert Raketen abgefeuert wurden. Was die Auswirkungen auf das Regime betrifft, so war dies nichts Neues; es ist daran gewöhnt und tröstet sich selbst: „Wer die Erniedrigung gewohnt ist, dem fällt die Schmach leicht.“ Dies ist das Wesen von Agenten (Amala); ihre Herren sehen kein Problem darin, sie zu schlagen, wann immer es die Interessen der Herren erfordern – die Geschichte ist voll von solchen Beispielen. Zudem haben die USA Ähnliches im letzten Jahr nach den Ereignissen in Chan Schaichun getan. Für den Agenten ist dies nichts Neues; er ist darauf „dressiert“. Mehr noch: Nach dem Schlag feiert er sogar den Sieg! Beachtenswert ist jedoch die Wirkung auf Russland, das die meisten seiner Schiffe abzog und einige Stellungen räumte, um dem erwarteten Schlag zu entfliehen. Obwohl die Einschläge nahe seinen Standorten erfolgten und es behauptete, die Kontrolle in Syrien zu haben, setzte es seine Luftabwehr nicht ein, um den Angriff abzuwehren, wie das russische Verteidigungsministerium heute Mittag bestätigte!
In einer Erklärung eines russischen Offiziellen heute Morgen hieß es, Russland werde Beschwerde beim Sicherheitsrat einlegen. Dies geschah tatsächlich, und eine Sitzung wurde für 15:00 Uhr GMT anberaumt. Dies ist das Verhalten schwacher Staaten, bei denen die Beschwerde der einzige Ausweg angesichts einer Aggression ist. Russland wurde faktisch angegriffen, auch wenn seine Stützpunkte nicht direkt getroffen wurden, da es sich in Syrien in der Pose der einstigen Größe der Sowjetunion gefiel. Der Schlag sollte es, wie erwähnt, auf seine wahre Größe reduzieren, da es nicht wagte, materiell gegen diesen Angriff vorzugehen. Hier zeigt sich die politische Dummheit der Russen: Sie investieren kontinuierliche Anstrengungen in Syrien, doch das Ergebnis ist, dass sie keine Beständigkeit finden, außer sie liegt in den Händen Amerikas. Sie haben nicht aus den langen Jahren in Ägypten gelernt, aus denen Sadat sie mit einem Federstrich hinauswarf, weil der herrschende Einfluss der Amerikas war – was die Russen damals nicht begriffen. Heute wiederholen sie dies in Syrien. Sie begehen grauenhafte Taten im Interesse anderer, getrieben von Hass gegen den Islam und die Muslime. Diese Gräueltaten Russlands und der USA dahinter werden niemals aus dem Gedächtnis der Muslime gelöscht werden. Die Tage des Glücks wechseln zwischen den Menschen, und wahrlich, das Morgen ist für den, der darauf harrt, nah.
Was die in der Frage erwähnte Allianz zwischen den USA, Großbritannien und Frankreich betrifft, so handelt es sich nicht im präzisen Sinne um ein „Bündnis“ zwischen ebenbürtigen Staaten. Vielmehr geschah dies mit der Erlaubnis Amerikas, wie es bereits im Irak und in Syrien bei der Bildung der internationalen Koalition unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung der Fall war, wo Amerika der Beteiligung Großbritanniens und Frankreichs zustimmte. Wir haben dies bereits in früheren Veröffentlichungen ausführlich dargelegt.
Schmerzlich ist, dass die einflussreichen Staaten der Welt in unseren Ländern „schalten und walten wie sie wollen“ und die Zügel der Macht ohne das Volk des Landes in den Händen halten. Wir haben keinen Staat, der uns vereint und unseren Stolz wiederherstellt. Andernfalls hätte Amerika durch Wort und Tat erfahren, wie es einst „Durchfahrtsgebühren“ entrichten musste, wenn es in das Mittelmeer einfuhr – gezahlt an den Statthalter des Osmanischen Staates in Algerien. Auch Frankreich hätte sich daran erinnert, wie es beim Kalifen der Muslime, Suleiman dem Prächtigen, um Schutz flehte, um seinen gefangenen König zu retten. Ebenso hätte Großbritannien erfahren, wie es sich beim Botschafter des Osmanischen Staates in London für eine Beleidigung des Gesandten ﷺ durch einen Theatermann entschuldigen musste. Und wann war das? Als der Osmanische Staat auf dem Gipfel seiner Schwäche war und sich mit einer Entschuldigung begnügte; andernfalls wäre die Reaktion weit darüber hinausgegangen.
Jeder Muslim, in dem noch Leben pulst, muss sich mit aller Kraft in der Arbeit mit Hizb ut-Tahrir einsetzen, um die Herrschaft mit dem, was Allah herabgesandt hat, wiederherzustellen: das rechtgeleitete Kalifat (al-Khilafah ar-Rashidah) nach der Methode des Prophetentums. Dann wird der Islam und die Muslime zu Macht und Ehre gelangen, und der Unglaube und die Ungläubigen werden gedemütigt werden.
وَيَوْمَئِذٍ يَفْرَحُ الْمُؤْمِنُونَ * بِنَصْرِ اللَّهِ يَنْصُرُ مَنْ يَشَاءُ وَهُوَ الْعَزِيزُ الرَّحِيمُ
„Und an jenem Tag werden sich die Gläubigen über den Sieg Allahs freuen. Er hilft zum Sieg, wem Er will; und Er ist der Allmächtige, der Barmherzige.“ (QS Ar-Rum [30]: 4-5)
Samstag, den 27. Rajab 1439 n. H. 14.04.2018 n. Chr.