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Fragen & Antworten

Beantwortung einer Frage: Die Realität dessen, was in Aden geschah und geschieht!

August 13, 2019
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Frage: Was ist die Realität dessen, was in Aden geschah und geschieht? Wie kommt es zu Kämpfen zwischen dem Rat von az-Zubaidi und der Hadi-Regierung, obwohl az-Zubaidi von Hadi zum Gouverneur von Aden ernannt worden war und er nach seiner Entlassung ohne Maßnahmen der Hadi-Regierung in Aden blieb, ja sogar seine Truppen vor den Augen der Regierung sammelte?! Was ist zudem nun zu erwarten, nachdem der Übergangsrat Aden eingenommen hat? Mit Dank und Respekt.

Antwort: Um die Antwort zu verdeutlichen, müssen folgende Punkte dargelegt werden:

Erstens: Seit Beginn der Operation „Sturm der Entschlossenheit“ war Großbritannien bewusst, dass das Eingreifen Saudi-Arabiens unter diesem Namen mittels Luftoperationen nicht dazu diente, die Huthis tatsächlich zu vernichten – andernfalls hätte man Bodentruppen eingesetzt. Vielmehr sollte es die Huthis als Verteidiger des Jemen gegen die Kampfflugzeuge erscheinen lassen, sodass sie als Opfer und gleichzeitig als Helden wahrgenommen werden. Dadurch sollten sie an Popularität gewinnen und die öffentliche Meinung für sich gewinnen, um sie anschließend mit einem größeren Anteil an der Regierung des Jemen zu beteiligen. Nachdem sie lediglich ein Stamm in der Region Sa'da waren, sollten sie zu Konkurrenten der Regierung im gesamten Jemen werden! Da Großbritannien dies wusste, drängte es die Emirate zusammen mit Saudi-Arabien in das Bündnis, um den Emiraten Raum zu geben, den Huthis tatsächlich und nicht nur scheinbar entgegenzutreten. Großbritannien begann daraufhin, die Emirate zur Verwirklichung zweier Ziele anzutreiben:

Das erste Ziel: Die Schaffung einer Alternative zu Hadi. Da Hadi in Saudi-Arabien quasi ein Gefangener ist, ohne Macht und Einfluss, wollte Großbritannien eine Alternative zu ihm in Aden schaffen, die ihm untersteht und nicht Gefangener Saudi-Arabiens ist. Daher unternahmen die Emirate schrittweise Maßnahmen, um diese Alternative zu schaffen. Es existierte bereits die Südbewegung (Al-Hirak al-Janubi), die sich 2007 im Südjemen unter der Leitung des oppositionellen Aktivisten Hassan Ba'oum – der mit den USA in Verbindung steht und vom Iran unterstützt wird – offiziell formierte. Großbritannien fürchtete dessen Bewegungen, doch diese Sorge erreichte ihren Höhepunkt nach der Tötung von Saleh, als der britische Einfluss im Norden schwand, nachdem es den Huthis gelang, ihre Macht dort zu festigen. Deshalb begann Großbritannien ernsthaft darüber nachzudenken, eine eigene Kraft im Süden zu besitzen, um ein Druckmittel für eine Regierungsbeteiligung im Jemen zu haben – oder zumindest im Süden, falls dies nicht gelingen sollte. So konzentrierte man sich darauf, den Einfluss im Süden zu festigen, zumal man sich nicht gänzlich auf Hadi verließ, da Saudi-Arabien ihn dominierte. Großbritannien verfolgte dies über die Emirate, um die ursprüngliche Südbewegung zu infiltrieren oder sie durch die Schaffung einer neuen Bewegung, die das Feld anführt, an den Rand zu drängen. Über die Emirate und deren Anhänger konzentrierte man sich darauf, eine parallele Südbewegung zum Ba'oum-Flügel zu schaffen, die diesen in der Südfrage übertrumpfen sollte. Fündig wurden sie bei Aidarus az-Zubaidi, einer bekannten Führungspersönlichkeit der Südbewegung. Aufgrund seiner Nähe zu den Briten ernannte ihn Präsident Hadi am 07.12.2015 zum Gouverneur von Aden – einige Monate nach dem Start des saudischen „Sturms der Entschlossenheit“ (März 2015). Dies war ein starkes Indiz für das Vertrauen der britischen Agenten in ihn. Az-Zubaidi wurde in Aden hochstilisiert; er galt als erfolgreicher Gouverneur, der die Stromversorgung wiederherstellte, bewaffnete Banden vertrieb und die Huthis bekämpfte. Dadurch rückte er als angesehene politische Figur in den Fokus des Südens und konkurrierte mit der historischen Führung von Hassan Ba'oum in der Südbewegung. Militärisch stützte sich az-Zubaidi auf Hani bin Breik, den Gründer der „Sicherheitsgürtel-Kräfte“, der weithin als der Mann der Emirate im Süden bezeichnet wird (er gründete die sogenannten Sicherheitsgürtel-Kräfte, eine Miliz, die offen von den Vereinigten Arabischen Emiraten im Südjemen unterstützt wird... Sasa Post 02.11.2017). So erlangten az-Zubaidi und Bin Breik Bedeutung im Süden. Da sie jedoch Teil der Hadi-Regierung waren, deren Loyalität zu den Briten offensichtlich war, verschaffte ihnen dies keine Popularität in der Südbewegung. Der erste Schritt bestand also darin, sie so aus der Hadi-Regierung zu entfernen, dass sie – insbesondere az-Zubaidi – in einem starken Gegensatz zum Hadi-Lager erschienen, damit sich die Südstaatler um sie scharen und eine neue Bewegung bilden konnten. Und so geschah es: Am 27. April 2017 erließ der jemenitische Präsident ein Dekret zur Entlassung von Aidarus az-Zubaidi als Gouverneur von Aden sowie des Staatsministers Hani bin Breik, wobei Letzterer zur Untersuchung überstellt wurde. Tausende Jemeniten demonstrierten daraufhin in Aden gegen Hadis Entscheidungen. Später, am 11. Mai 2017, verkündete az-Zubaidi den Vorsitz des „Südlichen Übergangsrates“ in Aden, mit Hani bin Breik als Vizepräsidenten und 26 weiteren Mitgliedern. Auf diese Weise schuf Großbritannien über die Emirate eine Alternative zur Hadi-Regierung, den Übergangsrat, um ihn einzusetzen, wenn die Zeit reif ist. Dieser blieb in Aden, verfügte über beträchtliche Macht und wurde von der Armee der Emirate geschützt.

Das zweite Ziel: Die Befreiung von al-Hudaida aus den Händen der Huthis.

a) Die Emirate waren zu Lande und in der Luft in den Jemen eingetreten, da Luftkämpfe allein die Schlacht am Boden nicht entscheiden können. Daher trieben sie ihre Truppen und Anhänger nach al-Hudaida vor und hätten es fast eingenommen, wenn die USA sich ihnen nicht unter dem Vorwand der humanitären Hilfe entgegengestellt hätten. Das Interesse an al-Hudaida rührt daher, dass Großbritannien weiß, dass die iranische Unterstützung das Rückgrat der Huthis bildet. Nach der Schließung des Flughafens von Sanaa und der Kontrolle über die Häfen im Süden wurde der Hafen von al-Hudaida zur fast einzigen Lebensader Irans, um Unterstützung an die Huthis zu liefern. Daher steuerten die Emirate auf al-Hudaida zu, um es zu kontrollieren. Die Huthis standen vor der großen Gefahr, dass die von den Emiraten unterstützten Kräfte al-Hudaida und seinen Hafen einnehmen würden, nachdem sie dessen Außenbezirke erreicht hatten. Somit wurden die Kämpfe um al-Hudaida und die Möglichkeit der Kontrolle durch die Emirate zur größten Bedrohung für die Herrschaft der Huthis. Die Huthis mobilisierten all ihre Kräfte, um dies zu verhindern, während die USA ihre Beamten instrumentalisierten, um die humanitäre Lage im Jemen zu beklagen und den Hafen von al-Hudaida als Lebensader zur Verhinderung einer Hungersnot darzustellen. Die Emirate und ihre lokalen Verbündeten warteten auf internationale Gelegenheiten, um weitere Angriffe zu starten, nachdem sie bereits vor den Toren der Stadt standen. So wurde der Stopp der emiratischen Offensive auf al-Hudaida für die USA zu einer wichtigen Angelegenheit, da ein Verlust der Stadt die Huthis in eine missliche Lage gebracht hätte.

b) Dann ereignete sich die grausame Ermordung des saudischen Journalisten Khashoggi in Istanbul, was ein international aufgeheiztes Klima gegenüber Saudi-Arabien und auch gegenüber Trump aufgrund seiner Verteidigung Saudi-Arabiens schuf. Die USA sahen darin eine Gelegenheit, die Aufmerksamkeit der Welt auf ein Thema zu lenken, das Khashoggi etwas überschatten und den Druck von Saudi-Arabien und der Trump-Regierung nehmen könnte: den Jemen. Daraufhin stimmte der US-Senat für die Beendigung der militärischen Unterstützung für den Krieg im Jemen (In einem historischen Schritt stimmten die Senatsmitglieder mit 56 zu 41 Stimmen für die Beendigung der militärischen Unterstützung der von Saudi-Arabien geführten Kampagne im Jemen... Reuters 14.12.2018). Um Saudi-Arabien international zu entlasten und die Journalisten-Affäre zu überdecken, riefen die USA zu einem Waffenstillstand im Jemen innerhalb von dreißig Tagen auf (Verteidigungsminister James Mattis forderte die Konfliktparteien im Jemen auf, das Feuer innerhalb von dreißig Tagen einzustellen und ernsthafte Verhandlungen zur Beendigung des Krieges aufzunehmen... Er betonte: „Die kriegführenden Parteien im Jemen müssen sich in Richtung Friedensbemühungen bewegen“, und fügte hinzu: „Wir müssen dies in den nächsten dreißig Tagen tun, und ich glaube, dass Saudi-Arabien und die Emirate bereit sind, diesen Weg zu gehen“... Gulf Online 31.10.2018).

c) Darauf folgte das Schweden-Abkommen zur Lösung der Jemen-Frage. Großbritannien erkannte, dass das Abkommen von den USA im Interesse der Huthis gesteuert wurde, da die Verhandlungspartner die Huthis und Hadi – der von Saudi-Arabien dominiert wird – waren. Es gab Berichte, dass die Regierungsdelegation das Abkommen nicht unterzeichnen wollte, weil es den Abzug der Huthis aus al-Hudaida nicht explizit vorschrieb, doch auf Druck Saudi-Arabiens stimmte Hadi zu! (Quellen berichteten Al-Dschasira, dass die Regierungsdelegation Hadi – der in Riad weilt – ein Papier vorlegte, das empfahl, das Abkommen nicht zu unterzeichnen, da es nicht ausdrücklich den Abzug der Huthis aus al-Hudaida vorsah. Doch der jemenitische Präsident ordnete die Unterzeichnung an, nach starkem Druck aus Saudi-Arabien in den letzten Stunden... Al Jazeera Net 13.12.2018). Natürlich begrüßten die USA das Abkommen öffentlich (US-Außenminister Pompeo begrüßte das Abkommen und erklärte, dass „Frieden im Jemen möglich geworden ist“... BBC 14.12.2018). Die USA waren an der Umsetzung des Abkommens interessiert, ohne dass die Huthis aus al-Hudaida abziehen müssten. Sie dachten, dies sei möglich, da die Verhandlungspartner unter ihrem Einfluss standen: die Huthis und der von Saudi-Arabien dominierte Hadi.

Zweitens: Hier erkannte Großbritannien, dass die Zeit für den Einsatz der Alternative zu Hadi gekommen war. Sollte es den USA gelingen, die Huthis im Norden zu festigen, wäre die britische Alternative im Süden verankert. Dies würde verhindern, dass die USA und Saudi-Arabien eine Lösung mit den Huthis allein durch einen saudisch kontrollierten jemenitischen Agenten finden. Stattdessen fänden sie im Süden eine starke britisch orientierte Bewegung vor, die im Interesse Großbritanniens handelt, ohne von Saudi-Arabien dominiert zu werden. Damit wäre Großbritannien in jeder Lösung für den Jemen präsent. So wurde der Übergangsrat (der Rat von az-Zubaidi) in Bewegung gesetzt, um die Ereignisse in Aden einzuleiten:

  1. Die jüngsten Ereignisse in Aden überschlugen sich auffällig schnell! Die Spannungen zwischen dem Südlichen Übergangsrat und den Kräften der sogenannten legitimen Regierung in Aden begannen am 07.08.2019, gefolgt von Zusammenstößen zwischen den Sicherheitsgürtel-Kräften und den Regierungstruppen. Am Samstagabend, den 10.08.2019 – also nur vier Tage später – (gab der Südliche Übergangsrat im Jemen am Samstagabend die Kontrolle über den Ma'ashiq-Präsidentenpalast in Aden nach viertägigen Kämpfen bekannt... France 24 am 10.08.2019). Ebenso fielen andere Militärlager und Behörden in Aden!

  2. Zur schnellen Entscheidung dieser Ereignisse innerhalb von nur vier Tagen trug bei, dass die Hadi-Regierung, ihr Apparat sowie der Präsident und sein Vize loyal gegenüber Großbritannien sind. Sie erleichterten dem Übergangsrat seine von Großbritannien übertragene Aufgabe! So konnte der Rat die Sache schnell entscheiden. Einige Anzeichen deuten darauf hin:

a) (Ein Offizier der Sicherheitsgürtel-Kräfte sagte: „Wir haben den Ma'ashiq-Palast von den Präsidialkräften ohne Kämpfe übernommen“... France 24 am 10.08.2019).

b) Der jemenitische Innenminister Ahmed al-Maisari: „Das Schweigen der jemenitischen Präsidentschaft zu dem, was in Aden geschah, war verdächtig und unangebracht.“ (Al-Dschasira 11.08.2019).

c) (Der Kommandeur der Spezialeinheiten der jemenitischen Regierung, General Fadl Ba'ash, gab am Samstag, den 10.08.2019, sein Überlaufen und den Anschluss an die Kräfte des Übergangsrates bekannt. Ein Video, das von Plattformen des Übergangsrates verbreitet wurde, zeigt Fadl Ba'ash, wie er sein Ausscheiden aus den Kräften der legitimen Regierung und den Anschluss seiner Soldaten an die Kräfte des Südlichen Übergangsrates unter der Führung von General Aidarus az-Zubaidi erklärt... Middle East Online am 10.08.2019).

d) Hinzu kommt die große Rolle der Emirate, die ebenso täuschten wie ihre Herrin (Großbritannien). Die Emirate sind der Hauptunterstützer von az-Zubaidi! Dennoch erklären sie nach jeder Aktion gegen die Pläne Saudi-Arabiens sofort, dass sie Mitglied der von Saudi-Arabien geführten Koalition sind und gemeinsam für die Stabilität des Jemen arbeiten!

Drittens: Es scheint, dass Saudi-Arabien nicht mit dieser Geschwindigkeit der Entscheidung gerechnet hatte, insbesondere da es in die Zeit der Pilgerfahrt (Hajj) fiel. Der Übergangsrat übernahm Aden am Samstagabend, den 10.08.2019. Daraufhin begann Saudi-Arabien, die Lage zu korrigieren:

a) (Die Koalition zur Unterstützung der Legitimität im Jemen forderte gestern spät alle militärischen Komponenten und Formationen in Aden, einschließlich des Südlichen Übergangsrates und der Sicherheitsgürtel-Kräfte, die dort die Kontrolle übernommen hatten, zur sofortigen Rückkehr an ihre Positionen und zum Abzug aus den in den letzten Tagen eingenommenen Gebieten auf. Zudem forderte die Koalition einen sofortigen Waffenstillstand in der jemenitischen Interimshauptstadt Aden ab 1:00 Uhr nachts und betonte, dass ihre Truppen „militärische Gewalt gegen jeden anwenden werden, der dagegen verstößt“. Wenige Minuten nach Ablauf der Frist erklärte der Übergangsrat seine Zustimmung zum Waffenstillstand und würdigte den Aufruf Riads zum Dialog... Asharq al-Awsat am 11.08.2019). Dennoch (schrieb der Vizepräsident des Rates, Hani bin Breik, auf Twitter, dass der Rat der Koalition weiterhin verpflichtet sei, betonte jedoch, „nicht unter Drohungen zu verhandeln“. Eine verantwortliche Quelle der arabischen Koalition bezeichnete die Erklärung des Übergangsrates zum Waffenstillstand als gut, aber nicht ausreichend, und betonte die Notwendigkeit des Abzugs aus den gewaltsam besetzten Gebieten. Die Quelle sagte, dass das Treffen zwischen den jemenitischen Parteien in Saudi-Arabien stattfinden wird, „sobald der Übergangsrat abzieht und seine Truppen an ihre Positionen zurückkehren“... Independent Arabia am 11.08.2019).

b) Um der Ankündigung der Koalition Glaubwürdigkeit zu verleihen, wurde ein Ziel angegriffen (es wurde ein Gebiet angegriffen, das eine Bedrohung durch die Separatisten gegen die legitime jemenitische Regierung in der Interimshauptstadt Aden darstellte. Die Koalition erklärte, dies sei die erste Operation dieser Art und es würden weitere folgen, falls die Erklärung zum Waffenstillstand nicht eingehalten werde... Al-Arabiya 11.08.2019).

c) Eine verantwortliche Quelle in der arabischen Koalition gab an, dass (die Kräfte des Südlichen Übergangsrates begonnen haben, sich aus einigen Gebieten in Aden zurückzuziehen, nachdem die Koalitionstruppen eine Stellung des Rates angegriffen hatten. Dieser Angriff erfolgte nach den Warnungen der Koalitionsführung am Samstagabend [10.08.2019], in denen ein sofortiger Waffenstillstand in Aden gefordert wurde... RT 11.08.2019).

Viertens: Zu erwarten ist nun eines von zwei Szenarien:

Erstens: Saudi-Arabien wird, nachdem es beide Seiten zum Dialog eingeladen hat, versuchen, az-Zubaidi und seinen Rat ebenso zu dominieren, wie es dies mit Hadi und seiner Regierung tat. Dies wird jedoch nicht einfach sein, da Großbritannien hinter der Bildung dieses Rates steht, gerade weil Hadi unter saudischer Dominanz steht. Daher wird man nicht zulassen, dass man erneut in die Grube fällt, in der Hadi bereits sitzt. Wahrscheinlicher ist, dass Saudi-Arabien gegenüber az-Zubaidi und seinem Rat die Politik von „Zuckerbrot und Peitsche“ anwenden wird. Man wird ihn mit einer Beteiligung an der Hadi-Regierung locken, bei der er weitreichende Befugnisse erhält, während Hadi mit geringeren Befugnissen Präsident bleibt, um das Gesicht zu wahren. Gleichzeitig wird man az-Zubaidi bei Ablehnung mit militärischen Angriffen drohen. Es ist nicht auszuschließen, dass das Treffen von König Salman mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi am 12.08.2019 diesem Zweck diente, um die Dinge wieder in geordnete Bahnen zu lenken, da Saudi-Arabien weiß, dass die Emirate hinter der Gründung des Übergangsrates unter az-Zubaidi stehen.

Zweitens: Sollte der Übergangsrat ablehnen und die Bemühungen Saudi-Arabiens scheitern, wird Großbritannien direkt intervenieren und Gespräche mit den USA führen. Es wird versprechen, den Übergangsrat zu Verhandlungen mit den Huthis zu bewegen, um eine Lösung zu finden, bei der die Huthis einen bedeutenden Anteil an der Macht erhalten. Es mag kein Zufall sein, dass Mohammed al-Bukhaiti, Mitglied des Politbüros der Huthis, am 11.08.2019 – unmittelbar nach der Einnahme Adens durch den Rat und zeitgleich mit dem saudischen Aufruf zum Dialog – auf seiner Facebook-Seite postete: „Wir rufen alle politischen Komponenten, insbesondere die Hauptkomponenten Ansar Allah, die Kongresspartei, die Islah-Partei und den Übergangsrat dazu auf, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, um den Krieg zu beenden und sich auf die Bildung einer neuen Übergangsbehörde zu einigen, die alle repräsentiert, und sich anschließend auf ein Versöhnungsprojekt zu einigen...“ Somit scheinen die Bedingungen für eine solche Lösung bereitet zu sein. Die USA wollen die Jemen-Frage beenden, wie aus ihren Erklärungen vor den Schweden-Verhandlungen hervorging. Saudi-Arabien möchte aus dem jemenitischen Sumpf entkommen. Und Großbritannien, das nun über Kräfte verfügt, die seinen Befehlen gehorchen, ohne Saudi-Arabien unterworfen zu sein, stimmt Verhandlungen ebenfalls zu und wird den Prozess nicht mehr blockieren, wie es zuvor der Fall war, als Hadi machtlos war. Wenn sich die USA und Großbritannien auf eine gemeinsame Lösung einigen, werden die Handlanger – die Huthis, der Übergangsrat und Saudi-Arabien – diese umsetzen. Doch das Hindernis für jede gemeinsame Lösung unter den Kapitalisten ist die Sichtweise von Ausbeutung und Eigennutz, die ihnen im Blut liegt. Die Priorität für die USA und Großbritannien vor einer gemeinsamen Lösung ist, dass jeder von ihnen die Lösung durchsetzt, die die eigenen Interessen sichert. Dies lässt ihre Verhandlungen andauern... während die Huthis, die Saudis, Hadi und der Rat warten!

Fünftens: Schmerzlich ist jedoch, dass die Menschen im Jemen fähig wären, ihre Angelegenheit selbst zu lösen, wenn sie aufrichtig gegenüber Allah, dem Erhabenen, wären und gegenüber Seinem Gesandten ﷺ die Wahrheit sprächen. Wie können sie es zulassen, dass unsere Feinde die Lösung unserer Probleme übernehmen?! Die kolonialistischen Kuffar diskutieren und studieren Lösungen auf Kosten des vergossenen Blutes der Muslime und setzen sich dann um dieses Blut herum zusammen, um die für ihre Interessen passende Lösung zu wählen. Die Herrscher und ihre Helfer in den Ländern der Muslime verharren in ihrer Verblendung, als ob das, was geschieht, in einem fernen, fiktiven Land und nicht in den Ländern der Muslime stattfände! Dass sie unsere Angelegenheiten den kolonialistischen Kuffar zur Lösung übergeben und sich auf sie verlassen, ist ein großes Verbrechen, dessen Täter Schande im Diesseits und eine schmerzliche Strafe im Jenseits erwartet.

سَيُصِيبُ الَّذِينَ أَجْرَمُوا صَغَارٌ عِنْدَ اللَّهِ وَعَذَابٌ شَدِيدٌ بِمَا كَانُوا يَمْكُرُونَ

"Diejenigen, die Übeltaten begingen, wird bei Allah Erniedrigung und eine schwere Strafe treffen für das, was sie an Ränken schmiedeten." (Sure Al-An'am [6]: 124)

  1. Dhu l-Hidscha 1440 n. H. 13.08.2019 n. Chr.

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