Home About Articles Ask the Sheikh
Fragen & Antworten

Antwort auf eine Frage: Der Dialog des edlen Gefährten Rib'iy bin 'Amir mit Rustam, dem Heerführer der Perser

February 19, 2022
5752

Serie der Antworten des ehrwürdigen Gelehrten Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah, Emir von Hizb ut-Tahrir, auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite „Fiqhi

An Muhammad al-Muslih

Frage:

Die Geschichte hat uns einen Dialog überliefert, der zwischen dem edlen Gefährten Rib'iy bin 'Amir und Rustam, dem Heerführer der Perser, über die allgemeinen Konzepte des Islam und des Dschihad stattfand. Was wurde darin gesagt?

Während der islamischen Eroberung Persiens bat Rustam, der Heerführer der Perser, die Muslime um eine Delegation, um mit ihnen zu sprechen. Dies geschah aufgrund seines dringenden Wunsches nach einem Friedensschluss oder irgendeinem anderen Weg, das muslimische Heer zum Rückzug zu bewegen, ohne einen Krieg gegen ihn zu führen. So ging Rib'iy bin 'Amir, um Rustam zu treffen. Dieser Rib'iy gehörte nicht zu den eigentlichen Befehlshabern der islamischen Heere, aber er war ein angesehener Mann in seinem Volk.

Hier ist der Dialog:

Rustam: „Erlaubt ihm den Eintritt.“

Rib'iy trat mit seinem Pferd auf die vor ihm ausgebreiteten Teppiche (al-Busut). Als er eintrat, sah er, dass die Kissen mit Gold verziert waren; er riss eines davon auf, zog den Zaum seines Pferdes hindurch und band es daran fest. Dann nahm er seinen Speer und ging auf Rustam zu, während er sich darauf stützte. Der Speer stach dabei in die Teppiche und zerriss sie. Die Perser standen schweigend da, ebenso Rustam. Während sie darüber nachdachten, wo er sich wohl hinsetzen würde, setzte er sich auf den Boden, stellte seinen Speer vor sich auf, stützte sich darauf und Rustam begann das Gespräch.

Rustam: „Was hat dich dazu bewogen?“ (d. h. sich auf den Boden zu setzen).

Rib'iy: „Wir pflegen es nicht, auf eurem Prunk zu sitzen.“

Rustam: „Was führt euch her?“

Rib'iy: „Allah hat uns entsandt, um die Diener von der Anbetung der Diener zur Anbetung des Herrn der Diener zu führen, von der Ungerechtigkeit der Religionen zur Gerechtigkeit des Islam und von der Beengtheit der Welt zur Weite des Diesseits und des Jenseits. Wer dies von uns annimmt, von dem akzeptieren wir es. Wenn er es aber nicht annimmt, so fordern wir von ihm die Dschizyah. Wenn er sich weigert, bekämpfen wir ihn, bis wir den Sieg erringen.“

Rustam: „Ihr könntet vorher sterben.“

Rib'iy: „Allah, der Allmächtige und Erhabene, hat uns versprochen, dass das Paradies für denjenigen ist, der von uns dabei stirbt, und dass der Sieg für denjenigen ist, der von uns übrig bleibt.“

Rustam: „Ich habe deine Worte gehört (d. h. deine Absicht verstanden). Kannst du uns einen Aufschub gewähren, damit wir uns mit unseren Anführern und Angehörigen beraten?“ Er bat ihn also um eine Frist zum Nachdenken.

Rib'iy: „Ja, ich gebe dir, so viel du wünschst: einen Tag oder zwei Tage?“

Rustam: „Nein, gib mir mehr; ich muss mit meinem Volk in al-Madā'in korrespondieren.“

Rib'iy: „Der Gesandte Allahs hat uns vorgelebt, den Feinden kein Gehör zu schenken und sie bei einer Begegnung nicht länger als drei Tage aufzuschieben (d. h. nur drei Tage, damit sie nicht die Oberhand gewinnen und ihre Angelegenheiten ordnen können). Ich gewähre dir daher drei Tage. Danach wähle entweder den Islam, dann ziehen wir uns von dir zurück, oder die Dschizyah, dann akzeptieren wir sie und lassen von dir ab. Und falls du unsere Hilfe benötigst, werden wir dir helfen. Wenn du unserer Hilfe jedoch nicht bedarfst, ziehen wir uns von dir zurück. Andernfalls erfolgt der Kampf am vierten Tag. Ich bürge dir gegenüber meinem Volk dafür, dass wir den Kampf erst am vierten Tag beginnen werden, es sei denn, ihr beginnt ihn.“

Rustam: „Bist du ihr Oberhaupt?“ (d. h. bist du der Anführer des Volkes, dass du mir garantieren kannst, dass sie mich nicht bekämpfen?).

Rib'iy: „Nein, ich bin nur ein Mann aus dem Heer. Doch der Geringste unter uns kann im Namen des Höchsten Schutz gewähren.“ (Er meinte damit, dass selbst wenn der einfachste Mann unter uns ein Wort gibt oder ein Versprechen ablegt, der Höchste unter uns dieses einhalten muss).

Rustam wandte sich wieder an sein Gefolge...

Rustam: „Habt ihr seine Logik gesehen?! Habt ihr seine Stärke gesehen?! Habt ihr sein Selbstvertrauen gesehen?!“ Er sprach zu seinem Volk, um es für einen Friedensschluss mit den Muslimen zu gewinnen und so den Krieg zu vermeiden.

Doch sie weigerten sich beharrlich...

So kam es zum Kampf...

Die Muslime siegten und das Reich der Perser endete.

Mein Bruder, ist dieser Dialog authentisch oder erfunden?

As-Salamu 'Alaikum wa Rahmatullah

Antwort:

Wa 'Alaikum as-Salam wa Rahmatullahi wa Barakatuh,

mein Bruder, dies ist der Stolz ('Izzah) des Islam, seine Unbezwingbarkeit und die Furchtlosigkeit vor jedem außer Allah, dem Starken und Allmächtigen... Diese Geschichte existiert in mehreren Quellen mit unterschiedlichen Formulierungen, ohne den allgemeinen Sinn zu verändern. Zu den Quellen, die sie überliefert haben, gehören:

Tārīkh aṭ-Ṭabarī (3/33-40) al-Bidāyah wa-n-Nihāyah von Ibn Kathīr (7/46+47) Tārīkh Ibn Chaldūn (2/94+95)

Und ja, wie es in diesen Quellen heißt: (... Der Dolmetscher sagte zu ihm: „Was führt euch her?“ Er antwortete: „Allah hat uns entsandt, um Seine Diener aus der Beengtheit der Welt in ihre Weite zu führen und von der Ungerechtigkeit der Religionen zur Gerechtigkeit des Islam. Er hat uns mit Seiner Religion zu Seiner Schöpfung gesandt. Wer sie annimmt, von dem akzeptieren wir es, lassen ihn und sein Land in Frieden. Wer sich jedoch weigert, den bekämpfen wir, bis wir ins Paradies eingehen oder den Sieg erringen.“ Rustam sagte: „Könnt ihr diese Angelegenheit aufschieben, damit wir sie prüfen?“ Er antwortete: „Ja, wie lange hättest du es gerne? Einen Tag oder zwei?“ Rustam sagte: „Nein, sondern bis wir unseren Beratern und den Häuptern unseres Volkes schreiben.“ Er erwiderte: „Was uns der Gesandte Allahs ﷺ vorgelebt hat, ist, dass wir den Feinden nicht mehr als drei Tage gewähren. So prüfe deine Angelegenheit und die deinige und wähle: Entweder den Islam, dann lassen wir dich und dein Land in Ruhe, oder die Dschizyah, dann akzeptieren wir sie und lassen von dir ab – und wenn du uns brauchst, helfen wir dir – oder den Kampf am vierten Tag, falls du dich entscheidest zu kämpfen. Dafür bürge ich gegenüber meinen Gefährten.“ Rustam fragte: „Bist du ihr Oberhaupt?“ Er antwortete: „Nein, aber die Muslime sind wie ein einziger Körper; einer bürgt für den anderen, und der Geringste unter ihnen kann Verpflichtungen für den Höchsten eingehen...“)

Und ja, dies ist die Ehre des Islam, ein Sieg im Diesseits und im Jenseits.

يَغْفِرْ لَكُمْ ذُنُوبَكُمْ وَيُدْخِلْكُمْ جَنَّاتٍ تَجْرِي مِنْ تَحْتِهَا الْأَنْهَارُ وَمَسَاكِنَ طَيِّبَةً فِي جَنَّاتِ عَدْنٍ ذَلِكَ الْفَوْزُ الْعَظِيمُ * وَأُخْرَى تُحِبُّونَهَا نَصْرٌ مِنَ اللَّهِ وَفَتْحٌ قَرِيبٌ وَبَشِّرِ الْمُؤْمِنِينَ

„Er wird euch eure Sünden vergeben und euch in Gärten führen, durcheilt von Bächen, und in gute Wohnstätten in den Gärten von Eden. Das ist der gewaltige Gewinn. Und noch etwas anderes, das ihr liebt: Hilfe von Allah und ein naher Sieg. Und verkündet den Gläubigen die frohe Botschaft.“ (Sure As-Saff [61]: 12-13)

Euer Bruder Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah

  1. Ragab al-Khair 1443 n. H. entspricht dem 19.02.2022 n. Chr.

Link zur Antwort auf der Facebook-Seite des Emirs (möge Allah ihn bewahren): Facebook

Share Article

Share this article with your network