** (Serie der Antworten des Gelehrten Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah, Amir von Hizb ut-Tahrir, auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite)**
An Ayman Alfjjary
Frage:
As-Salamu Alaikum. Eine Frage an unseren Amir und baldigen Kalifen, so Allah will:
Im Buch „Der Islamische Staat“ wird im Zusammenhang mit dem zweiten Treffen von al-Aqaba und der Zeit danach erwähnt, dass der Gesandte (s.a.w.) an mehr als einer Stelle „nachgedacht“ habe. Dies geschah, obwohl der Ort der Auswanderung eine Offenbarung (Wahy) von Allah war und kein bloßes Nachdenken des Gesandten (s.a.w.). Ein Beispiel ist: Er dachte über die Auswanderung nach, doch die Auswanderung war eine Offenbarung von Allah.
Ich bitte um Erläuterung, was hier mit „Nachdenken“ gemeint ist. Möge Allah euch segnen.
Antwort:
Wa Alaikum as-Salam wa Rahmatullahi wa Barakatuh.
Bevor ich direkt auf die Frage zum Nachdenken des Gesandten (s.a.w.) über die Hidschra antworte, möchte ich dich an den Anfang der Phase der Suche nach Unterstützung (talab an-nusrah) bis hin zum zweiten Treffen von al-Aqaba und der anschließenden Auswanderung erinnern. So wird die Antwort, so Gott will, deutlich:
1- Chadidscha (r.a.) verstarb drei Jahre vor der Hidschra, und im selben Jahr verstarb auch Abu Talib, wie es in Uyun al-Athar überliefert ist:
عَنْ قَتَادَةَ قَالَ: تُوُفِّيَتْ خَدِيجَةُ بِمَكَّةَ قَبْلَ الْهِجْرَةِ بِثَلاثِ سِنِينَ، وَهِيَ أول من آمن بالنبي صلى الله عليه وسلم، قَالَ... ثُمَّ أَنَّ خَدِيجَةَ بِنْتَ خُوَيْلِدٍ وَأَبَا طَالِبٍ مَاتَا فِي عَامٍ وَاحِدٍ، فَتَتَابَعَتْ عَلَى رَسُول اللَّهِ صلى الله عليه وسلم مُصِيبَتَانِ: وفاة خَدِيجَةَ وَأَبِي طَالِبٍ، وَكَانَتْ خَدِيجَةُ وَزِيرَةَ صِدْقٍ عَلَى الإِسْلامِ، وَكَانَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم يَسْكُنُ إِلَيْهَا، قَالَ: وَقَالَ زياد البكائي عن ابن إسحق: إِنَّ خَدِيجَةَ وَأَبَا طَالِبٍ توفيا فِي عَامٍ وَاحِدٍ، وَكَانَ ذلك بَعْدَ عَشْرِ سِنِينَ مَضَيْنَ مِنْ مَبْعَثِ رَسُولِ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم قَبْلَ مُهَاجِهِ صلى الله عليه وسلم إِلَى الْمَدِينَةِ بِثَلاثِ سِنِينَ. وَذَكَرَ ابْنُ قُتَيْبَةَ أَنَّ خَدِيجَةَ تُوُفِّيَتْ بَعْدَ أَبِي طَالِبٍ بِثَلاثَةِ أَيَّامٍ. وَذَكَرَ الْبَيْهَقِيُّ نَحْوَهُ.
„Qatada berichtete: Chadidscha starb in Mekka drei Jahre vor der Auswanderung, und sie war die erste, die an den Propheten (s.a.w.) glaubte... Chadidscha bint Chuwailid und Abu Talib starben im selben Jahr. So trafen den Gesandten Allahs (s.a.w.) zwei Unglücke nacheinander: der Tod von Chadidscha und der von Abu Talib. Chadidscha war eine wahrhaftige Stütze für den Islam, bei der der Gesandte Allahs (s.a.w.) Ruhe fand. Ibn Ishaq sagte: Chadidscha und Abu Talib starben im selben Jahr, zehn Jahre nach der Entsendung des Gesandten Allahs (s.a.w.) und drei Jahre vor seiner Auswanderung nach Medina. Ibn Qutaiba erwähnte, dass Chadidscha drei Tage nach Abu Talib verstarb. Al-Baihaqi überlieferte Ähnliches.“
2- Von al-Waqidi wird überliefert:
تُوُفِّيَتْ خَدِيجَةُ قَبْلَ أَبِي طَالِبٍ بِخَمْسٍ وَثَلاثِينَ لَيْلَةً، وَقِيلَ غَيْرُ ذَلِكَ، فَلَمَّا هَلَكَ أَبُو طَالِبٍ نَالَتْ قُرَيْشٌ مِنْ رَسُولِ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم مِنَ الأَذَى مَا لَمْ تَكُنْ تَطْمَعُ فِيهِ فِي حَيَاةِ أَبِي طَالِبٍ، حَتَّى اعْتَرَضَهُ سَفِيهٌ مِنْ سُفَهَاءِ قُرَيْشٍ فَنَثَرَ عَلَى رَأْسِهِ تُرَابًا، فَدَخَلَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم بَيْتَهُ وَالتُّرَابُ عَلَى رَأْسِهِ، فَقَامَتْ إِلَيْهِ إِحْدَى بَنَاتِهِ فَجَعَلَتْ تَغْسِلُ عَنْهُ التُّرَابَ وَهِيَ تَبْكِي ورَسُول اللَّهِ صلى الله عليه وسلم يقول: «لا تبك يَا بُنَيَّةُ فَإِنَّ اللَّهَ مَانِعٌ أَبَاكِ» وَيَقُولُ بَيْنَ ذَلِكَ: «مَا نَالَتْ مِنِّي قُرَيْشٌ شَيْئًا أَكْرَهُهُ حَتَّى مَاتَ أَبُو طَالِبٍ»
„Chadidscha starb 35 Nächte vor Abu Talib, andere sagen etwas anderes. Als Abu Talib starb, fügte die Quraisch dem Gesandten Allahs (s.a.w.) solches Leid zu, wie sie es zu Lebzeiten Abu Talibs nicht gewagt hätten. Ein Unbesonnener der Quraisch trat ihm entgegen und schüttete Erde auf sein Haupt. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) betrat sein Haus mit der Erde auf dem Kopf. Eine seiner Töchter stand auf, wusch die Erde ab und weinte, während der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte: ‚Weine nicht, mein Töchterchen, denn Allah wird deinen Vater schützen.‘ Und er pflegte zu sagen: ‚Die Quraisch konnten mir nichts antun, was mir verhasst war, bis Abu Talib starb.‘“
3- In diesen schwierigen Umständen ehrte Allah Seinen Gesandten (s.a.w.) mit zwei gewaltigen Ereignissen: der Nachtreise und Himmelfahrt (al-Isra' wal-Mi'radsch) sowie der Erlaubnis, die Unterstützung (Nusrah) bei den mächtigen Stämmen zu suchen, um den Ruf (Da'wa) zu schützen und den Staat zu errichten. Al-Isra' wal-Mi'radsch ist hier nicht das Thema. Was die Suche nach Unterstützung betrifft, so sagen der Autor von Uyun al-Athar und andere Biographen:
خرج رسول الله صلى الله عليه وسلم إلى الطائف في أواخر شوال سنة عشر من النبوة، خَرَجَ إِلَى الطَّائِفِ وَحْدَهُ - وَقَالَ ابْنُ سَعْدٍ: وَمَعَهُ زَيْدُ بْنُ حَارِثَةَ - يَلْتَمِسُ النُّصْرَةَ مِنْ ثَقِيفٍ وَالْمَنَعَةَ بِهِمْ مِنْ قَوْمِهِ، وَرَجَاءَ أَنْ يَقْبَلُوا منه ما جاءهم به من اللَّهِ، فَلَمَّا انْتَهَى إِلَى الطَّائِفِ عَمِدَ إِلَى نَفَرٍ مِنْ ثَقِيفٍ وَهُمْ يَوْمَئِذٍ سَادَةُ ثَقِيفٍ وَأَشْرَافُهُمْ وَهُمْ أُخْوَةٌ ثَلاثَةٌ: عَبْدُ يَالِيلَ، وَمَسْعُودٌ، وَحَبِيبٌ، بَنُو عَمْرِو بْنِ عُمَيْرِ بْنِ عَوْفِ بْنِ عُقْدَةَ بْنِ غَيْرَةَ بْنِ عَوْفِ بْنِ ثَقِيفٍ... ولم يستجيبوا... بل أغروا بِهِ سُفَهَاءَهُمْ...
„Der Gesandte Allahs (s.a.w.) zog Ende Schauwal im zehnten Jahr der Prophetie nach at-Ta'if. Er zog allein dorthin – Ibn Sa'd sagte: mit Zaid bin Haritha –, um Unterstützung bei Thaqif und Schutz vor seinem Volk zu suchen, in der Hoffnung, sie würden annehmen, was er von Allah brachte. Als er in at-Ta'if ankam, wandte er sich an eine Gruppe von Thaqif, die damals ihre Führer und Edlen waren, drei Brüder: 'Abd Yalil, Mas'ud und Habib... Sie antworteten jedoch nicht... sondern hetzten ihre Unbesonnenen gegen ihn auf.“
4- Danach setzte sich die Suche nach Unterstützung fort. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) präsentierte sich den arabischen Stämmen während der Pilgersaisons, rief sie zu Allah auf, berichtete ihnen, dass er ein gesandter Prophet sei, und bat sie, ihm zu glauben und ihn zu schützen, damit er ihnen verkünden könne, womit Allah ihn gesandt hatte. Er kam zum Stamm Kinda in ihren Behausungen, wo ein Anführer namens Mulaih war, rief sie zu Allah auf und bot sich ihnen an, doch sie lehnten ab. Er kam zum Stamm Kalb, zu einem Zweig namens Banu 'Abdullah, rief sie zu Allah auf und sagte: „O Banu 'Abdullah, Allah hat den Namen eures Vaters schön gemacht“, doch sie nahmen nicht an. Er kam zu den Banu Hanifa, die ihm von allen Arabern am hässlichsten antworteten. Er kam zu den Banu 'Amir bin Sa'sa'ah, rief sie zu Allah auf und bot sich ihnen an. Sie stellten die Bedingung, dass die Herrschaft nach ihm ihnen gehören müsse. Der Gesandte (s.a.w.) sagte: „Die Angelegenheit liegt bei Allah, Er legt sie, wohin Er will“, woraufhin sie ablehnten. Dann zogen der Gesandte (s.a.w.), Abu Bakr und 'Ali bin Abi Talib (r.a.) aus... 'Ali berichtete: Abu Bakr war in allem Guten voraus. Er fragte: „Von welchem Volk seid ihr?“ Sie sagten: „Von Schaiban bin Tha'laba.“ Abu Bakr wandte sich an den Gesandten Allahs (s.a.w.) und sagte: „Mögen mein Vater und meine Mutter für dich geopfert sein, dies sind die Vornehmsten ihres Volkes.“ Unter ihnen war Mafruq bin 'Amr... Mafruq fragte: „Bist du etwa der Bruder der Quraisch?“ Abu Bakr sagte: „Ist es zu euch gedrungen, dass er der Gesandte Allahs ist? Hier ist er.“ Mafruq sagte: „Es ist zu uns gedrungen, dass er dies erwähnt. Wozu rufst du auf, o Bruder der Quraisch?“ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) trat vor und sagte:
«أدعو إلى شهادة أن لا إله إلا الله وحده لا شريك له وأني رسول الله وأن تؤووني وتنصروني فإن قريشا قد تظاهرت على أمر الله وكذبت رسله واستغنت بالباطل عن الحق والله هو الغنى الحميد...»
„Ich rufe dazu auf zu bezeugen, dass es keine Gottheit gibt außer Allah allein, Er hat keinen Partner, und dass ich der Gesandte Allahs bin. Und dass ihr mir Unterschlupf gewährt und mich unterstützt, denn die Quraisch haben sich gegen die Sache Allahs verschworen, Seine Gesandten der Lüge geziehen und sich mit dem Falschen anstatt der Wahrheit begnügt. Und Allah ist der Unbedürftige, der Lobenswürdige...“
Das Volk antwortete... Wir haben jedoch ein Bündnis mit Chosrau (dem Perserkönig) geschlossen, keine Neuerungen einzuführen und niemanden aufzunehmen, der eine Neuerung einführt. Ich sehe, dass diese Angelegenheit, zu der du uns aufrufst, den Königen missfällt. Wenn du möchtest, dass wir dir Unterschlupf gewähren und dich in den Gebieten unterstützen, die an die arabischen Gewässer grenzen, tun wir dies. Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte:
«ما أسأتم في الرد إذ فصحتم في الصدق وإن دين الله لن ينصره إلا من حاطه من جميع جوانبه»
„Ihr habt nicht schlecht geantwortet, da ihr offen und ehrlich wart. Doch die Religion Allahs wird nur von demjenigen unterstützt werden, der sie von allen Seiten her schützt.“
5- Dann heißt es in Uyun al-Athar und anderen Büchern der Sira:
قَالَ ابن إسحق: فَلَمَّا أَرَادَ اللَّهُ إِظْهَارَ دِينِهِ وَإِعْزَازَ نَبِيِّهِ وَإِنْجَازَ مَوْعِدِهِ لَهُ، خَرَجَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم فِي الْمَوْسِمِ الَّذِي لَقِيَ فِيهِ النَّفَرَ مِنَ الأَنْصَارِ، رَهْطًا مِنَ الْخَزْرَجِ فَقَالَ لَهُمْ الرسول صلى الله عليه وسلم: «أَفَلا تَجْلِسُونَ أُكَلِّمُكُمْ؟» قَالُوا: بَلَى، فَجَلَسُوا مَعَهُ، فَدَعَاهُمْ إِلَى اللَّهِ، وَعَرَضَ عَلَيْهِمُ الإِسْلامَ... فَلَمَّا كَلَّمَ رَسُول اللَّهِ صلى الله عليه وسلم أُولِئَك النَّفَرَ وَدَعَاهُمْ إِلَى اللَّهِ قَالَ بَعْضُهُمْ لِبَعْضٍ: تَعْلَمُوا وَاللَّهِ إِنَّهُ لَلنَّبِيُّ الَّذِي تَوَعَّدَكُمْ بِهِ يَهُودُ، فَلا يَسْبِقَنَّكُمْ إِلَيْهِ، فَأَجَابُوهُ فِيمَا دَعَاهُمْ إِلَيْهِ بِأَنْ صَدَّقُوهُ وَقَبِلُوا مِنْهُ مَا عَرَضَ عَلَيْهِمْ مِنَ الإِسْلامِ وَقَالُوا لَهُ: إِنَّا تَرَكْنَا قَوْمَنَا وَلا قَوْمَ بَيْنَهُمْ مِنَ الْعَدَاوَةِ وَالشَّرِّ مَا بَيْنَهُمْ، فَإِنْ يَجْمَعُهُمُ اللَّهُ عَلَيْكَ فَلا رَجُلَ أَعَزُّ مِنْكَ، ثُمَّ انْصَرَفُوا رَاجِعِينَ إِلَى بِلادِهِمْ قَدْ آمَنُوا وَصَدَّقُوا...
„Ibn Ishaq sagte: Als Allah Seine Religion zum Sieg führen, Seinen Propheten stärken und Sein Versprechen an ihn erfüllen wollte, ging der Gesandte Allahs (s.a.w.) in der Saison aus, in der er die Gruppe der Ansar vom Stamm al-Chasradsch traf. Er fragte sie: ‚Wollt ihr euch nicht setzen, damit ich mit euch spreche?‘ Sie sagten: ‚Doch‘, und setzten sich zu ihm. Er rief sie zu Allah auf und bot ihnen den Islam an... Als der Gesandte Allahs (s.a.w.) mit ihnen sprach, sagten sie zueinander: ‚Wisst, bei Allah, dies ist gewiss der Prophet, mit dem euch die Juden drohten. Lasst sie euch nicht zu ihm zuvorkommen!‘ So antworteten sie ihm, glaubten ihm und nahmen den Islam an. Sie sagten zu ihm: ‚Wir haben unser Volk verlassen, und kein Volk ist so von Feindschaft und Übel gespalten wie sie. Wenn Allah sie durch dich eint, so wird es keinen Mann geben, der angesehener ist als du.‘ Dann kehrten sie in ihr Land zurück, gläubig und überzeugt...“
Als das Jahr verging und die heiligen Monate zurückkehrten und die Zeit der Pilgerfahrt nach Mekka kam, erschienen in der Saison des zwölften Jahres zwölf Männer aus Yathrib (Medina). Sie trafen den Propheten bei al-Aqaba und leisteten ihm den ersten Treueid von al-Aqaba. In Hada'iq al-Anwar heißt es: „In der Saison des zwölften Jahres trafen ihn zwölf Männer der Ansar und leisteten ihm bei al-Aqaba den Treueid der Frauen (Bay'at an-Nisa')...“
Ahmad überlieferte in seinem Musnad von 'Ubada bin as-Samit, der sagte:
كُنْتُ فِيمَنْ حَضَرَ الْعَقَبَةَ الْأُولَى وَكُنَّا اثْنَيْ عَشَرَ رَجُلًا فَبَايَعْنَا رَسُولَ اللهِ صلى الله عليه وسلم عَلَى بَيْعَةِ النِّسَاءِ، وَذَلِكَ قَبْلَ أَنْ تُفْتَرَضَ الْحَرْبُ عَلَى: «أَنْ لَا نُشْرِكَ بِاللهِ شَيْئًا، وَلَا نَسْرِقَ، وَلَا نَزْنِيَ، وَلَا نَقْتُلَ أَوْلَادَنَا، وَلَا نَأْتِيَ بِبُهْتَانٍ نَفْتَرِيهِ بَيْنَ أَيْدِينَا وَأَرْجُلِنَا، وَلَا نَعْصِيَهُ فِي مَعْرُوفٍ، فَإِنْ وَفَّيْتُمْ فَلَكُمُ الْجَنَّةُ، وَإِنْ غَشِيتُمْ مِنْ ذَلِكَ شَيْئًا، فَأَمْرُكُمْ إِلَى اللهِ إِنْ شَاءَ عَذَّبَكُمْ، وَإِنْ شَاءَ غَفَرَ لَكُمْ».
„Ich gehörte zu denen, die beim ersten Treffen von al-Aqaba anwesend waren. Wir waren zwölf Männer und leisteten dem Gesandten Allahs (s.a.w.) den Eid der Frauen – dies war, bevor der Kampf zur Pflicht wurde –, nämlich: Dass wir Allah nichts beigesellen, nicht stehlen, keinen Ehebruch begehen, unsere Kinder nicht töten, keine Verleumdung vorbringen, die wir uns zwischen unseren Händen und Füßen ausgedacht haben, und ihm im Guten nicht ungehorsam sind. Wenn ihr dies erfüllt, gebührt euch das Paradies. Wenn ihr davon etwas begeht, so liegt eure Angelegenheit bei Allah: Wenn Er will, bestraft Er euch, und wenn Er will, vergibt Er euch.“
6- Als sie abreisten, sandte der Gesandte Allahs (s.a.w.) Mus'ab bin 'Umair mit ihnen, wie in der Sira von Ibn Hischam überliefert:
قَالَ ابْنُ إسْحَاقَ: فَلَمَّا انْصَرَفَ عَنْهُ الْقَوْمُ، بَعَثَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم مَعَهُمْ مُصْعَبَ بْنَ عُمَيْرِ. وَكَانَ مَنْزِلُهُ عَلَى أَسْعَدِ بْنِ زُرَارَةَ بْنِ عُدَسَ، أَبِي أُمَامَةَ... قَالَ ابْنُ إسْحَاقَ: وَحَدَّثَنِي عُبَيْدُ اللَّهِ بْنُ الْمُغِيرَةِ بْنِ مُعَيْقِبٍ، وَعَبْدُ اللَّهِ بْنُ أَبِي بَكْرِ بْنِ مُحَمَّدِ بْنِ عَمْرِو بْنِ حَزْمٍ: أَنَّ أَسْعَدَ بْنَ زُرَارَةَ خَرَجَ بِمُصْعَبِ بْنِ عُمَيْرٍ يُرِيدُ بِهِ دَارَ بَنِي عَبْدِ الْأَشْهَلِ، وَدَارَ بَنِي ظَفَرٍ، وَكَانَ سَعْدُ بْنُ مُعَاذِ بْنَ خَالَةِ أَسْعَدَ بْنِ زُرَارَةَ، فَدَخَلَ بِهِ حَائِطًا مِنْ حَوَائِطِ بَنِي ظَفَرٍ... فَجَلَسَا فِي الْحَائِطِ، وَاجْتَمَعَ إلَيْهِمَا رِجَالٌ مِمَّنْ أَسْلَمَ، وَسَعْدُ بْنُ مُعَاذٍ، وَأُسَيْدُ بْنُ حُضَيْرٍ، يَوْمَئِذٍ سَيِّدَا قَوْمِهِمَا مِنْ بَنِي عَبْدِ الْأَشْهَلِ... ولكن الله شرح صدرهما للإسلام...، فأسلما، وأقبل سعد عَامِدًا إلَى نَادِي قَوْمِهِ وَمَعَهُ أُسَيْدُ بْنُ حُضَيْرٍ... فَلَمَّا وَقَفَ عَلَيْهِمْ قَالَ: يَا بَنِي عَبْدِ الْأَشْهَلِ، كَيْفَ تَعْلَمُونَ أَمْرِي فِيكُمْ؟ قَالُوا: سَيِّدُنَا (وَأَوْصَلُنَا) وَأَفْضَلُنَا رَأْيًا، وَأَيْمَنُنَا نَقِيبَةً، قَالَ: فَإِنَّ كَلَامَ رِجَالِكُمْ وَنِسَائِكُمْ عَلَيَّ حَرَامٌ حَتَّى تُؤْمِنُوا باللَّه وبرسوله. قَالَا: فو الله مَا أَمْسَى فِي دَارِ بَنِي عَبْدِ الْأَشْهَلِ رَجُلٌ وَلَا امْرَأَةٌ إلَّا مُسْلِمًا وَمُسْلِمَةً، وَرَجَعَ أَسْعَدُ وَمُصْعَبٌ إلَى مَنْزِلِ أَسْعَدَ بْنِ زُرَارَةَ، فَأَقَامَ عِنْدَهُ يَدْعُو النَّاسَ إلَى الْإِسْلَامِ...
„Ibn Ishaq berichtete: Als die Leute abreisten, sandte der Gesandte Allahs (s.a.w.) Mus'ab bin 'Umair mit ihnen. Er wohnte bei As'ad bin Zurarah... As'ad ging mit Mus'ab zu den Wohnstätten der Banu 'Abd al-Aschhal und Banu Zafar. Sa'd bin Mu'adh und Usaid bin Hudair waren damals die beiden Anführer ihres Volkes von den Banu 'Abd al-Aschhal... Allah öffnete ihre Herzen für den Islam, und sie nahmen ihn an. Sa'd ging daraufhin zu seinem Volk und fragte: ‚O Banu 'Abd al-Aschhal, wie ist meine Stellung unter euch?‘ Sie sagten: ‚Du bist unser Herr, der Klügste und Beste von uns.‘ Er sagte: ‚Dann ist es mir verboten, mit euren Männern und Frauen zu sprechen, bis ihr an Allah und Seinen Gesandten glaubt.‘ Bei Allah, bis zum Abend gab es im Hause der Banu 'Abd al-Aschhal keinen Mann und keine Frau mehr, die nicht den Islam angenommen hatten. Mus'ab blieb bei As'ad und rief die Menschen zum Islam auf.“
7- In der Sira von Ibn Hischam und Hada'iq al-Anwar heißt es weiter: Mus'ab bin 'Umair kehrte nach Mekka zurück. Eine Gruppe von Muslimen aus den Reihen der Ansar zog im dreizehnten Jahr der Entsendung zusammen mit den Polytheisten ihres Volkes zur Pilgersaison aus. In Mekka vereinbarten sie mit dem Gesandten Allahs (s.a.w.) ein Treffen bei al-Aqaba in der Mitte der Taschriq-Tage. Allah wollte sie ehren, Seinen Propheten unterstützen und den Islam stärken. Ka'b berichtete: „Als wir die Pilgerfahrt beendet hatten, war es die Nacht, die wir mit dem Gesandten Allahs (s.a.w.) vereinbart hatten... Wir schliefen bei unserem Volk, bis ein Drittel der Nacht vergangen war. Dann schlichen wir uns leise wie Wachteln aus unseren Lagern zum Treffpunkt im Tal bei al-Aqaba. Wir waren 73 Männer und zwei Frauen... Wir warteten auf den Gesandten Allahs (s.a.w.)... Er sprach, rezitierte den Koran, rief zu Allah auf und weckte das Interesse am Islam. Dann sagte er: ‚Ich nehme euren Treueid an unter der Bedingung, dass ihr mich so schützt, wie ihr eure Frauen und Kinder schützt.‘ Al-Bara' bin Ma'rur nahm seine Hand und sagte: ‚Ja, bei Dem, Der dich mit der Wahrheit als Propheten gesandt hat, wir werden dich so schützen, wie wir unser Innerstes schützen. Nimm unseren Eid an, o Gesandter Allahs, denn wir sind Söhne des Krieges und Leute der Waffenrüstung; wir haben dies von Generation zu Generation geerbt.‘ Während al-Bara' mit dem Gesandten Allahs (s.a.w.) sprach, unterbrach ihn Abu al-Haitham bin at-Tayyihan und sagte: ‚O Gesandter Allahs, wir haben Bindungen zu anderen Männern – gemeint waren die Juden –, die wir nun kappen werden. Wenn wir das tun und Allah dir den Sieg schenkt, wirst du dann zu deinem Volk zurückkehren und uns verlassen?‘ Der Gesandte Allahs (s.a.w.) lächelte und sagte:
«بَلْ الدَّمَ الدَّمَ، وَالْهَدْمَ الْهَدْمَ، أَنَا مِنْكُمْ وَأَنْتُمْ مِنِّي، أُحارِبُ مَنْ حارَبْتُمْ، وَأُسَالِمُ مَنْ سَالَمْتُمْ...»
‚Nein, Blut für Blut und Zerstörung für Zerstörung. Ich gehöre zu euch und ihr gehört zu mir. Ich bekämpfe, wen ihr bekämpft, und schließe Frieden mit dem, mit dem ihr Frieden schließt...‘
Ibn Ishaq überlieferte von 'Ubada bin as-Samit, der einer der Anführer (Nuqaba') war: ‚Wir leisteten dem Gesandten Allahs (s.a.w.) den Eid des Krieges – 'Ubada gehörte auch zu den Zwölfen des ersten Treffens von al-Aqaba –, nämlich auf das Hören und Gehorchen in schweren und leichten Zeiten, in freudigen und verhassten Momenten, auch wenn andere uns vorgezogen werden, und dass wir die Herrschaft nicht denen streitig machen, denen sie zusteht, und dass wir die Wahrheit sagen, wo immer wir sind, ohne den Tadel eines Tadelnden im Wege Allahs zu fürchten...‘“
8- So wurde das zweite Treffen von al-Aqaba vollzogen, der Eid der Unterstützung (Bay'at an-Nusrah), nachdem sich der Islam in Medina verbreitet hatte. Erst danach folgten die Hidschra und die Staatsgründung. Aus all dem wird deutlich, dass der Gesandte (s.a.w.) bereits seit dem zehnten Jahr der Entsendung den Auftrag hatte, die Unterstützung zu suchen – also etwa drei Jahre vor dem zweiten Treffen von al-Aqaba. Der Gesandte (s.a.w.) handelte aufgrund göttlicher Offenbarung, als er die Unterstützung suchte. Er suchte bei den Stämmen nach den Leuten der Macht. Als ihn die Nachrichten von Mus'ab bin 'Umair aus Medina erreichten und schließlich die 73 Männer und zwei Frauen kamen und den zweiten Eid leisteten, sah er, dass Medina bereit war, ihn zu unterstützen, den Staat zu errichten und den Islam zu stärken. Er dachte über die Auswanderung dorthin nach, weil er stets nach den Leuten der Macht suchte, um zu ihnen zu gehen und die Herrschaft des Islam zu etablieren. Das Nachdenken über die Hidschra war also eine Konsequenz aus der Suche nach der Unterstützung (talab an-nusrah) selbst. So wie der Gesandte Allahs (s.a.w.) zu einem Stamm ging und um Unterstützung bat, so dachte er auch über Medina nach, als er erfuhr, dass es bereit war, die Unterstützung zu gewähren. Daher lag sein Nachdenken über die Hidschra nach Medina völlig im Rahmen der Erfordernisse der Suche nach Unterstützung, die ihm Allah drei Jahre zuvor befohlen hatte. Dennoch wanderte der Gesandte Allahs (s.a.w.) erst aus, nachdem Allah ihm den Ort der Auswanderung gezeigt und ihm die Erlaubnis dazu gegeben hatte, wie es bei al-Bukhari überliefert ist:
عَنْ عَائِشَةَ رَضِيَ اللَّهُ عَنْهَا، زَوْجَ النَّبِيِّ صلى الله عليه وسلم، قَالَتْ: ... فَقَالَ النَّبِيُّ صلى الله عليه وسلم لِلْمُسْلِمِينَ: «إِنِّي أُرِيتُ دَارَ هِجْرَتِكُمْ، ذَاتَ نَخْلٍ بَيْنَ لاَبَتَيْنِ» وَهُمَا الحَرَّتَانِ، فَهَاجَرَ مَنْ هَاجَرَ قِبَلَ المَدِينَةِ... وَتَجَهَّزَ أَبُو بَكْرٍ قِبَلَ المَدِينَةِ، فَقَالَ لَهُ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم: «عَلَى رِسْلِكَ، فَإِنِّي أَرْجُو أَنْ يُؤْذَنَ لِي» فَقَالَ أَبُو بَكْرٍ: وَهَلْ تَرْجُو ذَلِكَ بِأَبِي أَنْتَ؟ قَالَ: «نَعَمْ»... فَبَيْنَمَا نَحْنُ يَوْمًا جُلُوسٌ فِي بَيْتِ أَبِي بَكْرٍ فِي نَحْرِ الظَّهِيرَةِ... فَجَاءَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم... فَقَالَ النَّبِيُّ صلى الله عليه وسلم لِأَبِي بَكْرٍ: «أَخْرِجْ مَنْ عِنْدَكَ». فَقَالَ أَبُو بَكْرٍ: إِنَّمَا هُمْ أَهْلُكَ، بِأَبِي أَنْتَ يَا رَسُولَ اللَّهِ، قَالَ: «فَإِنِّي قَدْ أُذِنَ لِي فِي الخُرُوجِ» فَقَالَ أَبُو بَكْرٍ: الصَّحَابَةُ بِأَبِي أَنْتَ يَا رَسُولَ اللَّهِ؟ قَالَ رَسُولُ اللَّهِ صلى الله عليه وسلم: «نَعَمْ»...
„Von Aischa (r.a.), der Frau des Propheten (s.a.w.), die sagte: ... Der Prophet (s.a.w.) sagte zu den Muslimen: ‚Mir wurde euer Auswanderungsort gezeigt: ein Ort mit Palmen zwischen zwei Lavaströmen (al-Harratain).‘ So wanderten diejenigen aus, die nach Medina zogen... Abu Bakr bereitete sich ebenfalls vor, doch der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte zu ihm: ‚Warte noch, denn ich hoffe, dass mir die Erlaubnis gegeben wird.‘ Abu Bakr fragte: ‚Erhoffst du das, möge mein Vater für dich geopfert sein?‘ Er sagte: ‚Ja‘... Eines Tages saßen wir zur Mittagszeit im Hause Abu Bakrs... Der Gesandte Allahs (s.a.w.) kam... und sagte zu Abu Bakr: ‚Lass alle hinausgehen, die bei dir sind.‘ Abu Bakr sagte: ‚Es sind doch nur deine Angehörigen, o Gesandter Allahs.‘ Er sagte: ‚Mir wurde die Erlaubnis zum Auszug gegeben.‘ Abu Bakr fragte: ‚Darf ich dich begleiten, o Gesandter Allahs?‘ Er sagte: ‚Ja‘...“ (Bukhari)
9- Somit war das Nachdenken über die Hidschra nach Medina, nachdem ihn die Nachrichten von dort erreicht hatten, eine Konsequenz aus dem Auftrag zur Suche nach Unterstützung, den Allah ihm seit dem zehnten Jahr der Entsendung erteilt hatte. Es war vergleichbar mit seinem Gang nach at-Ta'if, zu den Banu Schaiban oder den Banu 'Amir. Doch der Gesandte (s.a.w.) setzte dieses Denken erst in Taten um, nachdem Allah ihm den Ort der Auswanderung gezeigt und ihm den Auszug erlaubt hatte: „Mir wurde euer Auswanderungsort gezeigt“ und „Mir wurde die Erlaubnis zum Auszug gegeben“, wie es al-Bukhari von Aischa (r.a.) überliefert.
Ich hoffe, dass dir das Thema nun klar geworden ist. Und Allah ist der Gewährer des Erfolgs.
Euer Bruder Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah
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