Antwort auf eine Frage
Das Wort (Ummah) bei Sprachwissenschaftlern
Frage:
In der Einleitung zur Verfassung, Artikel 21, sagten wir: „Und Jama’ah (جماعة) ist hier ein Gattungsname (Ism Jins), das heißt, jede Gruppe; es wird also allgemein verwendet und die Gattung ist damit gemeint...“ Dazu habe ich zwei Fragen:
1- Wäre es nicht besser zu sagen: „Und Ummah (أمة) ist hier ein Gattungsname (Ism Jins)“ anstatt „Und Jama’ah...“? Da es sich um die Bedeutung des Wortes in der Ayah handelt, sollte man es doch so wiedergeben, wie es dort steht. 2- In vielen linguistischen Quellen wird erwähnt, dass das Wort Ummah (wie die Wörter Jama’ah, Qawm, Raht, Ta’ifa...) ein Sammelname (Ism Jam’) und kein Gattungsname (Ism Jins) sei. Warum haben wir die Wörter Ummah und Jama’ah als Gattungsnamen betrachtet und nicht als Sammelnamen?
Antwort:
• Was die erste Frage betrifft, so lautet die Antwort wie folgt:
1- Das Wort أمة ist ein polysemes Wort (Lafz Mushtarak), es hat also mehrere Bedeutungen, darunter:
a- Im Sinne einer Gruppe (Jama’ah):
تِلْكَ أُمَّةٌ قَدْ خَلَتْ „Das ist eine Gemeinschaft, die bereits dahingegangen ist.“ (Sure Al-Baqara [2]: 134), d. h. eine Gruppe.
أُمَّةٌ يَدْعُونَ إِلَى الْخَيْرِ „...eine Gemeinschaft, die zum Guten aufruft...“ (Sure Al-Imran [3]: 104), d. h. eine Gruppe, die aufruft.
b- Im Sinne einer einzigen Art im Glauben oder im Irrglauben:
كَانَ النَّاسُ أُمَّةً وَاحِدَةً „Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft...“ (Sure Al-Baqara [2]: 213), d. h. eine einzige Art auf einem einzigen Weg des Irrtums.
وَمَا كَانَ النَّاسُ إِلَّا أُمَّةً وَاحِدَةً „Die Menschen waren nur eine einzige Gemeinschaft...“ (Sure Yunus [10]: 19), d. h. eine einzige Art, die Allahs Einzigkeit bezeugte.
c- Im Sinne einer Glaubensgemeinschaft (Milla) oder Scharia:
وَإِنَّ هَذِهِ أُمَّتُكُمْ أُمَّةً وَاحِدَةً „Und gewiss, dies ist eure Gemeinschaft, eine einzige Gemeinschaft.“ (Sure Al-Mu’minun [23]: 52), d. h. eure Glaubensgemeinschaft und eure Scharia.
d- Im Sinne von Zeit oder Zeitdauer:
وَادَّكَرَ بَعْدَ أُمَّةٍ „...und erinnerte sich nach einer Zeitspanne.“ (Sure Yusuf [12]: 45), d. h. nach einer gewissen Zeit.
e- Im Sinne einer Einzelperson, die anstelle einer Gruppe im Guten steht:
إِنَّ إِبْرَاهِيمَ كَانَ أُمَّةً „Gewiss, Abraham war eine Gemeinschaft...“ (Sure An-Nahl [16]: 120), d. h. ein Vorbild (Imam) oder jemand, der anstelle einer ganzen Gruppe im Gottesdienst für Allah steht.
2- Da أمة somit ein polysemes Wort ist, wird bei der Erläuterung der Ayah die Bedeutung verwendet, die in der Ayah beabsichtigt ist, nämlich (Jama’ah). Deshalb haben wir die Bedeutung in der Erläuterung verwendet, was deutlicher ist als die Verwendung des Wortes أمة selbst, da dieses Wort eben mehrere Bedeutungen hat. Solange wir die Ayah erklären, ist es klarer, die Bedeutung zu verwenden. So sagten wir: (Und Jama’ah ist hier ein Ism Jins). Würden wir sagen: (Und Ummah ist hier ein Ism Jins), könnten sich die Bedeutungen vermischen: Ist damit die Ummah im Sinne der Einzelperson als Vorbild gemeint, oder die Ummah im Sinne der Gruppe, oder im Sinne der Zeit, oder die islamische Ummah...? Der Ausdruck Jama’ah (Gruppe) ist deutlicher, weil es die beabsichtigte Bedeutung in der Ayah ist:
وَلْتَكُنْ مِنْكُمْ أُمَّةٌ „Und es soll aus euch eine Gemeinschaft entstehen...“ (Sure Al-Imran [3]: 104)
• Was die zweite Frage betrifft, so lautet die Antwort wie folgt:
Es scheint, dass du in einigen Sprachbüchern über die Einteilung des Nomens in Gattungsnamen (Ism Jins) und Sammelnamen (Ism Jam’) gelesen hast... und dass ein Wort, das eine Mehrzahl bezeichnet, aber keinen Singular aus seinem eigenen Wortstamm hat, als Sammelname bezeichnet wird, wie Qawm und Raht... Es scheint, als hättest du daraus verstanden, dass diese Einteilung die einzige Einteilung des Nomens sei und dass die Definition des Sammelnamens unumstritten sei. Deshalb hast du dich gefragt, warum wir über Ummah und Jama’ah sagten, sie seien Gattungsnamen, obwohl sie eine Mehrzahl bezeichnen, die keinen Singular aus dem eigenen Wortstamm hat...?
Mein Bruder, die Angelegenheit des Gattungsnamens (Ism Jins) und des Sammelnamens (Ism Jam’) ist Gegenstand ausführlicher Untersuchungen... es gibt Meinungsverschiedenheiten über die Einteilungen... sogar bei der Anwendung der Regeln zur Definition von Gattungsnamen und Sammelnamen gemäß der Methodik der Sprachwissenschaftler bei der Einteilung der Nomen, darunter:
Erstens: Es gibt jene, die das Nomen in Sammelnamen und Gattungsnamen unterteilen...
*1- Sie unterteilen den Sammelnamen (Ism Jam’) in:*
a- Was die Bedeutung einer Gruppe beinhaltet, jedoch keinen Singular aus seinem eigenen Wortstamm hat, sondern dessen Singular nur aus der Bedeutung hervorgeht, wie: Qawm (Volk), Raht (Schar), Jaish (Armee)...
b- Was von den Pluralformen abweicht, das heißt, es hat zwar einen Singular aus dem eigenen Wortstamm, entspricht aber nicht den bekannten Mustern des gebrochenen Plurals, wie: Rakb (Reitertrupp) als Plural von Rakib (Reiter).
c- Was die Nisba-Bildung (Herkunftsbezeichnung) zulässt; es hat einen Singular aus dem eigenen Wortstamm und entspricht den Mustern des gebrochenen Plurals, wird aber bei der Nisba wie ein Singular behandelt, wie: Rikab nach dem Muster (Fi’al), eine Form des gebrochenen Plurals, mit dem Singular Rakuba, aber die Nisba lautet wie beim Singular Rikabi – daher ist es ein Sammelname.
2- Sie unterteilen den Gattungsnamen (Ism Jins) in:
a- Den kollektiven Gattungsnamen (Ism Jins Jam’i): Er beinhaltet die Bedeutung der Mehrzahl, die auf die Gattung hinweist, und hat einen Singular, der sich durch eines von zwei Merkmalen unterscheidet:
Die Taa Marbuta, wie: Nahl (Bienen): Nahla (eine Biene), Kalim (Worte): Kalima (ein Wort), Tuffah (Äpfel): Tuffaha (ein Apfel), Shajar (Bäume): Shajara (ein Baum), Tamr (Datteln): Tamra (eine Dattel).
Das Nisba-Ya, wie: ’Arab (Araber): ’Arabi, Turk (Türken): Turki, Zinj (Zanj/Afrikaner): Zinji.
b- Den individuellen Gattungsnamen (Ism Jins Ifradi): Er bezeichnet die Gattung und ist sowohl für weniges als auch für vieles anwendbar, wie: Ma’ (Wasser) und Laban (Milch).
c- Den einheitlichen Gattungsnamen (Ism Jins Ahadi), wie Asad (Löwe), Dhi’b (Wolf), Rajul (Mann).
3- Wie ich eingangs erwähnte, gibt es Unstimmigkeiten bei der Anwendung dieser Regeln zur Bestimmung von Sammel- und Gattungsnamen, zum Beispiel:
a- In (Al-Bahr al-Muhit fi Usul al-Fiqh) 4/115 heißt es: „Drittens: Der Gattungsname (Ism Jins), bei dem zwischen ihm und seinem Singular durch die Taa unterschieden wird... wie Tamr (Dattel) und Shajara (Baum). Das ist die bekannte Ansicht, nämlich dass es ein Ism Jins ist. Al-Ghazali nennt es einen Plural (Jam’), und Ibn Malik nennt es einen Sammelnamen (Ism Jam’)...“ Wie du siehst, gibt es hier einen Dissens: Die verbreitete Meinung ist Gattungsname, für Al-Ghazali ist es ein Plural und für Ibn Malik ein Sammelname.
b- In (As-Sharh al-Kabir li Mukhtasar al-Usul, S. 155): „Die Gelehrten waren sich uneinig über das Wort Kalim, ob es ein kollektiver Gattungsname oder ein Gattungsname ist. As-Suyuti sagte: ...eine Gruppe von ihnen, darunter al-Jurjani, vertrat die Ansicht, dass es ein Plural (Jam’) für Kalima sei, während al-Farisi und andere Forscher der Ansicht waren, dass es ein Gattungsname (Ism Jins) sei.“ Auch hier betrifft die Frage den Plural von Kalim, dessen Singular sich durch die Taa (Kalima) unterscheidet. Laut obiger Einteilung wäre es ein kollektiver Gattungsname, bei al-Jurjani ist es ein Plural und bei al-Farisi ein Gattungsname.
Wie du siehst, gibt es bei den Sprachwissenschaftlern je nach ihrer Methodik Unterschiede bei dieser ersten Einteilung des Nomens.
Zweitens: Es gibt jene, die das Nomen in Gattungsnamen und Derivatum (Mushtaqq) unterteilen:
1- Im Buch (Al-Mahsul) von Abu Abdullah al-Razi, bekannt als Fakhr al-Din al-Razi (gest. 606 n. H.), heißt es:
„...Was das Nomen betrifft, so ist es entweder ein Eigenname (’Alam), ein Derivatum (Mushtaqq) oder ein Gattungsname (Ism Jins). Der Eigenname kann nicht metaphorisch (Majaz) sein... Das Derivatum ist das, bei dem die Metapher nicht auf den Wortstamm zugreift... Die Metapher betrifft in Wirklichkeit nur die Gattungsnamen, und Allah weiß es am besten.“
2- In (Al-Bahr al-Muhit fi Usul al-Fiqh) von Badr al-Din al-Zarkashi (gest. 794 n. H.):
[Zweiter Hinweis] [Das Universelle (Al-Kulli) unterteilt sich hinsichtlich seines Ausdrucks in Derivate und andere.]
„...Denn entweder weist es auf die Washeit (Mahiyyah) mit einer Eigenschaft hin, dann ist es ein Derivatum (Mushtaqq), wie ‚der Schwarze‘... oder es weist nicht darauf hin. In diesem Fall: Wenn es nur auf die Washeit selbst hinweist, dann ist es der Gattungsname (Ism Jins)... Al-Asfahanī sagte: Und das, was auf die Gattung hinweist, unterteilt sich in Gattungsnamen (Ism Jins) wie Asad (Löwe) und Gattungseigennamen (’Alam Jins) wie Usamah...“
3- Im Buch (Al-Muhadhdhab fi ’Ilm Usul al-Fiqh al-Muqaran) von Abdul Karim al-Namlah (zeitgenössisch):
Das Universelle unterteilt sich ebenfalls in: „Gattungsname“ (Ism Jins) und „Derivatum“ (Mushtaqq):
Der Gattungsname ist: dass der Name auf eine bestimmte Entität hinweist, wie „das Pferd“ (Al-Faras) und „der Mensch“ (Al-Insan).
Das Derivatum ist: der Hinweis des Namens auf einen Träger einer bestimmten Eigenschaft, ohne die Besonderheit der Washeit, wie „der Reiter“ (Al-Faris) und „der Gelehrte“ (Al-’Alim).
Das Partikuläre (Al-Juz’i) unterteilt sich in „unabhängig“ und „nicht unabhängig“. Der unabhängige partikuläre Name ist der Eigenname wie „Zaid“... und der nicht unabhängige partikuläre Name ist das Pronomen wie „ich“, „du“ und „er“.
Drittens: Wir haben im Buch (As-Shakhsiyyah), Teil 3, Kapitel „Die Ausdrücke der Sprache und ihre Kategorien – Das Nomen“, das Nomen auf diese Weise eingeteilt und gesagt:
„...Das Nomen ist entweder universell (Kulli) oder partikulär (Juz’i); denn wenn es so beschaffen ist, dass viele unter seinen Begriff fallen können, dann ist es universell, und wenn nicht, dann ist es partikulär...
Das Universelle ist ebenfalls zweierlei Art: Gattung (Jins) und Derivatum (Mushtaqq); dies deshalb, weil:
- Wenn es auf eine unbestimmte Entität hinweist, wie das Pferd, der Mensch, die Schwärze und anderes, was auf die Washeit selbst hinweist, dann ist es die Gattung, also der Gattungsname (Ism Jins)...
- Wenn das Universelle auf einen Träger einer bestimmten Eigenschaft hinweist, dann ist es das Derivatum (Mushtaqq), wie der Schwarze, der Reiter und Ähnliches...
Was das Partikuläre betrifft, so ist es zweierlei Art: Eigenname und Pronomen; dies deshalb, weil:
- Wenn der Ausdruck in seiner Bedeutung unabhängig ist, das heißt, er benötigt nichts, was ihn erklärt, dann ist es der Eigenname wie Zaid und Ali...
- Wenn er nicht unabhängig ist, indem er etwas benötigt, das ihn erklärt, dann ist es das Pronomen, wie er und sie...) Ende des Zitats
Dementsprechend ist der Ausdruck, der die Bedeutung einer Mehrzahl trägt – also das Universelle –, in zwei Kategorien unterteilt:
Wenn er auf eine unbestimmte Entität hinweist und nur die Washeit selbst bezeichnet, wie das Pferd, der Mensch und die Schwärze, dann ist er ein Gattungsname (Ism Jins)... Und wenn das Universelle auf einen Träger einer bestimmten Eigenschaft hinweist, dann ist es ein Derivatum (Mushtaqq), wie der Schwarze, der Reiter und der Gelehrte. So ist der Schwarze mit Schwärze charakterisiert, der Reiter mit der Reitkunst und der Gelehrte mit Wissen...
Basierend darauf weisen die beiden Begriffe (Ummah und Jama’ah in diesem Sinne) auf eine unbestimmte Entität hin: irgendeine Ummah, irgendeine Jama’ah... keiner von beiden besitzt eine spezifische Eigenschaft... folglich sind sie Gattungsnamen (Ism Jins) und keine Derivate gemäß der genannten Definition. Dies ist es, was wir bei der Einteilung der Nomen zugrunde gelegt haben. Daher sagten wir, dass Jama’ah und Ummah Gattungsnamen sind, wie es in der Erläuterung zu Artikel 21 der Einleitung heißt:
[Der Beleg dafür ist das Wort Allahs (t.):
وَلْتَكُن مِّنكُمْ أُمَّةٌ يَدْعُونَ إِلَى الْخَيْرِ وَيَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَيَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنكَرِ وَأُوْلَـئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ „Und es soll aus euch eine Gemeinschaft entstehen, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Unrechte verwehrt; jene sind es, denen es wohl ergeht.“ (Sure Al-Imran [3]: 104)
Die Art der Beweisführung mit dieser Ayah für die Gründung politischer Parteien liegt darin, dass Allah (t.) den Muslime befohlen hat, dass aus ihnen eine Gruppe (Jama’ah) entstehen soll, die den Ruf zum Guten – d. h. zum Islam – übernimmt und das Rechte gebietet und das Unrechte verwehrt... Sein Wort (t.):
وَلْتَكُن مِّنكُمْ أُمَّةٌ „Und es soll aus euch eine Gemeinschaft entstehen...“
ist ein Befehl zur Schaffung einer organisierten Gruppe, die innerhalb der Gemeinschaft der Muslime die Eigenschaft einer Jama’ah besitzt. Er sagte nämlich: مِّنكُمْ (aus euch). Die Bedeutung Seines Wortes: وَلْتَكُنْ مِنْكُمْ ist also: „Es soll eine Gruppe von Muslimen sein“, und nicht: „Die Muslime sollen eine Gruppe sein“. Denn das Wort مِّن in der Ayah dient der Partition (Tab'idh) und nicht der Erklärung der Gattung (Bayan al-Jins). Die Regel hierfür ist, dass an seiner Stelle das Wort „einige“ (Ba’dh) stehen könnte. Wir könnten also sagen: „Und einige von euch sollen eine Ummah sein“. Hingegen passt das Wort „einige“ nicht in der Ayah:
وَعَدَ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا مِنكُمْ „Allah hat denjenigen von euch, die glauben... verheißen...“ (Sure An-Nur [24]: 55)
Hier sagen wir nicht: „Allah hat denjenigen, die glauben – einigen von euch – verheißen“. Deshalb dient es dort der Erklärung der Gattung, das heißt, die Verheißung ist nicht auf die Generation der Sahaba (r.) beschränkt, sondern gilt für alle, die glauben und rechtschaffene Werke tun...
Man kann auch nicht sagen, die Ayah spräche von einer Ummah, also nur einer einzigen Partei, was die Gründung mehrerer Parteien ausschlösse. Das kann man nicht sagen, weil die Ayah nicht sagte: „eine einzige Ummah“ oder „eine einzige Gruppe“, sondern sie sagte Ummah in der unbestimmten Form ohne jegliche nähere Beschreibung. Das bedeutet, dass die Gründung einer Gruppe eine Pflicht ist; wenn eine Gruppe sie erfüllt, ist die Pflicht erfüllt, aber es hindert nicht an der Gründung mehrerer Gruppen, also mehrerer Blöcke. Die Verrichtung einer kollektiven Pflicht (Fard al-Kifaya) durch einen Einzelnen, für die einer ausreicht, hindert andere nicht daran, diese Pflicht ebenfalls zu erfüllen. Und Jama’ah ist hier ein Gattungsname (Ism Jins), was bedeutet: jede Gruppe. Es wird also allgemein verwendet und die Gattung ist gemeint, nicht das Individuum. Allah (t.) sagte:
كُنتُمْ خَيْرَ أُمَّةٍ „Ihr seid die beste Gemeinschaft...“ (Sure Al-Imran [3]: 110)
Hier ist die Gattung gemeint. Ähnlich verhält es sich mit dem Ausspruch des Gesandten (s.):
«مَنْ رَأَى مِنْكُمْ مُنْكَراً فَلْيُغَيِّرْهُ» „Wer von euch etwas Unrechtes sieht, der soll es ändern.“ (Überliefert von Muslim über Abu Sa’id al-Khudri)
Gemeint ist nicht nur eine einzige unrechte Tat, sondern die Gattung des Unrechten (Jins al-Munkar). Davon gibt es viele Beispiele. Es wird die Handlung der Gattung gefordert oder verboten, und nicht ein einzelnes Individuum der Gattung. So trifft es auf ein Individuum der Gattung ebenso zu wie auf mehrere Individuen dieser Gattung... Daher ist es unzulässig, die Gründung mehrerer politischer Parteien zu verbieten – vorausgesetzt, es handelt sich um islamische Parteien, die auf dem basieren, was die Ayah festlegt: der Ruf zum Guten, das Gebieten des Rechten und das Verwehren des Unrechten, einschließlich des Gebietens des Rechten gegenüber den Herrschern, das Verwehren des Unrechten bei ihnen und deren Rechenschaftslegung.] Ende des Zitats.
Zur Information: Es gibt Sprachwissenschaftler, die ausdrücklich festgehalten haben, dass das Wort (Ummah) ein Gattungsname (Ism Jins) ist, und folglich ist auch (Jama’ah) ein Gattungsname:
In „Al-Muharrar al-Wajiz fi Tafsir al-Kitab al-’Aziz“ (1/488) von Ibn ’Atiyyah al-Andalusi (gest. 542 n. H.) heißt es: „Die Interpreten waren sich uneinig über die Bedeutung Seines Wortes: ‚Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht wurde...‘ Al-Hasan ibn Abi al-Hasan und eine Gruppe von Gelehrten sagten: Die Bedeutung der Ayah ist die Ansprache an die Ummah, dass sie die beste Gemeinschaft seien, die für die Menschen hervorgebracht wurde. Das Wort أُمَّةٍ ist gemäß dieser Interpretation ein Gattungsname (Ism Jins), als würde man zu ihnen sagen: Ihr seid die besten der Nationen (Umam). Diese Interpretation wird dadurch gestützt, dass sie Zeugen über die Menschen sind... Der Qadi Abu Muhammad sagte: Somit ist أُمّة nach dieser Interpretation ein Gattungsname (Ism Jins)...“ Ende des Zitats.
Ich hoffe, dass die Angelegenheit nun klar geworden ist. Und Allah weiß es am besten und ist am weisesten.
02. Muharram 1441 n. H. 01.09.2019 n. Chr.