Home About Articles Ask the Sheikh
Fragen & Antworten

Antwort auf eine Frage: Wie vermeide ich Unglaube (Kufr) oder Beigesellung (Schirk) und sterbe als Muslim?

April 30, 2017
8561

Serie der Antworten des ehrwürdigen Gelehrten Ata Bin Khalil Abu Al-Rashtah, Emir von Hizb ut-Tahrir, auf die Fragen der Besucher seiner Facebook-Seite „Fiqhi“

Antwort auf eine Frage Wie vermeide ich Unglaube (Kufr) oder Beigesellung (Schirk) und sterbe als Muslim? An Islam Zidan

Frage:

As-Salamu Alaikum Wa Rahmatullahi Wa Barakatuh, Wie vermeide ich Unglaube (Kufr) oder Beigesellung (Schirk) und sterbe als Muslim? Ich möchte nicht zu denjenigen gehören, deren Taten am meisten verloren gehen... Und besteht Kufr nur aus Taten, Worten oder Überzeugungen? Bitte um Antwort, möge Allah euch segnen.

Antwort:

Wa Alaikum As-Salam Wa Rahmatullahi Wa Barakatuh,

Ihre Frage besteht aus zwei Teilen:

Erstens: Wie vermeidet man Schirk und Kufr und stirbt als Muslim? Zweitens: Besteht Kufr aus einer Tat, einem Wort oder einer Überzeugung?

Wir beginnen mit der Beantwortung des zweiten Teils der Frage, da die Antwort auf den ersten Teil darauf aufbaut.

  • Antwort auf den zweiten Teil der Frage:

Die Aqidah (Überzeugung) und der Iman (Glaube) haben dieselbe Bedeutung: Es ist die feste Überzeugung (at-tasdiq al-jazim), die der Realität entspricht und auf einem Beweis beruht. Der Ort des Glaubens ist das Herz. Er hängt von der festen Überzeugung ab – nicht von einer bloßen Zustimmung –, und davon, dass sie der Realität entspricht und auf einem Beweis gründet, damit sie tief im Inneren des Herzens gefestigt ist. Erst dann ist der Mensch ein Gläubiger. Ebenso ist der Unglaube (Kufr) im Herzen verortet, da er sich auf die Überzeugung bezieht. Allah, der Gepriesene, sagt:

قَالَتِ الْأَعْرَابُ آَمَنَّا قُلْ لَمْ تُؤْمِنُوا وَلَكِنْ قُولُوا أَسْلَمْنَا وَلَمَّا يَدْخُلِ الْإِيمَانُ فِي قُلُوبِكُم

„Die Wüstenaraber sagen: ‚Wir glauben.‘ Sag: Ihr glaubt nicht (wirklich), sondern sagt: ‚Wir sind Muslime geworden‘, denn der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingezogen.“ (Sure Al-Hujurat [49]: 14), da er noch nicht in ihren Herzen gefestigt war.

وَلَكِنَّ اللَّهَ حَبَّبَ إِلَيْكُمُ الْإِيمَانَ وَزَيَّنَهُ فِي قُلُوبِكُمْ وَكَرَّهَ إِلَيْكُمُ الْكُفْرَ وَالْفُسُوقَ وَالْعِصْيَانَ أُولَئِكَ هُمُ الرَّاشِدُونَ

„Aber Allah hat euch den Glauben liebenswert gemacht und ihn in euren Herzen verschönt, und Er hat euch Unglauben, Frevel und Ungehorsam verhasst gemacht. Das sind die Rechtgeleiteten.“ (Sure Al-Hujurat [49]: 7)

مَنْ كَفَرَ بِاللَّهِ مِنْ بَعْدِ إِيمَانِهِ إِلَّا مَنْ أُكْرِهَ وَقَلْبُهُ مُطْمَئِنٌّ بِالْإِيمَانِ وَلَكِنْ مَنْ شَرَحَ بِالْكُفْرِ صَدْرًا فَعَلَيْهِمْ غَضَبٌ مِنَ اللَّهِ وَلَهُمْ عَذَابٌ عَظِيمٌ

„Wer Allah verleugnet, nachdem er geglaubt hat – außer dem, der gezwungen wird, während sein Herz im Glauben Ruhe gefunden hat –, wer aber seine Brust dem Unglauben öffnet, auf den fällt Allahs Zorn, und für ihn gibt es eine gewaltige Strafe.“ (Sure An-Nahl [16]: 106)

Daher dreht sich der Kern von Glauben und Unglauben um die Überzeugung des Herzens und nicht primär um Wort und Tat, da Worte und Taten Handlungen der Glieder und der Zunge sind, die sich von der Herzensüberzeugung unterscheiden. In diesem Zusammenhang müssen jedoch zwei Dinge beachtet werden:

1- Obwohl Worte und Taten selbst keine Überzeugung (I'tiqad) sind, können sie auf eine Überzeugung hindeuten und diese offenbaren. In diesem Fall nehmen Wort und Tat das Urteil der Überzeugung an, und der Mensch kann dadurch zum Ungläubigen werden. Ein Muslim fällt in vier Fällen in den Kufr:

a) Durch Überzeugung: Indem er etwas glaubt, das nicht zum Islam gehört, wie zum Beispiel den Glauben an das Prophetentum von jemandem nach Muhammad ﷺ, wie den Glauben an das Prophetentum des Qadiyani. Er wird durch diese Überzeugung ungläubig, weil sein Herz an etwas anderem als dem Islam festhält.

b) Durch Zweifel: Indem er an einer zweifelsfreien Angelegenheit des Islam zweifelt. Wer etwa am Prophetentum von Muhammad ﷺ zweifelt, wird dadurch zum Ungläubigen, weil sein Herz nicht mehr fest von dessen Prophetentum überzeugt ist.

c) Durch eine Aussage, die auf eine Überzeugung hindeutet: Wenn jemand sagt, dass es keinen Schöpfer gäbe oder dass der Edle Koran nicht das Wort Allahs sei. Wer so etwas sagt, wird durch seine Aussage ungläubig, die auf seine Überzeugung hinweist. Bedingung hierbei ist jedoch, dass die Aussage keine andere Deutung zulässt, sondern der Unglaube darin klar und zweifelsfrei ist.

d) Durch eine Tat, die auf eine Überzeugung hindeutet: Wie das Niederwerfen vor einem Götzen oder das Verrichten der Gebete der Juden oder Christen. Eine solche Tat weist auf die Überzeugung des Täters hin. Wer sich vor einem Götzen niederwirft oder wie Juden oder Christen betet, wird durch diese Tat ungläubig, da sie seine dem Islam widersprechende Überzeugung belegt. Auch hier gilt, dass die Tat keine andere Deutung zulassen darf und der Unglaube darin eindeutig feststehen muss.

Dies sind die vier Fälle, durch die ein Muslim ungläubig werden kann. Was die Überzeugung von etwas Unislamischem und den Zweifel an Gewissheiten des Islam betrifft, so ist offensichtlich, dass dies Taten des Herzens sind. Taten und Worte hingegen sind an sich keine Herzenshandlungen, sondern Handlungen der Glieder und der Zunge. Da sie jedoch mit der Herzenshandlung verknüpft sind, indem sie auf die Überzeugung im Herzen hindeuten, werden sie in den genannten Beispielen wie Überzeugungen behandelt. Alle anderen Worte und Taten, die nicht auf die Überzeugung des Täters hindeuten, bleiben außerhalb des Kreises von Kufr und Iman, wie etwa das Begehen einer Sünde, während man sich zum Islam und seiner Aqidah bekennt. Deshalb ist die Praxis der Muslime, einen Muslim nicht aufgrund einer begangenen Sünde zum Ungläubigen zu erklären (Takfir), außer wenn damit eine Leugnung einhergeht – wie jemand, der nicht fastet und die Pflicht des Fastens leugnet. Wer jedoch nicht fastet, aber die Pflicht des Fastens anerkennt, ist ein Frevler (Fasiq) und kein Ungläubiger (Kafir), denn Takfir darf nur bei absoluter Gewissheit erfolgen. Der Takfir ist eine schwerwiegende Angelegenheit im Islam, und der Gesandte ﷺ sagte:

إِذَا قَالَ الرَّجُلُ لِأَخِيهِ يَا كَافِرُ فَقَدْ بَاءَ بِهِ أَحَدُهُمَا

„Wenn ein Mann zu seinem Bruder sagt: ‚O Kafir‘, so ist dies auf einen von beiden zurückgefallen.“ (Überliefert von al-Buhari über Abu Huraira). In einer Überlieferung von Ahmad über Ibn Umar heißt es vom Propheten ﷺ:

مَنْ كَفَّرَ أَخَاهُ فَقَدْ بَاءَ بِهَا أَحَدُهُمَا

„Wer seinen Bruder des Unglaubens bezichtigt, so ist dies auf einen von beiden zurückgefallen.“

2- Die feste Überzeugung (at-tasdiq al-jazim) impliziert sprachlich eine notwendige Schlussfolgerung: Die Übereinstimmung der Zunge mit dem Herzen. Man darf nicht das leugnen, wovon man fest überzeugt ist. Es kann niemand sagen: „Ich glaube an Allah und bin fest überzeugt, dass Er der Schöpfer des Universums ist und keinen Partner hat“, und dann behaupten, Allah mache Fehler oder habe einen Partner oder sei nicht der Schöpfer. Ebenso wenig kann man das leugnen, was Allah, der Schöpfer, als Pflicht auferlegt hat, wenn mit Gewissheit feststeht, dass Er es zur Pflicht gemacht hat – wie wenn jemand sagt: „Ich glaube an Allah“, aber das Gebet, das Fasten oder eine andere offenkundige religiöse Notwendigkeit (ma'lum min ad-din bi-d-darura) leugnet. Ein solcher Mensch wäre ein Ungläubiger, weil er einen feststehenden Befehl Allahs als Lüge bezeichnet.

Deshalb wurde Iblis (Allah verfluche ihn) ungläubig, weil er die Richtigkeit von Allahs Befehl leugnete, sich vor Adam niederzuwerfen, obwohl er an die Existenz Allahs glaubte. Er leugnete jedoch die Richtigkeit Seines Befehls, als Allah sprach:

قَالَ مَا مَنَعَكَ أَلَّا تَسْجُدَ إِذْ أَمَرْتُكَ قَالَ أَنَا خَيْرٌ مِنْهُ خَلَقْتَنِي مِنْ نَارٍ وَخَلَقْتَهُ مِنْ طِينٍ

„Er (Allah) sprach: ‚Was hinderte dich daran, dich niederzuwerfen, als Ich es dir befahl?‘ Er (Iblis) sagte: ‚Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen und ihn hast Du aus Lehm erschaffen.‘“ (Sure Al-A'raf [7]: 12). Er erklärte damit, dass Allah in Seinem Befehl an ihn falsch gelegen habe. Iblis war der Ansicht, es sei richtig, dass Adam sich vor ihm niederwirft, statt umgekehrt. Er leugnete die Richtigkeit von Allahs Befehl und gehörte damit zu den ungläubigen Verbrechern. Ebenso verhielt es sich mit jenen, die in ihren Herzen die Richtigkeit der Zeichen erkannten, die Musa (Friede sei mit ihm) brachte, sie aber mit ihren Zungen leugneten und sie als Zauberei bezeichneten. Allah sagt:

وَجَحَدُوا بِهَا وَاسْتَيْقَنَتْهَا أَنْفُسُهُمْ ظُلْمًا وَعُلُوًّا فَانْظُرْ كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الْمُفْسِدِينَ

„Und sie leugneten sie aus Ungerechtigkeit und Überheblichkeit, obwohl ihr Inneres von ihrer Wahrheit überzeugt war. Schau nur, wie das Ende derer war, die Unheil stifteten.“ (Sure An-Naml [27]: 14)

Zusammenfassung: Im Ursprung ist der Unglaube (Kufr) eine Überzeugung (die nicht dem Islam entspricht) und kein bloßes Wort oder eine Tat – es sei denn, das Wort oder die Tat deutet auf eine Überzeugung hin oder beinhaltet die Leugnung einer feststehenden Sache im Islam. In diesen Fällen nehmen Wort und Tat das Urteil der Überzeugung an und stellen Unglauben dar, möge Allah uns davor bewahren.

  • Antwort auf den ersten Teil der Frage:

Wie man Kufr und Schirk vermeidet und als Muslim stirbt, lässt sich auf zwei grundlegende Punkte zurückführen:

1- Dass man bei der Annahme der Aqidah der korrekten Methode folgt, die der Edle Koran und die reine Sunna dargelegt haben. Die wichtigsten Merkmale dieser Methode lassen sich wie folgt zusammenfassen:

a) Die Annahme der Überzeugung durch Gewissheit (Yaqin) und nicht durch Vermutung (Dhann). Die Beweise müssen in ihrer Herkunft und in ihrer Bedeutung eindeutig (qati') sein. Allah sagt:

إِنَّ الَّذِينَ لَا يُؤْمِنُونَ بِالْآخِرَةِ لَيُسَمُّونَ الْمَلَائِكَةَ تَسْمِيَةَ الْأُنْثَى * وَمَا لَهُمْ بِهِ مِنْ عِلْمٍ إِنْ يَتَّبِعُونَ إِلَّا الظَّنَّ وَإِنَّ الظَّنَّ لَا يُغْنِي مِنَ الْحَقِّ شَيْئًا

„Diejenigen, die nicht an das Jenseits glauben, geben den Engeln weibliche Namen. Doch sie haben kein Wissen darüber; sie folgen nur einer Vermutung, und die Vermutung nützt gegenüber der Wahrheit gar nichts.“ (Sure An-Najm [53]: 27-28). Vermutungen reichen in der Aqidah nicht aus; es muss unumstößliche Gewissheit sein.

b) Sich bei der Verinnerlichung der Aqidah auf rationale Beweise (adila 'aqliyya) stützen, sofern es um Dinge geht, die der Wahrnehmung unterliegen – wie das Nachdenken über die Schöpfung Allahs. Bei den verborgenen Dingen (Ghaib), die sich der Sinneswahrnehmung entziehen, stützt man sich auf die textlichen Beweise (adila naqliyya) der Offenbarung und bleibt exakt bei dem stehen, was im Text steht. Das bedeutet, man sollte die Themen der islamischen Aqidah nicht verkomplizieren oder philosophisch überhöhen. Vielmehr sollte sie einfach und verständlich, zugleich aber tiefgründig und erleuchtet angenommen werden, genau so, wie es die Gefährten des Gesandten ﷺ taten:

  • Man denkt über die Geschöpfe nach und erkennt, dass sie einen Schöpfer haben müssen. Allah sagt: أَفَلَا يَنْظُرُونَ إِلَى الْإِبِلِ كَيْفَ خُلِقَتْ * وَإِلَى السَّمَاءِ كَيْفَ رُفِعَتْ * وَإِلَى الْجِبَالِ كَيْفَ نُصِبَتْ * وَإِلَى الْأَرْضِ كَيْفَ سُطِحَتْ „Schauen sie denn nicht zu den Kamelen, wie sie erschaffen wurden, und zum Himmel, wie er emporgehoben wurde, und zu den Bergen, wie sie aufgestellt wurden, und zur Erde, wie sie flach ausgebreitet wurde?“ (Sure Al-Ghashiyah [88]: 17-20). Und Er sagt: أَمْ خُلِقُوا مِنْ غَيْرِ شَيْءٍ أَمْ هُمُ الْخَالِقُونَ* أَمْ خَلَقُوا السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ بَلْ لَا يُوقِنُونَ „Oder sind sie etwa aus dem Nichts erschaffen worden, oder sind sie gar selbst die Schöpfer? Oder haben sie die Himmel und die Erde erschaffen? Nein, vielmehr sind sie nicht überzeugt.“ (Sure At-Tur [52]: 35-36). Und Er sagt: وَفِي الْأَرْضِ آيَاتٌ لِلْمُوقِنِينَ * وَفِي أَنْفُسِكُمْ أَفَلَا تُبْصِرُونَ „Und auf der Erde gibt es Zeichen für diejenigen, die fest überzeugt sind, und in euch selbst; seht ihr denn nicht?“ (Sure Adh-Dhariyat [51]: 20-21).

  • Dann verinnerlicht man die Verse des Edlen Korans, den Allah für jene leicht gemacht hat, die Ihn suchen: وَلَقَدْ يَسَّرْنَا الْقُرْآنَ لِلذِّكْرِ فَهَلْ مِنْ مُدَّكِرٍ „Und Wir haben den Koran ja leicht gemacht zum Bedenken. Aber gibt es jemanden, der bedenkt?“ (Sure Al-Qamar [54]: 17). Man glaubt an die darin enthaltenen Urteile und das Verborgene, ohne sich in Spekulationen über das Ghaib zu verlieren, das man nicht wahrnehmen kann. Man glaubt an die Schönsten Namen Allahs, wie sie überliefert wurden, ohne über das Wesen (Dhat) Allahs zu spekulieren: لَا تُدْرِكُهُ الْأَبْصَارُ وَهُوَ يُدْرِكُ الْأَبْصَارُ وَهُوَ اللَّطِيفُ الْخَبِيرُ „Die Blicke erfassen Ihn nicht, Er aber erfasst die Blicke. Er ist der Feinfühlige und Allkundige.“ (Sure Al-An'am [6]: 103). Man glaubt an alles Verborgene: den Jüngsten Tag, das Paradies, das Feuer usw., und beschränkt sich dabei auf das, was im Koran und in der feststehenden Sunna des Gesandten Allahs ﷺ steht, ohne etwas hinzuzufügen oder wegzulassen. Allah sagt: تِلْكَ مِنْ أَنْبَاءِ الْغَيْبِ نُوحِيهَا إِلَيْكَ مَا كُنْتَ تَعْلَمُهَا أَنْتَ وَلَا قَوْمُكَ مِنْ قَبْلِ هَذَا فَاصْبِرْ إِنَّ الْعَاقِبَةُ لِلْمُتَّقِينَ „Dies gehört zu den Nachrichten aus dem Verborgenen, die Wir dir offenbaren. Weder du noch dein Volk wussten dies zuvor. Sei also geduldig! Das Ende gehört den Gottesfürchtigen.“ (Sure Hud [11]: 49). Und Er sagt: قُلْ لَا يَعْلَمُ مَنْ فِي السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ الْغَيْبَ إِلَّا اللَّهُ وَمَا يَشْعُرُونَ أَيَّانَ يُبْعَثُونَ „Sag: Niemand in den Himmeln und auf der Erde weiß das Verborgene außer Allah. Und sie merken nicht, wann sie auferweckt werden.“ (Sure An-Naml [27]: 65)

2- Ein Muslim muss Allah gegenüber aufrichtig in seiner Absicht sein, wahrhaftig gegenüber Seinem Gesandten ﷺ, auf Allah vertrauend und rechtgeleitet durch Seine Führung. Er sollte gottesfürchtig sein, Unrecht und Ungehorsam meiden und Allah anrufen, ihn auf der Wahrheit und dem Glauben zu festigen. Wie es im Hadith heißt, den at-Tirmidhi überlieferte, sagte Anas: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte oft:

يَا مُقَلِّبَ القُلُوبِ ثَبِّتْ قَلْبِي عَلَى دِينِكَ

„O Wender der Herzen, festige mein Herz in Deinem Deen.“ Dann wird Allah ihn mit Seiner Erlaubnis festigen:

يُثَبِّتُ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا بِالْقَوْلِ الثَّابِتِ فِي الْحَيَاةِ الدُّنْيَا وَفِي الْآخِرَةِ وَيُضِلُّ اللَّهُ الظَّالِمِينَ وَيَفْعَلُ اللَّهُ مَا يَشَاءُ

„Allah festigt diejenigen, die glauben, durch das beständige Wort im diesseitigen Leben und im Jenseits. Doch Allah lässt die Ungerechten in die Irre gehen. Und Allah tut, was Er will.“ (Sure Ibrahim [14]: 27). Wann immer man gottesfürchtig, aufrichtig und wahrhaftig ist, wird Allah die Angelegenheit erleichtern:

فَأَمَّا مَنْ أَعْطَى وَاتَّقَى * وَصَدَّقَ بِالْحُسْنَى * فَسنُيَسِّرُهُ لِلْيُسْرَى * وَأَمَّا مَنْ بَخِلَ وَاسْتَغْنَى * وَكَذَّبَ بِالْحُسْنَى * فَسَنُيَسِّرُهُ لِلْعُسْرَى * وَمَا يُغْنِي عَنْهُ مَالُهُ إِذَا تَرَدَّى * إِنَّ عَلَيْنَا لَلْهُدَى * وَإِنَّ لَنَا لَلْآخِرَةَ وَالْأُولَى

„Was nun denjenigen angeht, der gibt und gottesfürchtig ist und an das Beste glaubt, so werden Wir ihm den Weg zum Leichteren ebnen. Was aber denjenigen angeht, der geizt und sich für unbedürftig hält und das Beste als Lüge bezeichnet, so werden Wir ihm den Weg zum Schwereren ebnen. Und sein Besitz wird ihm nichts nützen, wenn er verkommt. Uns obliegt wahrlich die Rechtleitung. Und Uns gehört wahrlich das Jenseits und das Diesseits.“ (Sure Al-Layl [92]: 5-13)

3- Zum Abschluss möchte ich den Fragesteller darauf aufmerksam machen, dass ein Muslim derjenige ist, der an die Aqidah des Islam glaubt, also an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag und an die Vorherbestimmung (al-Qada' wa-l-Qadar), deren Gutes und Schlechtes von Allah ist. Dies wird im Buch Allahs bestätigt:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آَمَنُوا آَمِنُوا بِاللَّهِ وَرَسُولِهِ وَالْكِتَابِ الَّذِي نَزَّلَ عَلَى رَسُولِهِ وَالْكِتَابِ الَّذِي أَنْزَلَ مِنْ قَبْلُ وَمَنْ يَكْفُرْ بِاللَّهِ وَمَلَائِكَتِهِ وَكُتُبِهِ وَرُسُلِهِ وَالْيَوْمِ الْآَخِرِ فَقَدْ ضَلَّ ضَلَالًا بَعِيدًا

„O die ihr glaubt, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er Seinem Gesandten offenbart hat, und an die Schrift, die Er zuvor herabgesandt hat. Wer Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und den Jüngsten Tag verleugnet, der ist weit abgeirrt.“ (Sure An-Nisa' [4]: 136). So heißt es auch im Hadith des Gesandten ﷺ, den al-Buhari über Abu Huraira und Muslim über Abdullah bin Umar überlieferten: Abdullah bin Umar sagte: Mein Vater Umar bin al-Hattab erzählte mir: „Eines Tages, als wir beim Gesandten Allahs ﷺ saßen, erschien ein Mann vor uns mit schneeweißen Kleidern und tiefschwarzem Haar. Man sah ihm keine Spuren einer Reise an, und keiner von uns kannte ihn. Er setzte sich zum Propheten ﷺ, lehnte seine Knie gegen dessen Knie, legte seine Handflächen auf dessen Oberschenkel und sagte: ‚O Muhammad, erzähle mir vom Islam.‘ Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: ‚Der Islam ist, dass du bezeugst, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dass du das Gebet verrichtest, die Zakat entrichtest, den Ramadan fastest und zum Hause pilgerst, wenn du dazu in der Lage bist.‘ Er sagte: ‚Du hast die Wahrheit gesprochen.‘ Wir wunderten uns darüber, dass er ihn fragte und ihm dann zustimmte. Er sagte: ‚Erzähle mir vom Glauben (Iman).‘ Er sagte: ‚Dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag und an die Vorherbestimmung, deren Gutes und Schlechtes.‘ Er sagte: ‚Du hast die Wahrheit gesprochen.‘ Er sagte: ‚Erzähle mir vom Rechtschaffensein (Ihsan).‘ Er sagte: ‚Dass du Allah dienst, als ob du Ihn sähest; denn wenn du Ihn auch nicht siehst, so sieht Er dich doch.‘ ... Er ging daraufhin weg, und ich blieb eine Weile. Dann sagte er zu mir: ‚O Umar, weißt du, wer der Fragende war?‘ Ich sagte: ‚Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.‘ Er sagte: ‚Das war Jibril, der zu euch kam, um euch eure Religion zu lehren.‘

Zum Schluss bitte ich Allah, den Gepriesenen, dem Fragesteller ein gutes Leben im Gehorsam gegenüber Allah und Seinem Gesandten ﷺ zu gewähren, damit er in beiden Welten den gewaltigen Erfolg erlangt.

Ihr Bruder Ata Bin Khalil Abu Al-Rashtah

  1. Schaban 1438 n. H. entspricht dem 30.04.2017 n. Chr.

Link zur Antwort auf der Facebook-Seite des Emirs: Facebook

Link zur Antwort auf der Google Plus-Seite des Emirs: Google Plus

Link zur Antwort auf der Twitter-Seite des Emirs: Twitter

Link zur Antwort auf der Webseite des Emirs: Amir Web

Share Article

Share this article with your network