Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen
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Frage:
Seit Monaten halten die gewaltsamen Ereignisse in Ägypten an – von Tötungen, Verhaftungen bis hin zu Sabotage und Zerstörung auf den Straßen und Plätzen. Das gewöhnliche Leben kam zum Erliegen, und die Menschen haben sich in zwei deutlich erkennbare Lager gespalten... In dieser Atmosphäre sind Vermittler aus Amerika und Europa aufgetaucht, und sogar Russland hat Kontakte zu Ägypten aufgenommen; es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch China interveniert! Ebenso haben sich einige lokale Kreise, sowohl parteigebundene als auch parteilose Entscheidungsträger im Inland, an Vermittlungs- und Reformversuchen beteiligt... jedoch ohne zu einem Ergebnis zu gelangen. Uns ist aufgefallen, dass Hizb ut-Tahrir, dem jeder, der ihn kennt, vertraut und den er respektiert, weder in die Vermittlung noch in die Reform oder Versöhnung eingegriffen hat. Wir denken nicht, dass ihm die Worte des Gesandten Allahs (s.a.w.) entgangen sind: „Soll ich euch nicht über etwas berichten, das vorzüglicher ist als der Rang des Fastens, des Gebets und der Almosen?“ Sie sagten: „Doch, o Gesandter Allahs.“ Er sagte: „Die Aussöhnung zwischen den Menschen (Islaahu dhaati-l-bayn), denn die Zerrüttung des Verhältnisses zueinander ist das Rasiermesser.“ Gibt es einen Grund für das Nichteingreifen der Partei in eine Vermittlung, einen Vergleich oder eine Reform? Möge Allah es Ihnen mit Gutem vergelten.
Antwort:
Erstens: Zunächst danken wir dir für dein Vertrauen und deine gute Meinung über die Partei. Wir bitten Allah (t.), uns alle zum Rechten zu leiten; wahrlich, Allah ist der Allhörende und Gebetserhörer.
Ja, uns ist der Hadith des Gesandten Allahs (s.a.w.) nicht entgangen, den Abu Dawud von Umm ad-Darda' über Abu ad-Darda' überlieferte:
أَلَا أُخْبِرُكُمْ بِأَفْضَلَ مِنْ دَرَجَةِ الصِّيَامِ وَالصَّلَاةِ وَالصَّدَقَةِ؟ قَالُوا: بَلَى، يَا رَسُولَ اللَّهِ قَالَ: إِصْلَاحُ ذَاتِ الْبَيْنِ، وَفَسَادُ ذَاتِ الْبَيْنِ الْحَالِقَةُ
„Soll ich euch nicht über etwas berichten, das vorzüglicher ist als der Rang des Fastens, des Gebets und der Almosen?“ Sie sagten: „Doch, o Gesandter Allahs.“ Er sagte: „Die Aussöhnung zwischen den Menschen, denn die Zerrüttung des Verhältnisses zueinander ist das Rasiermesser.“ (Sunan Abi Dawud)
Jedoch müssen Versöhnung und Reform auf der Grundlage der Scharia erfolgen und nicht auf einer anderen Grundlage. Eine Versöhnung ist nicht gültig, wenn sie Verbotenes (Haram) erlaubt oder Erlaubtes (Halal) verbietet. Dies ist es, was uns der Gesandte Allahs (s.a.w.) in seinen edlen Hadithen ans Herz gelegt hat, darunter:
Abu Dawud überlieferte in seinen Sunan von Abu Huraira, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte:
الصُّلْحُ جَائزٌ بَيْنَ الْمُسْلِمِينَ إِلَّا صُلْحًا أَحَلَّ حَرَامًا، أَوْ حَرَّمَ حَلَالًا. الْمُسْلِمُونَ عَلَى شُرُوطِهِمْ
„Die Versöhnung ist zwischen den Muslimen erlaubt, außer einer Versöhnung, die ein Verbotenes erlaubt oder ein Erlaubtes verbietet.“ Ahmad fügte hinzu: „Und die Muslime müssen an ihre Bedingungen gebunden sein.“ (Sunan Abi Dawud)
At-Tirmidhi überlieferte in seinen Sunan von Kathir ibn 'Abdillah ibn 'Amr ibn 'Awf al-Muzani, von seinem Vater, von seinem Großvater, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte:
الصُّلْحُ جَائِرٌ بَيْنَ المُسْلِمِينَ، إِلَّا صُلْحًا حَرَّمَ حَلَالًا، أَوْ أَحَلَّ حَرَامًا، وَالمُسْلِمُونَ عَلَى شُرُوطِهِمْ، إِلَّا شَرْطًا حَرَّمَ حَلَالًا، أَوْ أَحَلَّ حَرَامًا
„Die Versöhnung ist zwischen den Muslimen erlaubt, außer einer Versöhnung, die ein Erlaubtes verbietet oder ein Verbotenes erlaubt. Und die Muslime müssen an ihre Bedingungen gebunden sein, außer einer Bedingung, die ein Erlaubtes verbietet oder ein Verbotenes erlaubt.“ At-Tirmidhi sagte: „Dies ist ein schöner und gesunder Hadith (hasan sahih).“ Ebenso überlieferte ihn Ibn Hibban in seinem Sahih von Abu Huraira.
Zweitens: Wir haben die Angelegenheit der beiden Parteien betrachtet, und was wir sahen, war erstaunlich:
Wir stellten fest, dass sie nicht über das Regieren nach dem Gesetz Allahs streiten, etwa indem eine Partei danach regiert und die andere nicht. Vielmehr haben beide weder im vorherigen noch im nachfolgenden System danach regiert!
Wir stellten nicht fest, dass sie über eine Verfassung (Dastur) aus den Scharia-Urteilen streiten, sondern es handelt sich um eine vom Menschen gesetzte Verfassung (dastur wad’i), die bereits im vorherigen System nichtig war und im aktuellen System noch nichtiger ist.
Ebenso unterscheiden sie sich nicht in ihrer Haltung gegenüber dem jüdischen Gebilde und dem Camp-David-Abkommen, das im vorherigen System in Kraft war und auch im aktuellen System weiterhin in Kraft ist. Sie streiten nicht über den Gasfluss an das jüdische Gebilde, denn dieses fließt heute wie eh und je.
Ebenso unterscheiden sie sich nicht darin, Maßnahmen im Suezkanal gegenüber der Durchfahrt von Schiffen derjenigen Staaten zu ergreifen, die sich faktisch im Krieg befinden; vielmehr passieren diese heute wie eh und je.
Sie streiten nicht darum, dass das Gemeineigentum (al-milkiyyah al-'ammah) an Öl, Gas und Mineralien... welches ein Recht der Muslime ist und unter sie verteilt werden muss... sondern damit füllen sich die Taschen der „Haie“ von Kinaana heute wie eh und je.
Zudem streiten sie nicht über die Beziehungen zu Amerika; vielmehr bestehen diese ohne Unterbrechung fort, und die Verbindung zu ihm ist heute wie eh und je stark gespannt.
Drittens: Wir sind uns bewusst, dass die Menschen in Ägypten – Kinaana Allahs auf Erden – weder Gutes noch Sicherheit oder Frieden erlangen werden, solange die eine Partei die Armee dazu drängt, Ägypten zu einem Schlachtfeld zu machen, anstatt das Land des Feindes zum Schlachtfeld zu machen... und die andere Partei die Menschen dazu drängt, die Straßen Ägyptens zum Schauplatz eines Kampfes um eine nichtige, vom Menschen gesetzte Herrschaft zu machen, anstatt die Straßen Ägyptens zum Schauplatz der Verkündung des gerechten Kalifatssystems zu machen...
Sie werden weder Gutes noch Sicherheit oder Frieden erlangen, solange beide Parteien nach einer säkularen Republik und einem Zivilstaat (dawlah madaniyyah) rufen, der den Islam beiseite schiebt, und nach einer Demokratie, die Gesetze ohne Allah erlässt und die Souveränität dem Volk zuschreibt, anstatt sie dem Herrn des Volkes zu geben.
Ebenso werden sie weder Gutes noch Sicherheit oder Frieden erlangen, solange beide Parteien eine Verfassung festlegen, für die Allah keine Ermächtigung herabgesandt hat, und die Verfassung des Herrn der Welten verlassen, deren Urteile Allah zum Wohle und Heil der Umma herabgesandt hat:
أَلَا يَعْلَمُ مَنْ خَلَقَ وَهُوَ اللَّطِيفُ الْخَبِيرُ
„Sollte Derjenige es nicht wissen, Der erschaffen hat? Und Er ist der Feingefühlige und Allkundige.“ (al-Mulk [67]: 14)
Sie werden weder Gutes noch Sicherheit oder Frieden erlangen, solange das Camp-David-Abkommen zwischen dem jüdischen Gebilde, das Palästina besetzt hält, und dem vorherigen sowie dem nachfolgenden Regime festgeschrieben bleibt, anstatt es sofort zu annullieren und in den Abgrund des Verderbens zu werfen.
Zudem werden sie kein Gutes erlangen, solange Gas an das jüdische Gebilde fließt, das Palästina besetzt hält, anstatt es davon abzuschneiden, damit der Besatzer nicht mit dem Blut der Besetzten genährt wird...!
Sie werden kein Gutes erlangen, solange das Gemeineigentum zu Unrecht in die Taschen des Regimes fließt, anstatt zu seinen rechtmäßigen Besitzern, dem großartigen Volk Ägyptens, zurückzukehren...
Sie werden kein Gutes erlangen, solange die amerikanische Beziehung besteht und die Verbindung zu Amerika von Washington nach Kairo gespannt bleibt, anstatt gekappt zu werden...
Schließlich werden sie kein Gutes erlangen, bis Ägypten – Kinaana Allahs auf Erden – wieder ein fester Pfeiler des Kalifats wird und zu seinem ursprünglichen Glanz zurückkehrt: An jenem Tag, als es von der Herrschaft der Römer befreit wurde... dann die Kreuzfahrer aus dem Land Palästina und seiner Umgebung vertrieb, und an jenem Tag, als es die Länder der Muslime von den Tataren befreite... um dann seinen Weg mit Allahs Erlaubnis fortzusetzen, Palästina vom jüdischen Gebilde zu befreien und es völlig verschwinden zu lassen...
Viertens: Wir haben beide Parteien betrachtet und gesehen, dass sie nach einer Lösung aus dem Osten und Westen sowie von innen und außen suchen, durch Vermittler von hier und dort, jedoch ohne Rechtleitung. Weder sind sie befähigt, eine Lösung zu finden, noch bringt die Lösung, die sie anstreben, Gutes hervor:
Was die ausländischen Vermittler betrifft, so liegt ihnen weder Ägypten noch sein Volk am Herzen. Erwartet ein vernünftiger Mensch mit Planungs- und Weitblick von Amerika eine Lösung, in der Gutes liegt, obwohl es hinter dem vorvorherigen, dem vorherigen und dem nachfolgenden Regime steht? Es steht hinter dem, was an Morden in der Ära des Vorvorherigen, des Vorherigen und des Nachfolgenden geschieht; die Anzahl der Toten und das Ausmaß der Zerstörung sind ihm egal... Wichtig ist ihm nur, dass sein Einfluss in Ägypten stabilisiert wird und fortbesteht... Seine Vergangenheit, ja sogar seine Gegenwart im Irak und in Afghanistan sind Zeugen dafür. Findet jemand mit einem solchen Charakter eine richtige und gesunde Lösung für Ägypten und seine Bewohner? Wollen Obama und sein Gesandter Kerry Gutes für Ägypten und sein Volk? Diese Leute sind dem Untergang geweiht, in dem sie stecken, und sie wollen dem Islam und den Muslimen nichts Gutes...
Und erwartet jemand, der bei klarem Verstand und Einsicht ist, von Europa eine Lösung, die Gutes bringt? Es war Großbritannien und seine Agenten, die hinter der Abschaffung des Kalifats im Jahr 1342 n. H. – 1924 n. Chr. standen. Es ist der erbitterte Feind des Kalifats und derer, die dafür arbeiten. Es steht hinter der unheilvollen Balfour-Deklaration und ist zusammen mit Amerika, Frankreich und Russland der Hauptunterstützer für die Besetzung Palästinas durch die Juden und die Vertreibung seines Volkes, woraus die Gründung des jüdischen Gebildes auf dem Boden Palästinas resultierte – dem Land der nächtlichen Reise (al-Isra) und des Aufstiegs (al-Mi'raj). Was Frankreich betrifft, so hat es zusätzlich zu seiner Rolle als einer der ersten Unterstützer des jüdischen Gebildes eine schwarze Geschichte im Morden von Muslimen, nicht nur früher in Algerien, sondern sogar in Mali, wo das Blut noch nicht getrocknet ist... Was Russland betrifft, so sind seine Bewegungen in unserer Region nach dem Ende der Sowjetunion Bewegungen in Absprache mit Amerika und diesem untergeordnet. Zudem ist seine Unterstützung für den Tyrannen von Scham eine offenkundige Tatsache, ebenso wie seine Massaker an den Muslimen im Kaukasus, insbesondere in Tschetschenien, die Zerstörung von Moscheen in Kasan, die Verhaftung ihrer Imame in Tatarstan, ja sogar die Tötung einiger von ihnen und die Verhaftung der Träger des Islam... Erwartet man von ihm etwa Gutes? Ebenso China, das Ostturkestan besetzt hält und Angriffe auf die Muslime dort verübt; selbst wenn es intervenieren oder vermitteln würde, ist von ihm Gutes zu erhoffen?
All diese externen Vermittlungen bringen nichts als tödliches Gift. Die Leben der Menschen in Ägypten interessieren sie nicht so sehr wie das Aussaugen ihres Blutes und der Aufbau eigener Interessen, allen voran Amerika, das Kinaana als seine Hauptbastion in der Region betrachtet... Erwartet daher ein lebendiger, vernünftiger Mensch etwa Trauben von Dornen? Ist von Ashton aus Europa, Kerry von Obama oder all den genannten ausländischen Staaten Gutes zu erhoffen, oder auch nur ein Funken von etwas Gutem?
كَيْفَ وَإِنْ يَظْهَرُوا عَلَيْكُمْ لَا يَرْقُبُوا فِيكُمْ إِلًّا وَلَا ذِمَّةً يُرْضُونَكُمْ بِأَفْوَاهِهِمْ وَتَأْبَى قُلُوبُهُمْ وَأَكْثَرُهُمْ فَاسِقُونَ
„Wie (sollte es einen Vertrag geben), wo sie doch, wenn sie die Oberhand über euch gewinnen, euch gegenüber weder Verwandtschaftsbande noch Schutzverträge beachten? Sie stellen euch mit ihren Mündern zufrieden, doch ihre Herzen weigern sich. Und die meisten von ihnen sind Frevler.“ (at-Tawba [9]: 8)
Was die Vermittler aus dem Inland betrifft, so drehen sie sich im Kreis. Sie wollen die Lösung durch das finden, was die beiden Parteien anbieten: Die Beibehaltung des republikanischen Systems, der säkularen Zivilherrschaft und der Demokratie, die die Gesetzgebung den Menschen anstelle des Herrn der Menschen überträgt und die Souveränität dem Volk statt dem Herrn des Volkes zuschreibt. Sie fordern persönliche Freiheiten, Religionsfreiheit, Eigentumsfreiheit und Meinungsfreiheit mit all dem Elend, das sie nach sich ziehen...! So handeln die Vermittler: Sie rufen die eine Partei auf, ein wenig nachzugeben, und die andere Partei ebenso, um sich auf dasselbe System zu einigen, das die Ursache für das Unheil und das Elend ist! Schmerzhaft ist, dass einige dieser Vermittler Muslime sind, die im Buche Allahs lesen:
وَأَقِيمُوا الصَّلَاةَ
„Und verrichtet das Gebet.“ (al-Baqara [2]: 43)
Sie beten und akzeptieren kein Zugeständnis beim Gebet. Dann lesen sie einen anderen Vers im Buche Allahs:
وَأَنِ احْكُمْ بَيْنَهُمْ بِمَا أَنْزَلَ اللَّهُ
„So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat.“ (al-Ma’ida [5]: 48)
Doch hier machen sie Zugeständnisse und „schämen“ sich, die Anwendung der Strafmaßen (al-hudud) zu erwähnen. In ihre Herzen dringt Furcht ein, wenn sie von beiden Parteien das Kalifatssystem fordern, weil sie den Zorn Amerikas, Europas, Russlands und Chinas fürchten! Wahrlich, dies ist eine erstaunliche Angelegenheit!
Fünftens: Somit werden die derzeitigen Vermittler aus dem In- und Ausland keine gesunde und aufrichtige Lösung für die Probleme von Kinaana und seinen Bewohnern finden. Die Lösung ist vielmehr nur eine einzige: Dass sich alle mit ihren Herzen und all ihrem Tun der Umsetzung der Scharia Allahs im System des Kalifats zuwenden, das Allah, der Herr der Welten, mit deutlichen und aufrichtigen Beweisen im Buche Allahs (t.), der Sunna Seines Gesandten (s.a.w.) und dem Konsens Seiner Gefährten (Idschma’ as-Sahaba) (r.) zur Pflicht gemacht hat:
Was das Buch betrifft, so sagte Allah (t.), indem Er den Gesandten (s.a.w.) ansprach:
فَاحْكُمْ بَيْنَهُمْ بِمَا أَنْزَلَ اللَّهُ وَلَا تَتَّبِعْ أَهْوَاءَهُمْ عَمَّا جَاءَكَ مِنَ الْحَقِّ
„So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat, und folge nicht ihren Launen gegen die Wahrheit, die zu dir gekommen ist.“ (al-Ma’ida [5]: 48)
Und Er sagte:
وَأَنِ احْكُمْ بَيْنَهُمْ بِمَا أَنْزَلَ اللَّهُ وَلَا تَتَّبِعْ أَهْوَاءَهُمْ وَاحْذَرْهُمْ أَنْ يَفْتِنُوكَ عَنْ بَعْضِ مَا أَنْزَلَ اللَّهُ إِلَيْك
„Und du sollst zwischen ihnen nach dem richten, was Allah herabgesandt hat, und folge nicht ihren Launen und sieh dich vor ihnen vor, dass sie dich nicht von einem Teil dessen abbringen, was Allah zu dir herabgesandt hat.“ (al-Ma’ida [5]: 49)
Und es gibt noch weitere Verse. Die Ansprache an den Gesandten (s.a.w.), zwischen ihnen nach dem zu richten, was Allah herabgesandt hat, ist eine Ansprache an seine Umma (s.a.w.). Die Bedeutung ist, dass sie nach dem Gesandten Allahs (s.a.w.) einen Herrscher einsetzen müssen, der zwischen ihnen nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat. Der Befehl in der Ansprache drückt Verpflichtung (Djazm) aus, da das Thema der Ansprache eine Pflicht (Fard) ist, was ein Indiz für die Verpflichtung darstellt, wie es in den Grundlagen (al-Usul) bekannt ist. Und der Herrscher, der zwischen den Muslimen nach dem Gesandten Allahs (s.a.w.) nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat, ist der Kalif. Das Herrschaftssystem auf diese Weise ist das Kalifatssystem.
Was die Sunna betrifft, so wurde von Nafi' überliefert, der sagte: 'Abdullah ibn 'Umar sagte zu mir: Ich hörte den Gesandten Allahs (s.a.w.) sagen:
مَنْ خَلَعَ يَدًا مِنْ طَاعَةٍ لَقِيَ اللَّهَ يَوْمَ الْقِيَامَةِ لَا حُجَّةَ لَهُ، وَمَنْ مَاتَ وَلَيْسَ فِي عُنُقِهِ بَيْعَةٌ مَاتَ مِيتَةً جَاهِلِيَّةً
„Wer die Hand vom Gehorsam abzieht, wird Allah am Tage der Auferstehung ohne Beweis gegenübertreten. Und wer stirbt, ohne einen Treueid (Bay'ah) im Nacken zu haben, stirbt einen Tod der Dschahiliyya.“ (Muslim)
Der Prophet (s.a.w.) machte es jedem Muslim zur Pflicht, einen Treueid im Nacken zu haben, und beschrieb denjenigen, der stirbt, ohne einen Treueid zu haben, als jemanden, der einen Tod der Dschahiliyya stirbt, was auf die Schwere der Sünde hinweist. Die Bay'ah erfolgt nach dem Gesandten Allahs (s.a.w.) nur gegenüber dem Kalifen und niemandem sonst. Muslim überlieferte von al-A’radj über Abu Huraira über den Propheten (s.a.w.), dass er sagte:
إِنَّمَا الْإِمَامُ جُنَّةٌ يُقَاتَلُ مِنْ وَرَائِهِ وَيُتَّقَى بِهِ
„Wahrlich, der Imam ist ein Schild, hinter dem man kämpft und durch den man geschützt wird.“ (Muslim)
Muslim überlieferte von Abu Hazim, der sagte: Ich saß fünf Jahre lang bei Abu Huraira und hörte ihn vom Propheten (s.a.w.) berichten:
كَانَتْ بَنُو إِسْرَائِيلَ تَسُوسُهُمُ الْأَنْبِيَاءُ، كُلَّمَا هَلَكَ نَبِيٌّ خَلَفَهُ نَبِيٌّ، وَإِنَّهُ لَا نَبِيَّ بَعْدِي، وَسَتَكُونَ خُلَفَاءُ فَتَكْثُرُ، قَالُوا فَمَا تَأْمُرُنَا؟ قَالَ: فُوا بِبَيْعَةِ الْأَوَّلِ فَالْأَوَّلِ، وَأَعْطُوهُمْ حَقَّهُمْ، فَإِنَّ اللَّهَ سَائِلُهُمْ عَمَّا اسْتَرْعَاهُمْ
„Die Kinder Israels wurden von den Propheten geführt. Jedes Mal, wenn ein Prophet starb, folgte ihm ein anderer Prophet nach. Doch wahrlich, es wird nach mir keinen Propheten geben. Es werden jedoch Kalifen kommen und deren Zahl wird groß sein.“ Sie fragten: „Was befiehlst du uns?“ Er sagte: „Erfüllt den Treueid des jeweils Ersten, und gebt ihnen ihr Recht. Wahrlich, Allah wird sie über das befragen, was Er ihnen zur Behütung anvertraut hat.“ (Muslim)
In diesen Hadithen wird der Kalif als Schild beschrieben, d. h. als Schutz. In diesen Hadithen heißt es auch, dass diejenigen, die die Angelegenheiten der Muslime führen, die Kalifen sind, was die Forderung nach ihrer Einsetzung bedeutet.
Was den Konsens der Gefährten (Idschma’ as-Sahaba) betrifft, so waren sie (r.) sich einig über die Notwendigkeit der Einsetzung eines Nachfolgers (Kalifen) für den Gesandten Allahs (s.a.w.) nach seinem Tod. Die Bestätigung des Konsenses der Gefährten über die Einsetzung eines Kalifen zeigte sich darin, dass sie das Begräbnis des Gesandten Allahs (s.a.w.) nach seinem Ableben aufschoben und sich stattdessen mit der Einsetzung eines Nachfolgers beschäftigten, obwohl das Begräbnis des Verstorbenen unmittelbar nach seinem Tod eine Pflicht ist. Die Gefährten, denen die Vorbereitung und das Begräbnis des Gesandten (s.a.w.) oblagen, teilten sich auf: Ein Teil beschäftigte sich mit der Einsetzung des Kalifen statt mit dem Begräbnis des Gesandten (s.a.w.), und ein anderer Teil schwieg zu dieser Beschäftigung und nahm an der Verzögerung des Begräbnisses für zwei Nächte teil, obwohl sie in der Lage gewesen wären, dagegen zu protestieren oder die Beerdigung durchzuführen. Der Gesandte (s.a.w.) verstarb am Montagvormittag und blieb unbestattet bis zur Nacht auf Dienstag und den Dienstag über, an dem Abu Bakr (r.) der Treueid geleistet wurde. Erst dann wurde der Gesandte (s.a.w.) mitten in der Nacht, in der Nacht zum Mittwoch, beigesetzt. Das bedeutet, dass das Begräbnis zwei Nächte lang aufgeschoben wurde und Abu Bakr der Treueid geleistet wurde, bevor der Gesandte (s.a.w.) bestattet wurde. Dies war ein Konsens darüber, sich eher mit der Einsetzung des Kalifen als mit der Beisetzung des Verstorbenen zu beschäftigen, was die enorme Wichtigkeit der Pflicht zur Einsetzung des Kalifen beweist...
Somit ist es die Pflicht der Muslime bei Abwesenheit eines Herrschers, der nach dem Islam regiert – des „Kalifen“ –, sich nach Kräften für dessen Einsetzung einzusetzen. Er ist derjenige, der die vom Herrn der Welten vorgeschriebenen Strafmaße umsetzt, was eine gewaltige Pflicht darstellt, in der das Wohl der Umma und die Aufrichtigkeit ihrer Angelegenheiten liegen. Ibn Madjah überlieferte in seinen Sunan von Abu Huraira, dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte:
حَدٌّ يُعْمَلُ بِهِ فِي الْأَرْضِ، خَيْرٌ لِأَهْلِ الْأَرْضِ مِنْ أَنْ يُمْطَرُوا أَرْبَعِينَ صَبَاحًا
„Ein Strafmaß, das auf Erden ausgeführt wird, ist für die Bewohner der Erde besser, als wenn es vierzig Morgen lang regnen würde.“ (Sunan Ibn Madjah)
Dies ist die Lösung für die Probleme Ägyptens und der Länder der Muslime; so kehrt das Gute darin ein und die Wirkung dieses Guten erreicht alle Teile der Welt.
Sechstens: Wir haben die Ereignisse beobachtet, und es hat uns betrübt, was wir an Blutvergießen und Zerstörung sahen. Mehr noch hat uns betrübt, dass alle Parteien die Lösung überall suchten, außer im Islam, an den sie glauben, für den sie beten, fasten und Allah (t.) anbeten!
Da wir keine Lösung darin sehen, außer dass die Parteien das Kalifatssystem akzeptieren, und da sich jene Parteien vom Kalifatssystem und denen, die dafür arbeiten, distanzierten, fürchteten wir, wenn wir zur Aussöhnung zwischen den beiden Parteien mit dem Angebot des Kalifatssystems hervorträten... fürchteten wir, dass dies ein Ruf ins Leere oder ein Blasen in kalte Asche wäre. So zogen wir es vor, abzuwarten und uns fernzuhalten, auf dass Allah danach etwas Neues geschehen lasse.
Dies ist es, was uns von einer Einmischung abgehalten hat. Trotz unserer Kontakte sind die Führer der beiden Parteien dem Kalifat und seinen Leuten nicht zugeneigt. Ihre Herzen sind voller Furcht davor, das Kalifat zu erwähnen, aus Angst, den Westen zu provozieren, wie sie sagen. Wie könnten wir bei Leuten mit einer solchen Einstellung eine Vermittlung oder Versöhnung zwischen ihnen einleiten?
Wir sind bereit, uns nach Kräften für eine Versöhnung zwischen ihnen einzusetzen, jedoch indem wir sie auf der Grundlage des Kalifatssystems zusammenbringen. Wenn wir dies von den beiden Parteien erfahren – dass sie bereit sind, die Scharia Allahs umzusetzen, und bereit sind, das Kalifat auszurufen und seine Fahne zu hissen, die Fahne des Adlers (Rayat al-Uqab), die Fahne von „La ilaha illa Allah, Muhammad Rasul Allah“ –, dann werden wir keine Mühe scheuen. Wir sind bereit, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln, um sie auf einem einzigen System zu vereinen, dem System des Rechtgeleiteten Kalifats. Wir sind mit Allahs Erlaubnis fähig, die Angelegenheit an ihren Platz zu rücken, was die Verfahren zur Errichtung des Kalifats, seine Stabilität, seine Sicherheit und den Schutz betrifft, damit Ägypten – Kinaana Allahs auf Erden – von Neuem stark durch seinen Herrn und stolz durch seine Religion wird, den Feinden Allahs den Rücken bricht und jeden erschüttert, der dem Islam, den Muslimen und ihren Schutzbefohlenen (Ahl adh-Dhimmah) Übles will.
Wir sind uns bewusst, was wir sagen, und wir meinen, was wir sagen. Wer Hizb ut-Tahrir sowie seine Vergangenheit und Gegenwart kennt, bestätigt dies, und Allah ist danach der Beistand...
So erfolgen die Versöhnung und die Reform, und auf diesem Weg schreiten wir voran. Vielleicht werden die beiden Parteien nach all der Mühsal und Härte, die sie erfahren haben, erkennen, dass die richtige Lösung für die Probleme der Umma das Kalifatssystem ist – das System des Herrn der Welten, der am besten weiß und am weisesten darüber ist, was Seinen Dienern im Diesseits und Jenseits nützt. Möge die Zustimmung der beiden Parteien dazu ein Grund sein, die ruhmreiche Geschichte dieser Umma wiederherzustellen, über die Allah sagte:
كُنْتُمْ خَيْرَ أُمَّةٍ أُخْرِجَتْ لِلنَّاسِ تَأْمُرُونَ بِالْمَعْرُوفِ وَتَنْهَوْنَ عَنِ الْمُنْكَرِ وَتُؤْمِنُونَ بِاللَّهِ
„Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen hervorgebracht wurde; ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche und glaubt an Allah.“ (Al-i-Imran [3]: 110)
Und möge das Kalifat von Neuem zurückkehren, sodass der Islam und seine Anhänger zu Macht gelangen und der Unglaube und seine Anhänger gedemütigt werden und sich das Gute in der ganzen Welt verbreitet. Und dies ist für Allah nicht schwer.
Abschließend sind wir uns bewusst, dass uns jemand als „Leute, die träumen“ bezeichnen wird, ein anderer wird sagen „ihre Religion hat sie getäuscht“, ein dritter wird uns beschreiben als „Leute, die nicht in dieser Welt leben, die von Amerika und dem Westen kontrolliert wird“, und ein vierter wird schließlich sagen „das Kalifat war einmal und ist vorbei und wird nicht zurückkehren“...
Doch gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass Allah (t.) sagt:
وَعَدَ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا مِنْكُمْ وَعَمِلُوا الصَّالِحَاتِ لَيَسْتَخْلِفَنَّهُمْ فِي الْأَرْضِ كَمَا اسْتَخْلَفَ الَّذِينَ مِنْ قَبْلِهِمْ وَلَيُمَكِّنَنَّ لَهُمْ دِينَهُمُ الَّذِي ارْتَضَى لَهُمْ وَلَيُبَدِّلَنَّهُمْ مِنْ بَعْدِ خَوْفِهِمْ أَمْنًا يَعْبُدُونَنِي لَا يُشْرِكُونَ بِي شَيْئًا وَمَنْ كَفَرَ بَعْدَ ذَلِكَ فَأُولَئِكَ هُمُ الْفَاسِقُونَ
„Allah hat denjenigen von euch, die glauben und rechtschaffene Werke tun, versprochen, dass Er sie ganz gewiss zu Nachfolgern auf der Erde machen wird, wie Er diejenigen, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte; und dass Er ihnen ganz gewiss ihre Religion, die Er für sie gutgeheißen hat, festigen wird; und dass Er ihnen ganz gewiss nach ihrer Furcht Sicherheit anstelle davon geben wird. Sie dienen Mir und gesellen Mir nichts bei. Wer aber danach ungläubig ist, jene sind die Frevler.“ (an-Nur [24]: 55)
Und dass der Gesandte Allahs (s.a.w.) in dem sagt, was Ahmad und Abu Dawud at-Tayalisi von Hudhaifa ibn al-Yaman überlieferten, der sagte: Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte:
إِنَّكُمْ فِي النُّبُوَّةِ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ خِلَافَةٌ عَلَى مِنْهَاجِ النُّبُوَّةِ، فَتَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ مُلْكًا عَاضًّا، فَيَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ يَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ جَبْرِيَّةً، فَتَكُونُ مَا شَاءَ اللَّهُ أَنْ تَكُونَ، ثُمَّ يَرْفَعُهَا إِذَا شَاءَ أَنْ يَرْفَعَهَا، ثُمَّ تَكُونُ خِلَافَةٌ عَلَى مِنْهَاجِ النُّبُوَّةِ
„Das Prophetentum wird unter euch sein, solange Allah es will. Dann wird Er es aufheben, wenn Er es aufheben will. Dann wird ein Kalifat gemäß der Methode des Prophetentums folgen, und es wird sein, solange Allah es will. Dann wird Er es aufheben, wenn Er es aufheben will. Dann wird eine beißende Herrschaft folgen, und sie wird sein, solange Allah es will. Dann wird Er sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Dann wird eine tyrannische Herrschaft folgen, und sie wird sein, solange Allah es will. Dann wird Er sie aufheben, wenn Er sie aufheben will. Dann wird ein Kalifat gemäß der Methode des Prophetentums folgen.“ (Musnad Ahmad)
Jeder Verständige mit Verstand, Sicht und Einsicht erkennt, dass das Gerede jener Leute hinfällig und nichtig ist und keinen Platz bei den Vernünftigen hat. Was jedoch das Wort Allahs (t.) und das Wort Seines Gesandten (s.a.w.) betrifft, so ist es die Wahrheit.
فَمَاذَا بَعْدَ الْحَقِّ إِلَّا الضَّلَالُ فَأَنَّى تُصْرَفُونَ
„Was gibt es denn nach der Wahrheit außer dem Irrtum? Wie lasst ihr euch also abwenden?“ (Yunus [10]: 32)
Ganz zum Schluss: Wir beobachten die Zustände und nehmen, soweit es uns möglich ist, Kontakt zu den beiden Parteien auf. Vielleicht lässt Allah danach etwas Neues geschehen.
إِنَّ اللَّهَ مَعَ الَّذِينَ اتَّقَوْا وَالَّذِينَ هُمْ مُحْسِنُونَ
„Wahrlich, Allah ist mit jenen, die gottesfürchtig sind und Gutes tun.“ (an-Nahl [16]: 128)
وَنُرِيدُ أَنْ نَمُنَّ عَلَى الَّذِينَ اسْتُضْعِفُوا فِي الْأَرْضِ وَنَجْعَلَهُمْ أَئِمَّةً وَنَجْعَلَهُمُ الْوَارِثِينَ
„Und Wir wollten denjenigen, die im Lande unterdrückt waren, Wohltaten erweisen und sie zu Vorbildern machen und sie zu Erben machen.“ (al-Qasas [28]: 5)
وَاللَّهُ غَالِبٌ عَلَى أَمْرِهِ وَلَكِنَّ أَكْثَرَ النَّاسِ لَا يَعْلَمُونَ
„Und Allah ist Herr Seiner Angelegenheit, doch die meisten Menschen wissen es nicht.“ (Yusuf [12]: 21)
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