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Antwort auf eine Frage: Das Versöhnungsabkommen zwischen Eritrea und Äthiopien in Asmara

October 15, 2018
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Frage:

Im Juli 2018 wurde in Asmara ein Versöhnungsabkommen zwischen Eritrea und Äthiopien unterzeichnet. Der offizielle Sprecher des äthiopischen Außenministeriums, Meles, betonte, dass das kürzlich mit Eritrea unterzeichnete Asmara-Abkommen aus dem eigenen Willen beider Länder und ohne Vermittlung Dritter zustande gekommen sei. Wie wahr ist diese Aussage? War das Abkommen frei von internationalen und regionalen Einflüssen? Zudem bezog sich das Asmara-Abkommen auf das Abkommen von Algier vom 18.06.2000, als ob es dieses ergänzen würde. Warum wurde also etwa 18 Jahre gewartet, um dieses Abkommen zu bestätigen? Möge Allah Sie mit Gutem belohnen.

Antwort:

Die Erklärung des offiziellen Sprechers des äthiopischen Außenministeriums, Meles, wonach das Asmara-Abkommen aus dem eigenen Willen beider Länder zustande kam, ist ein Akt der Täuschung und Irreführung! Wer den Verlauf der Ereignisse verfolgt und darüber nachdenkt, erkennt, dass Amerika hinter dem steckt, was geschah und geschieht, um seine Interessen zu wahren und seinen Einfluss gegenüber den Bewegungen Europas und Chinas in Afrika zu festigen. Dies wird wie folgt deutlich:

Erstens: Der Verlauf des Asmara-Abkommens:

Das Abkommen wurde am 09.07.2018 geschlossen, woraufhin Äthiopien und Eritrea das Ende des Kriegszustands zwischen ihnen verkündeten. Dies geschah nach einem Treffen in Asmara, das als „historisch“ bezeichnet wurde, zwischen dem äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed und dem eritreischen Präsidenten Isayas Afewerki. Der eritreische Informationsminister Yemane Gebremeskel verkündete auf Twitter: („Es wurde eine gemeinsame Friedens- und Freundschaftserklärung zwischen beiden Parteien unterzeichnet, und der bestehende Kriegszustand zwischen beiden Ländern ist beendet. Eine neue Ära des Friedens und der Freundschaft hat begonnen. Die beiden Länder werden zusammenarbeiten, um eine enge Kooperation in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Soziales, Kultur und Sicherheit zu fördern“... Agence France-Presse, 09.07.2018). Um zu verdeutlichen, wer hinter dem Abkommen steht, führen wir die bemerkenswerten Ereignisse davor und danach an:

1. Ereignisse vor dem Abschluss des Abkommens:

a) Der stellvertretende US-Außenminister für afrikanische Angelegenheiten, Donald Yamamoto, traf am Donnerstag, den 26.04.2018, in Addis Abeba ein (... zu einem offiziellen dreitägigen Besuch, bei dem er den äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed Ali und den Außenminister trifft. Der Besuch erfolgt im Rahmen einer Reise, die Yamamoto am 22. dieses Monats begann und die Eritrea und Dschibuti einschloss und in Äthiopien endet... 27.04.2018 https://www.aa.com.tr/ar/).

b) Abiy Ahmed unternahm am 17.05.2018 seine erste Auslandsreise nach Saudi-Arabien auf offizielle Einladung von König Salman bin Abdulaziz.

c) Einer der Ersten, die Abiy Ahmed besuchten, war der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman am 07.06.2018. Die äthiopische Nachrichtenagentur zitierte den Leiter des Büros des Premierministers mit den Worten, dass Abiy Ahmed (die Entwicklung der Beziehungen zu Saudi-Arabien lobte und sagte, dass sich dank Mohammed bin Salman die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern entwickelt haben und stärker und enger als je zuvor geworden seien, und dass der saudische Kronprinz versprach, die Bemühungen von Addis Abeba zur Beschleunigung der Entwicklung zu unterstützen und saudische Investoren zu Investitionen in Äthiopien zu ermutigen).

d) Das US-Außenministerium erklärte in einer am 21.06.2018 veröffentlichten Mitteilung: („Die Vereinigten Staaten sind optimistisch über die jüngsten Fortschritte, die Äthiopien und Eritrea bei der Lösung ihrer langjährigen Differenzen erzielt haben. Isayas Afewerki und Abiy Ahmed haben durch diese Schritte in Richtung Frieden mutige Führung bewiesen. Die Vereinigten Staaten freuen sich auf eine vollständige Normalisierung der Beziehungen und die Verwirklichung unserer gemeinsamen Bestrebungen, damit beide Länder dauerhaften Frieden und Entwicklung genießen können“... Reuters, 21.06.2018).

e) In einem Interview mit Addis Standard sagte der US-Botschafter in Äthiopien, Mike Raynor: („Nun, wir haben beiden Seiten öffentlich gesagt, und wir sagen es immer noch, dass wir bereit sind, diese Rolle zu spielen. Zur Zeit des Abkommens von Algier waren die Vereinigten Staaten ein offizieller Garant. Wir hatten eine strukturelle Rolle, die an dem Punkt etabliert wurde, an dem man sich geeinigt hatte. Wir haben dieses Ergebnis zu einem gewissen Zeitpunkt bei beiden Regierungen gefördert und deshalb gesagt: 'Wenn Sie im Geiste der Zusammenarbeit das Gefühl haben, dass es eine Rolle gibt, die die Vereinigten Staaten konstruktiv spielen können, werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um dies zu unterstützen.' ... Ich glaube, wir haben eine konstruktive Rolle gespielt. Wie ich bereits sagte, haben wir seit mehreren Monaten Beziehungen zu beiden Ländern unterhalten, um dieses Ergebnis zu fördern.“... 02.07.2018 http://addisstandard.com).

All dies verdeutlicht durch die Verfolgung der Ereignisse kurz vor dem Abschluss des Abkommens, dass dessen Zustandekommen von Amerika und seinen Gefolgsleuten unter den Herrschern in Saudi-Arabien vorbereitet wurde.

2. Ereignisse nach Abschluss des Abkommens:

a) Die Vereinigten Staaten erklärten ihre Unterstützung für das Friedensabkommen zwischen Eritrea und Äthiopien nach Jahren des Konflikts. Dies geschah in einer Erklärung von US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag. Pompeo sagte: („Die Vereinigten Staaten begrüßen die am Montag unterzeichnete Verpflichtung zu Frieden und Sicherheit zwischen den Staaten Eritrea und Äthiopien, die effektiv ein Ende von 20 Jahren Konflikt markiert.“ Er betonte, dass „die Normalisierung der Beziehungen und die Verabschiedung der gemeinsamen Erklärung über Frieden und Freundschaft zwischen Eritrea und Äthiopien ihren Völkern die Möglichkeit geben wird, sich auf gemeinsame Bestrebungen zur Vertiefung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bindungen zu konzentrieren... 10.07.2018 ar.haberler.com).

b) Isayas Afewerki besuchte Saudi-Arabien am 23.07.2018 nach dem Asmara-Abkommen vom 09.07.2018. Er und König Salman erörterten („die neuesten Entwicklungen auf der regionalen Bühne...“ Ebenso besprach Adel al-Dschubeir mit seinem eritreischen Amtskollegen während seines Treffens mit ihm „die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und Themen von gemeinsamem Interesse“... Asharq Al-Awsat, 24.07.2018).

c) Mehr als zwei Monate nach der Erklärung von Asmara (unter der Schirmherrschaft des saudischen Königs Salman unterzeichneten der eritreische Präsident Isayas Afewerki und der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed Ali am Sonntag, den 16.09.2018, das Friedensabkommen von Dschidda zwischen den beiden Ländern; der saudische Kronprinz wohnte der Unterzeichnung bei... Sky News Arabia, 16.09.2018).

Aus der obigen Ereigniskette wird somit deutlich, dass Amerika und seine Agenten die treibenden Kräfte hinter den Ereignissen vor dem Asmara-Abkommen waren, indem sie die Atmosphäre dafür schufen und es nach seinem Abschluss offen unterstützten.

Zweitens: Die Realität der Herrschaft in Äthiopien und Eritrea:

1. In Bezug auf Äthiopien:

a) Abessinien (Äthiopien) fiel 1935 unter italienische Besatzung. Sein Kaiser Haile Selassie floh über Kenia nach Ägypten, die beide zu dieser Zeit unter britischer Kolonialherrschaft standen. Von dort ging er nach Großbritannien und blieb dort, bis Großbritannien ihn 1941 zurückbrachte, nachdem Italien von den Alliierten während des Zweiten Weltkriegs aus Abessinien vertrieben worden war. Haile Selassie wurde wieder als Kaiser eingesetzt, wodurch Abessinien unter britischen Einfluss geriet. Zu dieser Zeit besetzte Großbritannien auch das benachbarte Eritrea, das seit dem 19. Jahrhundert unter italienischer Herrschaft gestanden hatte. 1950 wurde Eritrea unter der Herrschaft von Haile Selassie an Äthiopien angegliedert. Der britische Einfluss in Äthiopien (einschließlich Eritrea) hielt bis 1974 an, als linke Offiziere einen Militärputsch gegen den Kaiser durchführten. Unter ihnen stach der Offizier Mengistu Haile Mariam hervor, dem es gelang, ab 1977 nach einem Machtkampf zwischen diesen Offizieren die Herrschaft zu übernehmen. Er blieb bis 1991 an der Macht. Die meisten Putschbewegungen jener Tage trugen revolutionäre, befreierische und sozialistische Parolen. So waren auch die Parolen des Putsches von Mariam, obwohl Amerika dahinterstand, um den britischen Kolonialeinfluss zu treffen. Zu seinen außenpolitischen Taten im Interesse Amerikas gehörte die Unterstützung der Rebellenbewegung im Südsudan unter der Führung von John Garang, der mit Amerika verbunden war. Die äthiopische Unterstützung für diese Bewegung hielt an, bis der Süden mit Komplizenschaft der Al-Bashir-Regierung im Sudan vom Sudan abgespalten wurde.

b) Mengistu war jedoch für seine Blutrünstigkeit bekannt. Amerika befürchtete, dass das Volk rebellieren und Großbritannien zurückkehren könnte. Daher stürzten sie ihn und brachten Meles Zenawi an die Macht, der der Volksbefreiungsfront von Tigray angehörte, einer christlichen Volksgruppe, die etwa 5 % der äthiopischen Bevölkerung ausmacht und sich mit anderen nationalen Fronten, darunter der Oromo-Befreiungsfront, verbündet hatte. Eine der wichtigsten Taten, die Zenawi für Amerika vollbrachte, war seine Intervention in Somalia im Jahr 2006. Amerika wies ihn an, gegen die islamischen Bewegungen zu kämpfen und die Herrschaft der Islamischen Gerichtshöfe in Somalia zu stürzen. Die äthiopische Armee ist bis heute in Somalia präsent, um die Stabilität für den amerikanischen Einfluss zu sichern.

c) Nach Zenawis Tod im Jahr 2012 folgte ihm Hailemariam Desalegn nach, der demselben Stamm angehörte. Es kam jedoch zu Unruhen, und im folgenden Jahr wurde der Ausnahmezustand verhängt. Die Ereignisse brachen im Oktober 2015 nach dem Beschluss der Regierung aus, das Gebiet der Hauptstadt Addis Abeba zu erweitern und angrenzendes Agrarland zu beschlagnahmen. Dieses Land gehört zum Besitz des Oromo-Stammes, der 40 % der Bevölkerung stellt, gefolgt von den Amhara mit 20 %. Die Regierung rief 2016 den Ausnahmezustand aus, mehr als 29.000 Menschen wurden festgenommen und über 500 Menschen innerhalb weniger Monate bei den Protesten getötet. Erneut befürchtete Amerika eine Eskalation und befahl ihm den Rücktritt, da er die Lage nicht beruhigen konnte, was die Stabilität am gesamten Horn von Afrika hätte gefährden können.

d) So trat Desalegn am 15.02.2018 zurück. Amerika brachte daraufhin einen Herrscher für Äthiopien aus dem größten Rebellenstamm, der mehrheitlich muslimisch ist, den Oromo: Abiy Ahmed. Seine Mutter ist Christin aus dem Amhara-Stamm, ebenso wie seine Ehefrau, um die beiden größten Stämme Äthiopiens zu gewinnen. Er bekleidete Positionen in der Armee und im Geheimdienst und übernahm später politische Ämter. Sein Amt als Premierminister trat er am 02.04.2018 an. Am 23.06.2018 entging Abiy Ahmed einem Attentat (als eine Person während einer Kundgebung in der Hauptstadt Addis Abeba eine Granate warf, nachdem er vor Zehntausenden Menschen eine Rede gehalten hatte. Er sagte nach der Explosion: „Ein erfolgloser Versuch von Kräften, die Äthiopien nicht vereint sehen wollen“. Die US-Botschaft in Addis Abeba verurteilte den Angriff und sagte: „Gewalt hat keinen Platz in Äthiopien“... Al-Hurra, 23.06.2018). Es ist nicht auszuschließen, dass dies mit den internen militärischen und sicherheitspolitischen Veränderungen zusammenhängt, die er durch die Entlassung des Generalstabschefs sowie des Geheimdienstchefs am 08.06.2018 vorgenommen hatte, da diese beiden Institutionen beschuldigt werden, seit 2015 Hunderte Demonstranten getötet und Zehntausende verhaftet zu haben.

Somit hält Amerika die Hebel der Macht in Äthiopien in der Hand, insbesondere nach der Machtübernahme durch Abiy Ahmed, der die amerikanischen Pläne und Vorgaben zur Beseitigung der Spannungen zwischen den amerikanischen Agenten in der Region umsetzt, damit diese zu einer bedeutenden Kraft gegen jeden politischen Durchbruch Europas oder jede wirtschaftliche Expansion Chinas werden.

2. In Bezug auf die Herrschaft in Eritrea:

Wie wir bereits erwähnten, übernahm nach dem Offiziersputsch gegen Haile Selassie und dem Ende des englischen Einflusses in Äthiopien (einschließlich Eritrea) Mengistu Mariam die Macht. Er regierte mit blutiger Härte, sodass Amerika einen Volksaufstand und die Ausnutzung der Lage durch Großbritannien befürchtete. Daher entfernte Amerika Mengistu und brachte 1991 Zenawi an die Macht. Gleichzeitig gab es in Eritrea Bewegungen und Proteste für die Unabhängigkeit. Amerika sah es als opportun an, diesen Forderungen nachzukommen, um die Lage zu beruhigen, und so wurde 1993 die Unabhängigkeit Eritreas verkündet und Afewerki als Herrscher eingesetzt. Doch in der Unabhängigkeitserklärung wurden keine Grenzen für den neuen Staat festgelegt. Afewerki befürchtete, dass Äthiopien Eritrea erneut annektieren könnte, und unternahm am 12.05.1998 militärische Schritte zur Grenzziehung, womit er sich gegen die Meinung Amerikas stellte. Er lehnte den amerikanischen Verhandlungsplan ab, den Susan Rice am 30.05.1998 vorlegte. Er hätte beinahe Erfolg mit der Grenzziehung gehabt, hätte Amerika dies nicht als Rebellion gegen sich angesehen. Amerika griff zur Disziplinierung und sogar zur absichtlichen Demütigung Afewerkis, indem es Zenawi befahl, am 04.02.1999 einen grausamen Krieg gegen Eritrea zu führen, der am 12.05.2000 noch blutiger eskalierte, bis alle von ihm gezogenen Grenzen beseitigt waren und äthiopische Truppen demütigend tief in Eritrea eindrangen. Daraufhin stimmte Afewerki am 18.06.2000 dem Abkommen von Algier und allen geforderten Bedingungen zu, doch die Grenzfrage blieb dennoch ungeklärt! Wir haben damals am 22.06.2000 einen politischen Kommentar dazu veröffentlicht, in dem wir sagten: (...Am Sonntag, den 18.06.2000, unterzeichneten die Außenminister von Eritrea und Äthiopien in Algerien ein Waffenstillstandsabkommen im Beisein des algerischen Herrschers in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Organisation für Afrikanische Einheit sowie Vertretern der USA, der EU und der UNO. Das Abkommen umfasst fünfzehn Punkte, der wichtigste davon: Die Festlegung und Demarkation der gemeinsamen Grenzen durch internationale Experten der UNO, wobei der Abzug der äthiopischen Truppen aus Badme und anderen Grenzgebieten auf zwei Wochen nach dem Eintreffen internationaler Truppen verschoben wurde. Eritrea muss eine 25 km breite Zone entlang seiner Grenze zu Äthiopien als Pufferzone räumen, die unter der Kontrolle internationaler Truppen steht, bis die Grenzen markiert und der Streit beigelegt ist... Clinton kommentierte die Unterzeichnung mit den Worten: „Dies ist ein großer Fortschritt, der den tragischen Konflikt am Horn von Afrika beenden wird.“ Er sagte: „Äthiopien und Eritrea sind Freunde Amerikas. Wenn sie bereit sind, die nächsten Schritte zu unternehmen, werden wir und unsere Partner aus der internationalen Gemeinschaft mit ihnen gehen.“ Anthony Lake, der Sondergesandte des Präsidenten, sagte: „Dies ist ein wichtiger Moment, der einen zweijährigen Konflikt beendet“). Obwohl das Abkommen die Demarkation der Grenzen vorsah, blieb diese Schwebe! Äthiopien war zu keinem Zeitpunkt an der Grenzziehung interessiert, sondern betrachtete Eritrea als Teil seines Territoriums. Die abessinischen Kaiser und später Mengistu Mariam versuchten mit allen Mitteln, es einzugliedern, da sie dringend Zugang zum Meer in Eritrea benötigten... Daher versuchte Afewerki, die Grenzen militärisch festzulegen, was fast gelang, wäre da nicht der von Amerika vorangetriebene äthiopische Angriff vom 12.05.2000 zur Disziplinierung Afewerkis gewesen. So wurde Afewerki gezwungen, alles zu akzeptieren, was Äthiopien forderte, und das unter dem Deckmantel der Organisation für Afrikanische Einheit am 18.06.2000 in Algier unterzeichnete Abkommen ausdrücklich anzuerkennen.

In demselben politischen Kommentar sagten wir auch: (Äthiopien und Eritrea sind Länder, die in ihrer Politik Amerika unterstehen, und ihre Herrscher sind dessen Agenten. Amerika ermöglichte es Meles Zenawi, die Macht in Addis Abeba zu übernehmen, als es 1991 seinen Agenten Mengistu Mariam austauschen wollte. Ebenso ermöglichte Amerika Isayas Afewerki 1993 die Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien. Der Streit zwischen Äthiopien und Eritrea ist ein Streit zwischen Agenten oder „Freunden“, wie Clinton und die Experten im Weißen Haus sie gerne nennen. Amerika versuchte, den Streit durch Verhandlungen zu lösen, und setzte dafür seinen Experten Anthony Lake ein, der über ein Jahr brauchte, ohne den Streit beizulegen, da Afewerki mit den amerikanischen Vorschlägen unzufrieden war und sie als parteiisch zugunsten Äthiopiens ansah... Als Afewerki sich widersetzte, griff Amerika zur Disziplinierung und Demütigung durch militärische Gewalt – wie es Amerikas Gewohnheit mit seinen Agenten ist, wenn diese aufbegehren. Amerika trieb Zenawi dazu, den letzten Krieg gegen Eritrea zu führen, und sein UN-Botschafter Holbrooke gab ihm das grüne Licht dafür... Er erklärte am Mittwoch, den 10.05.1998, vor seiner Abreise aus Asmara nach einem Treffen mit dem eritreischen Präsidenten: „Wir stehen kurz vor der Wiederaufnahme des Krieges und einer neuen Runde von Kämpfen, die, wenn sie stattfinden, der größte Krieg auf dem afrikanischen Kontinent sein werden.“ Dies waren die hitzigen Erklärungen Holbrookes, die Unheil verkündeten. Dieser Holbrooke wurde zum Vorboten des Unglücks für die Länder, die er weltweit besuchte; er folgt den Spuren seines berüchtigten Vorgängers Kissinger beim Schüren von Kriegen und dem Bringen von Leid, wobei er das Blut der Völker für die Wahrung amerikanischer Interessen gering schätzt... 22.06.2000). Es ist offensichtlich, dass Afewerkis Vorbehalte gegen die US-Vorschläge nicht bedeuteten, dass er sich Amerika nicht unterordnete, sondern er wollte Amerika davon überzeugen, ihm bei einer endgültigen Grenzziehung zu helfen, damit Eritrea nicht in einem Zustand der „Quasi-Unabhängigkeit“ verbleibt, da die Unklarheit der Grenzen bei den Eritreern Zweifel an den Absichten Äthiopiens nährte.

So wird deutlich, dass sowohl Afewerki als auch Abiy Ahmed Agenten Amerikas sind. Es wäre für sie nicht einfach, das Asmara-Abkommen mit den genannten Klauseln ohne das Wissen, die Planung und den Befehl Amerikas abzuschließen.

Drittens: Warum Amerika 18 Jahre zwischen dem Abkommen von Algier (2000) und dem Abkommen von Asmara (2018) gewartet hat, liegt an seinen eigenen Interessen:

Nach dem Abkommen von Algier, das unter US-Schirmherrschaft stand, war der schwierigste Punkt die Grenzziehung. Äthiopien wollte diese verzögern, während Eritrea darauf drängte. Dennoch sah Amerika keine Notwendigkeit, Druck zur Lösung des Problems auszuüben, da seine Interessen gewahrt blieben, egal ob das Problem gelöst wurde oder nicht, da beide Seiten Agenten waren und ihre Streitigkeiten die US-Interessen damals nicht tangierten. In den letzten Jahren ergaben sich jedoch neue Faktoren, die Amerika dazu veranlassten, seine Afrika-Politik, insbesondere am Horn von Afrika, zu überdenken:

  1. Die häufigen Regierungswechsel in Äthiopien schwächen naturgemäß die Herrschaft und ihre Stabilität, was sie anfällig für Einflussnahme macht. Dies weckte die Begehrlichkeiten anderer Kolonialmächte, insbesondere Großbritanniens in politischer Hinsicht und Chinas in wirtschaftlicher Hinsicht. All dies erforderte eine Rückkehr des amerikanischen Interesses, das schließlich in der äthiopisch-eritreischen Versöhnung gipfelte, die viele Dimensionen hat, die Amerika dienen.

  2. Berichten zufolge verfügt Äthiopien in mehreren Regionen über enorme Ölreserven, und die Förderung hat bereits begonnen... (Ethiopiana Net, 01.04.2013). Es wird erwartet, dass die Produktion 40 Milliarden Gallonen erreicht und 2018 auf den Markt kommt... (Mogadishu Center, 25.12.2016). Somit wurde das Öl zu einem neuen Faktor, der die US-Politik zu mehr Aufmerksamkeit für das Horn von Afrika bewegte, zumal chinesische Unternehmen eine Vorreiterrolle bei der Exploration und Förderung des äthiopischen Öls spielen. Amerika ist die starke und zunehmende wirtschaftliche Invasion Chinas in Afrika nicht entgangen, insbesondere in Äthiopien, wo China aufgrund des riesigen Marktes massiv investiert (France 24, 05.06.2018). Daher rührte dieser verstärkte amerikanische Vorstoß nach Äthiopien, um den wirtschaftlichen Einfluss Chinas einzuschränken.

  3. Es gab umfassende Versuche des britischen Einflusses, über das Tor der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in das Horn von Afrika einzudringen. Es wurde eine rasche Entwicklung der Beziehungen zwischen den VAE und Äthiopien beobachtet. Nachdem die Beziehungen so vernachlässigt waren, dass die VAE erst 2010 eine Botschaft in Addis Abeba eröffneten, beschleunigte sich die Zusammenarbeit danach massiv. Es wurden Abkommen in verschiedenen Bereichen unterzeichnet, wie technische Zusammenarbeit beim Zoll, die Eröffnung eines Büros der Handelskammer von Dubai in Addis Abeba 2013, Zivilluftfahrt 2014, Hochschulbildung und Sport 2015. Eine gemeinsame äthiopisch-emiratische Kommission wurde gegründet... Während des Besuchs des ehemaligen Premierministers Desalegn in den VAE 2016 erlebten die Beziehungen einen Quantensprung. Dies war das Ergebnis von Gesprächen mit der politischen Führung der VAE. Die VAE-Staatsministerin für internationale Zusammenarbeit, Reem al-Hashemi, sagte: „Äthiopien gehört zu den strategischen Partnern der VAE in Afrika“ (Al-Ain News, 07.03.2018).

Großbritannien versucht über die VAE, Äthiopien an seine Achsen und Politiken zu binden, in der Hoffnung, Einfluss auf Äthiopien und Eritrea auszuüben. Daher sind die Besuche auffällig: (Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan hielt am 15. Juni offizielle Gespräche mit Abiy Ahmed in Addis Abeba ab. Am 3. Juli empfing der Kronprinz von Abu Dhabi den Präsidenten Eritreas, Isayas Afewerki... 22.07.2018 http://www.alkhaleej.ae).

Diese neuen Entwicklungen veranlassten Amerika, Afrika und insbesondere dem Horn von Afrika große Aufmerksamkeit zu schenken und dort aktiv zu werden. Daher ernannte Amerika im September 2017 Donald Yamamoto zum amtierenden stellvertretenden US-Außenminister für afrikanische Angelegenheiten – die einflussreichste Position in der Gestaltung der US-Politik gegenüber dem Kontinent. Yamamoto gilt als einer der erfahrensten US-Diplomaten in Bezug auf Afrika, insbesondere das Horn von Afrika. Er trug maßgeblich zur Vorbereitung des Asmara-Abkommens bei. So wurde das Asmara-Abkommen als Bestätigung und Ergänzung des Abkommens von Algier geschlossen, um die Angelegenheiten zwischen Äthiopien und Eritrea sowie zwischen den Agenten in der Region zu regeln. Es wird erwartet, dass auch die Spannungen zwischen Äthiopien und Ägypten bezüglich des Staudamms nachlassen, da Abiy Ahmed Ägypten besuchte und Sisi am 10.07.2018 traf – nur einen Tag nach der Unterzeichnung des Asmara-Abkommens. All dies geschieht natürlich mit amerikanischer Zustimmung, ebenso wie im Falle des Sudans, wo Amerika im April eine Delegation entsandte, um die Ansichten der drei Länder anzunähern und seine Agenten gegen den wirtschaftlichen Durchbruch Chinas und den politischen Durchbruch Britanniens zu immunisieren.

Viertens: Abschließend ist es schmerzlich zu sehen, dass die kolonialistischen Kuffar-Staaten, allen voran Amerika, die Staaten der Region kontrollieren... Manche wissen vielleicht nicht, dass die Muslime in Äthiopien und Eritrea etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen; einige Schätzungen gehen sogar von über 50 Millionen aus. Manche wissen vielleicht auch nicht, dass das Schiff der ersten Muslime, die von Mekka nach Abessinien auswanderten, in Massaua, dem berühmten Hafen in Eritrea, anlegte... Dennoch sind beide Länder Schauplatz des Interesses von Amerika, China und Europa, während kaum ein Interesse der Muslime an ihnen erkennbar ist. Wie dem auch sei, dies ist weder fremd noch verwunderlich. Solange die Muslime ohne einen Staat sind, der ihre Angelegenheiten wahrnimmt, wird ihr Zustand wie der von Waisen am Tisch der Böswilligen sein. Ihre Angelegenheit wird sich nicht bessern und ihre Lage nicht geradebiegen, außer durch ein Kalifat, das sie auf der Grundlage des Buches Allahs, des Erhabenen, und der Sunna Seines Gesandten (s) vereint:

وَيَوْمَئِذٍ يَفْرَحُ الْمُؤْمِنُونَ * بِنَصْرِ اللَّهِ يَنْصُرُ مَنْ يَشَاءُ وَهُوَ الْعَزِيزُ الرَّحِيمُ

„Und an jenem Tag werden die Gläubigen frohlocken über Allahs Sieg. Er hilft, wem Er will; und Er ist der Allmächtige, der Barmherzige.“ (Sure Ar-Rum [30]: 4-5)

  1. Safar 1440 n. H. 15.10.2018 n. Chr.

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