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Ansprache des ehrwürdigen Gelehrten Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah, Emir von Hizb ut-Tahrir, anlässlich des Beginns des gesegneten Monats Ramadan 1425 n. H.

October 14, 2004
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Alles Lob gebührt Allah, und Friede und Segen seien auf dem Gesandten Allahs, seiner Familie, seinen Gefährten und jenen, die ihm folgen.

Und nun:

Der Erhabene sagt:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا كُتِبَ عَلَيْكُمُ الصِّيَامُ كَمَا كُتِبَ عَلَى الَّذِينَ مِنْ قَبْلِكُمْ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَ

„O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, auf dass ihr gottesfürchtig werdet.“ (QS al-Baqara [2]: 183)

Und der Allmächtige sagt:

شَهْرُ رَمَضَانَ الَّذِي أُنْزِلَ فِيهِ الْقُرْآنُ هُدًى لِلنَّاسِ وَبَيِّنَاتٍ مِنَ الْهُدَى وَالْفُرْقَانِ فَمَنْ شَهِدَ مِنْكُمُ الشَّهْرَ فَلْيَصُمْهُ

„Der Monat Ramadan ist es, in dem der Quran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer von euch also in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten.“ (QS al-Baqara [2]: 185)

Liebe Brüder, werte Muslime,

da ist er nun, der Ramadan, der uns mit seinem Guten und seinem Segen überschattet. Es ist ein Monat, den Allah vor allen anderen Monaten ausgezeichnet hat, in dem Er Seine Barmherzigkeit ausgießt und die Belohnungen vervielfacht. Sein Beginn ist Barmherzigkeit, seine Mitte Vergebung und sein Ende die Befreiung vom Höllenfeuer. Allah, der Erhabene, hat ihn für Sich Selbst bestimmt, um darin zu belohnen, wen Er will, ohne Abrechnung. Wie der Prophet (s) in einem Hadith Qudsi sagte:

كُلُّ عَمَلِ ابْنِ آدَمَ لَهُ إِلَّا الصَّوْمَ فَإِنَّهُ لِي وَأَنَا أَجْزِي بِهِ

„Jede Tat des Sohnes Adams ist für ihn, außer das Fasten; denn es gehört Mir, und Ich belohne dafür.“

Der Monat Ramadan ist ein bezeugter Monat in der Geschichte des Islam. In ihm wurde der Edle Quran herabgesandt, und in ihm fanden der Sieg und der offenkundige Erfolg statt. Er ist ein Monat der Arbeit, des Ernstes und des Strebens, ein Monat des Gottesdienstes, der Geduld und des Jihads. In ihm wetteiferten die Muslime in guten Taten, da die Belohnungen und Verdienste vervielfacht werden. Ihr Khalif und ihre Gouverneure bewahrten die Sicherheit des Landes und der Diener Allahs und trugen den Islam durch Da'wah und Jihad in die Welt. So war der edle Monat ein Monat der Ehre für die Muslime und ein Monat der Erniedrigung für die Kafirun.

So pflegte der Ramadan mit leuchtenden Tagen für den Islam und die Muslime zu erscheinen. Er war ein Leuchtturm des Guten, ein Licht der Rechtleitung und ein Banner des Jihads. Der Khalif der Muslime war ihr Imam; er regierte sie nach dem Gesetz Allahs (Schari’ah) und führte mit ihnen den Jihad auf dem Wege Allahs. So durchquerten ihre Armeen die weiten Wüsten und ihre Schiffe die Wogen der Meere, um das Wort Allahs zu erhöhen und Gerechtigkeit in allen Teilen der Welt zu verbreiten.

Ihre Armeen sprachen zu den Wassern des Ozeans: „Wüssten wir von Ländern hinter dir, so hätten wir dich durchquert, um das Banner des Islam zu hissen.“ Und ihr Khalif rief den Wolken zu: „Regne, wo du willst, denn dein Wasser wird mit der Erlaubnis Allahs die Länder der Muslime tränken.“ Die Muslime standen hinter ihrem Khalifen; sie unterstützten ihn, wenn er Gutes tat, und zogen ihn zur Rechenschaft, wenn er fehlte – wobei er und sie vor dem Gesetz Allahs gleichgestellt waren.

Die Umma, der Staat und die Gesellschaft wurden vom Islam bewegt und bewegten sich durch ihn. Sie empfingen den Ramadan mit strahlenden, lachenden und freudigen Gesichtern und verabschiedeten ihn voller Trauer über die Trennung, voller Sehnsucht auf das nächste Wiedersehen, um mit ihm und durch ihn das Gute zu bezeugen und in beiden Welten erfolgreich zu sein – und das ist wahrlich der gewaltige Erfolg.

So pflegte der Ramadan zu kommen. Doch wie kommt er heute?

Heute kommt er, nachdem das Kalifat (Khilafah) vor dreiundachtzig Jahren zerstört wurde und die Muslime es noch nicht wiedererrichtet haben – zu einer Zeit, in der die Muslime sündigen, wenn die Länder länger als drei Tage ohne einen Khalifen bleiben, ausgenommen jene, die sich ernsthaft und aufrichtig für dessen Wiedererrichtung einsetzen.

Heute kommt er, während die bedeutendsten Länder der Muslime besetzt sind: Palästina, Irak, Afghanistan, Tschetschenien, Kaschmir, Zypern und der Südsudan. Die Muslime sind zwar zahlreich, doch ohne Gewicht oder Bedeutung, da es keinen Khalifen gibt, der sich ihrer Angelegenheiten annimmt, ihre Unversehrtheit schützt, hinter dem man Schutz sucht und hinter dem man kämpft.

Heute kommt er, während die Muslime – bis auf jene, derer sich mein Herr erbarmt hat – von Gewohnheiten überwältigt wurden, für die Allah keine Vollmacht herabgesandt hat. Statt dass der Ramadan für sie ein Monat des Gottesdienstes und des Jihads ist, wurde er zu einem Monat der Trägheit und des langen Schlafes. Statt ein Monat des Mutes und des Voranschreitens zu sein, wurde er zu einem Monat der Unfähigkeit und des Zögerns. Und statt dass die Muslime in ihm um Verdienste und gute Taten wetteifern, wetteifern sie in den Sorten der Speisen.

Was jedoch die Herrscher der Muslime betrifft, so haben sie die Länder und die Menschen verkauft und den Kafirun den Weg bereitet, die muslimischen Länder zu besetzen. Sie trotteten unterwürfig im Gefolge des Westens, insbesondere Amerikas, und verrieten Allah, Seinen Gesandten und die Gläubigen. Den Ramadan haben sie hinter ihren Rücken geworfen; sie haben ihm seine Seele entzogen und ihn zu bloßen Ritualen degradiert. Sie eröffnen ihn mit einer Mischung aus leerem Gerede, wofür ihnen die Heuchler Beifall klatschen, bevor sich die abendlichen Schwätzer wieder zerstreuen. Die „tugendhafteste“ Methode dieser Herrscher besteht darin, die Schließung der Haupteingänge von Vergnügungsstätten, Bordellen, Restaurants und Bars während der Ramadannächte zu verkünden, um dann mit einem Pfeil auf einen Hintereingang für den Zutritt zu diesen geschlossenen Orten zu verweisen!

Und was ihre Rundfunksender betrifft, so ist der Ramadan für sie ein Monat der „Ramadan-Abende“, Gesangsfeste, unsittlichen Filme und niveaulosen Serien. Dennoch behaupten diese Sender hartnäckig, sie würden die Nächte des Ramadan beleben!

O ihr Muslime,

der Ramadan wird mit der Erlaubnis Allahs gewiss zurückkehren, um die Nacht der Muslime zu erhellen und unter dem Banner des Khalifen der Muslime Schutz zu finden. Denn das Gute in dieser Umma ist beständig und wird bis zum Tag der Auferstehung nicht abreißen. Diese Umma hat im Laufe der Geschichte immer wieder Männer von Stärke und Gottesfurcht (Taqwa) hervorgebracht, die der Umma ihre Ehre und ihre hohe Stellung zurückgegeben haben. Die Tage der Niederlagen der Kreuzfahrer und Tataren und ihre anschließende endgültige Vertreibung sind erhabene Zeugnisse dafür. Die Umma ist heute stolz darauf, dass es in ihr junge Männer gibt, die an ihren Herrn glauben und denen Allah die Rechtleitung gemehrt hat. Sie haben den festen Entschluss gefasst, Tag und Nacht in unermüdlicher Arbeit – aufrichtig für Allah und loyal gegenüber dem Gesandten Allahs (s) – daran zu arbeiten, den Ruhm der Umma durch die Wiedererrichtung der Rechtgeleiteten Khilafah zurückzubringen. Dabei fürchten sie um Allahs willen den Tadel keines Tadelnden, bis sie das erreichen, wozu sie sich entschlossen haben, oder auf diesem Weg sterben.

Hizb ut-Tahrir und die Muslime hinter ihm sind sich bewusst, dass die Ehre dieser Umma nur durch das Kalifat (Khilafah) zurückkehren wird. Ebenso wissen sie, dass der Gesandte Allahs (s) die Rückkehr des Kalifats als ein rechtgeleitetes angekündigt hat, so wie es als ein rechtgeleitetes begann. Sie sehen, dass seine Tage näher gerückt sind und dass sie – so Allah will – dessen Ritter sein werden.

وَعَدَ اللَّهُ الَّذِينَ آمَنُوا مِنْكُمْ وَعَمَلُوا الصَّالِحَاتِ لَيَسْتَخْلِفَنَّهُمْ فِي الْأَرْضِ كَمَا اسْتَخْلَفَ الَّذِينَ مِنْ قَبْلِهِمْ

„Verheißen hat Allah denen von euch, die glauben und gute Werke tun, dass Er sie ganz gewiss zu Nachfolgern auf der Erde machen wird, wie Er diejenigen, die vor ihnen waren, zu Nachfolgern machte.“ (QS an-Nur [24]: 55)

O ihr Muslime,

sollte Allah, der Erhabene, nicht gewollt haben, dass dieses Jahr mit der Errichtung der Rechtgeleiteten Khilafah und der Verkündung des Beginns des gesegneten Monats durch den Khalifen selbst einhergeht, so flehen wir Ihn an, dass dies der letzte Ramadan ist, der über die Muslime ohne Khilafah und Khalifen, ohne Eroberung und Sieg und ohne Stärke und Ehre für die Muslime vergeht. Dann wird der Ramadan im Schatten der Khilafah stehen, sein Licht und seine Entschlossenheit werden zu ihm zurückkehren, er wird wieder ein Monat des Gottesdienstes und des Jihads sein, und seine zwei Takbirat werden zu ihm zurückkehren:

Der Takbir des Muezzins, der dem Fastenden sein Fastenbrechen verkündet, und der Takbir des Mujahids, mit dem er seinen Sieg verkündet.

إِنَّ اللَّهَ بَالِغُ أَمْرِهِ قَدْ جَعَلَ اللَّهُ لِكُلِّ شَيْءٍ قَدْرًا

„Allah führt gewiss Seine Angelegenheit herbei; Allah hat für alles ein Maß festgelegt.“ (QS at-Talaq [65]: 3)

Möge Allah von allen Muslimen das Fasten und das Gebet annehmen und sie zu jenen machen, die das Wort hören und dem Besten davon folgen.

  1. Ramadan 1425 n. H. 14.10.2004 n. Chr.

Emir von Hizb ut-Tahrir Ata Bin Khalil Abu al-Rashtah

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